Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Journal
- Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Volume
- 2 (1906)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1906)
- Article
- Die russischen Juden nach der Volkszählung von 1897
- Date
- 1906-01-01
- Page
- 1 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/2650397-3187651-3187653-3188634--0521-3188648- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
ilfeiiffliiui i. Erscheint monatlich. — Abonnementspreis — für das ganze Jahr 6,— M. f ür das halbe Jahr 3,50 M. Herausgegeben vom Bureau für Statistik der Juden Berlin «Halensee, Georg «Wilhelnistrasse l2± Redaktion: Dr. Arthur Ruppin. Zu beziehen durch das Bureau für Statistik der Juden, Berlin-Kaiensee, Georg Wiihelmstr. 22. Für t:ie Umschiagselten v/erden Inserate — vorzugsweise von Buchhändlern und Verlegern — entgegengenommen. Ins^rtionspreis für 1 Nummer pro ganze Seite SO M?rk, pro halbe Seile 15 Mark, für Nummern 50 und 25 Mark. 2. Jahrgang;. | Januar 1906» Heft No. 1. IXHA1T: (Die nicht von den Verfassern gezeichneten Ärtikei sind Arbeiten des Bureaus für Statistik der Juden.) Abhandlungen. Dr. Arthur Ruppin, Berlin: Die russischen Juden nach der Volkszählung von 1897. — Dr. J.Thon, Berlin: Kriminalität der Christen und Jaden in Oesterreich. — M. Lavrin, St. Petersburg: Beitrag zur Beleuchtung des Elends und der Wohlfahrtspflege der Juden in hnssland. — Rudolf Wassermann, München: Der Selbstmord unter den bayrischen Juden. — Die Juden in Algier. Nachdruck der Abhandlungen ist nur mit besonderer Genehmigung, des übrige;i Inhalts nur mit vollständiger Quellenangabe gestattet. Die russischen Juden nach der Volkszählung von 1897. Von Dr. Arthur Ruppin. Berlin. Die endgültigen amtlichen Ergebnisse der russischen Volkszählung vom 28. Januar 1897 sind erst jetzt für das ganze Reich veröffentlicht worden und liegen in zwei Bänden (Petersburg. 1905) vor, nachdem einzelne Resultate schon früher bekannt gegeben waren. Auch in dieser Zeitschrift sind inNo. 5, 6, 7 und 10 des vorig. Jahrgangs bereits die Zahlen der Juden in den einzelnen Gouvernements, ihre Muttersprache, Dichtigkeit unter der übrigen Bevölkerung und ihre Verteilung auf Stadt und Land mitgeteilt worden. Diesen Angaben sollen hiermit auf Grund der oben genannten Publikation noch einige weitere hinzugefügt werden. Zuvor ist aber zu bemerken, daß die russische Statistik eine ganze Reihe wichtiger Verhältnisse (z. B. Beruf, Alter u. s. w.) nicht für diejenigen Personen, welche ihrer Religion nach jüdisch sind, sondern für diejenigen Personen, welche als ihre Muttersprache das Jüdische (Jüdisch- Deutsche) angegeben haben, ermittelt hat. Diebe beiden Personenklassen decken sich zwar insofern ziemlich, als einerseits von den gesamten 5215805 Personen, welche sich zur jüdischen Religion bekennen, 5 054 300 96,90 % das Jüdische als ihre Muttersprache genannt haben, andererseits diese 5 054 300 Bekenner der jüdischen Religion 99,82 °;0 aller jüdisch Sprechenden ausmachen. Nur 8856 Andersgläubige (meist wohl getaufte Juden) bedienen sich ebenfalls des Jüdischen als Umgangssprache. Trotzdem hiernach die Bekenner der jüdischen Religion und die Anhänger der jüdischen Sprachen zum größten Teil dieselben Personen sind, so verlangt die statistische Genauigkeit doch, diese beiden Personenklassen auseinanderzuhalten. Dies soll dadurch geschehen, daß wir die Personen, die sich zur jüdischen Religion bekennen, im folgenden „Israeliten", dagegen die Personen, die das Jüdische als ihre Muttersprache angegeben haben, als „Juden" bezeichnen. Den „Israeliten" werden die zu einer anderen Religion gehörigen Personen als „Andersgläubige", den „Juden" (in UebereinStimmung mit der russischen Statistik, welche die einzelnen Nationalitäten auf Grund der Sprache sondert) die eine andere Sprache als das Jüdische sprechenden Personen als „Andere Nationalitäten" gegenübergestellt werden.