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Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden · 1906-01-01 · Heft 1 (Januar 1906) · p. Seite 2

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Journal
Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
Volume
2 (1906)
Issue
Heft 1 (Januar 1906)
Article
Die russischen Juden nach der Volkszählung von 1897
Date
1906-01-01
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German
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2 I. Wir beginnen mit dem Bildungsgrade, über den die amtliche Statistik insofern Auskunft gibt, als sie einmal für die einzelnen Konfessionen die Zahl der des Lesens kundigen Personen und sodann für die einzelnen Nationalitäten ebenfalls die Zahl der des Lesens kundigen Personen und außerdem noch die Anzahl der Personen mit höherer als P]lementarschulbiidung feststellt. Von den Angehörigen der nachbezeichneten Konfessionen konnten lesen: orthodoxen Christen . 19,0 V Dissidenten (Starowjeri) . 20,2 °/o. armen. Gregorianern . 13,3 %: armen. Katholiken . . 17.0 °/o, Römisch-Katholischen . . 32,1 %• Lutheranern .... 70.6 °/o, Reformierten .... 68,9 %, Baptisten..... . 50,7 °/o? Mennoniten .... 70,5 °/o: Anglikanern .... . 84,3 °/o. 31 4 %. Karaiten..... 60,1 %• Israeliten .... . 38,9 °v Mohamedanern . . . 7,2 °/o, Buddhisten .... . 8,2 °/o, and. nichtchristl. Konf. . 2,7 %: G-esamtbevölkerung . 21,0 %• Der Prozentsatz der lesenskundigen Personen (21,0 %) ist hiernach unter der Gesamtbevölkerung Rußlands sehr niedrig, wenigstens im Vergleich mit westeuropäischen Ländern. Die Israeliten stehen mit 38,9 % des Lesens kundigen Personen zwar günstiger da als die Gesamtbevölkerung und als die zur orthodoxen christlichen Kirche gehörige Hauptmasse der Bevölkerung (mit nur 19 °/o lesenskundigen Personen), ebenso günstiger als die sonstigen Katholiken, Mohamedaner und Buddhisten; dagegen sind ihnen die Karaiten (60;1 %) und die Angehörigen sämtlicher protestantischen Kulte (Lutheraner, Reformierte, Baptisten, Anglikaner, Mennoniten), welch letztere 50 bis 84 % Lesenskundige unter sich haben, weit überlegen. Tabelle I. Es können lesen von je 100 inännl. weibl. 29,4 8,8 Israeliten........ 49,4 28,9 Karaiten.......... 70,5 49,9 Lutheranern........ 70,6 70.5 69,5 68,2 Bantisten......... 54.6 47,1 83.2 Mennoniten........ 71,4 69,7 der Gesaratbevölkerung .... 29,2 13,0 In die Gründe für diese Verschiedenheit dringen wir ein, sobald wir feststellen, wie sich die lesenskundigen Personen bei den einzelnen Konfessionen auf die beiden Geschlechter verteilen. Das ist in Tabelle I geschehen und läßt klar erkennen, daß der Vorsprang der protestantischen Kulte vor den Israeliten darauf beruht, daß bei den protestantischen Kulten beide Geschlechter annähernd gleichmäßig des Lesens kundig sind, während bei den Israeliten (und in! noch höherem Grade bei den Christlich-Orthodoxen) j zwischen Männern und Frauen eine große Ver- ' schiedenheit besteht. Den 49,4 % lesenskundigen : israelitischen Männern stehen nur 28,9 % lesens- I kundige israelitische Frauen gegenüber und : bei den Orthodoxen ist dies Verhältnis sogar I 29,4 % : 8,8 %. Es zeigt sich in diesen Zahlen I wieder die schon vielfach beobachtete Tatsache, i daß die strenggläubigen russischen Israeliten in! demselben Maße, als sie bestrebt sind, ihren; Söhnen unter allen Umständen einen Schulunter-! rieht zuteil werden zu lassen, den Unterricht der | Töchter vernachlässigen. > Uebrigens verschiebt sich das Verhältnis vollständig, sobald wir nur die städtische Bevölkerung in Betracht ziehen. Unter diesen können nämlich lesen prozentualster bei den orthodoxen Christen . . . 46,4 „ Dissidenten......40,7 ,, armenischen Gregorianern . 36,9 Kömisch-Katholischen . . 51,5 „ „ Protestanten.....76,4 Israeliten......42,8 ,. Mohamedanern.....13,0 „ Buddhisten und Lamaiten 39,8 ,, ,, sonstigen Konfessionen . 23,3

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