Mannheim
Compact Memory

Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden · 1905-10-01 · Heft 10 (Oktober 1905) · p. Seite 11

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
Volume
1 (1905)
Issue
Heft 10 (Oktober 1905)
Article
Über die Entmischung der Rassen
Date
1905-10-01
Page
Seite 11 (sequence 3)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
89% known words query
IRI
…/2650397-3187624-3187635-3188453--0401-3188486
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

— 11 - bildung der beiden differenten Charakter der Stammformen zeigen. Es bleibt vielmehr das A oder das B oder es bleiben unter Umständen beide latent, so daß die Hybriden entweder der einen oder der anderen elterlichen Pflanze gleichen, oder auch von beiden abweichen. Mendel fand, daß die in diesen Hybriden reifenden Keimzellen die Eigenschaften A und B stets, und zwar auch dann enthalten, wenn in jenen Hybriden eine derselben oder gar beide nicht zum Ausdrucke kamen. Wenn nun die Hybriden sich untereinander weiter vermehren, wenn ihre Keimzellen, die die Eigenschaften A und B gesondert in sich tragen, sich miteinander vereinigen, so werden die daraus hervorgehenden Pflanzen (die zweite G-eneration) folgende Kombination aufweisen: AA, AB, BA und BB. Da die männlichen den weiblichen Keimzellen gleichwertig sind, ist AB BA und statt obigem ist AA, 2 AB, BB zu setzen. Die Resultate stimmen sogar nach den Grundsätzen der Wahrscheinlichkeitsrechnung. Die Versuche haben dargetan, daß aus Hybriden 25% der Großmutter gleichen, 25% dem Großvater und 50% den Eltern ähnliche Organismen hervorgehen. Diese Versuche, durch weitere Generationen fortsetzend, fand Mendel, daß die den reinrassigen Großeltern gleichenden Pflanzen der zweiten Generation vollkommen reinrassig waren und untereinander gezüchtet immer gleiche Pflanzen ergaben, während die den Hybriden Eltern ähnelnden immer wieder in die drei Gruppen, AA, 2 AB, BB zerfallen. Dieses Zahienverhältnis der verschiedenen Hybrid formen ist das Mendelsche Gesetz. Ich füge hinzu, daß es also ergibt, daß im Laufe der Generationen die Hybriden oder Mischlinge sich vollkommen entmischen, und wieder in die beiden Ur-Stammformen zerfallen. Dahin gehört auch die Beobachtung, daß die meisten Obstsorten, die Hybriden darstellen, wenn sie aus Samen statt aus Stecklingen gezogen werden, auf die wilden Stamm arten zurückschlagen. Wie Prof. A, S. weiter in der „Zeitc; mitteilt, wurden diese Pflanzenversuche durch Tierversuche vollständig bestätigt. Er sagt, daß die zu Cambridge abgehaltene englische Naturforscher- Versammlung, die sich mit den morphologischen Beziehungen zwischen Vorfahren und Nachkommen beschäftigte, im Ganzen von dem Geiste Mendels beseelt war. Die groß angelegte Oxforder Mäusezucht hat nach Darbishire folgendes ergeben: Kreuzt man die durch ihre merkwürdigen Wirbelbewegungen charakterisierten gelb und weiß gerleckten, rotäugigen japanischen 'Tanzmäuse mit den weißen, rotäugigen, als weiße Mäuse bekannten Albinos, so erhält man den grauen Hausmäusen ähnliche Mäuse, die ausnahmslos (in 300 Fällen) schwarze Augen haben. Läßt man nun diese Bastarde miteinander sich paaren, so erhält man, dem Mendelschen Gesetz entsprechend, ungefähr 25 % weiße Mäuse mit roten Augen (gleich den Albinos der ersten Generation), 25% gefleckte Mäuse mit roten Augen (gleich den Tanzmäusen der ersten Generation) und 50% mit dunklen Augen. Beiläufig ein Viertel aller Mäuse dieser dritten Generation tanzen wie die japanischen. Die Albinos dieser dritten Generation sind ganz, die rotäugigen Schecken fast ganz reinrassig. Miteinander sich paarend erzeugen die ersten lauter Albinos, die letzten größtenteils Schecken. Hurst teilte die Ergebnisse seiner Züchtungsversuche mit Kaninchen mit. Er paarte reine Angora-Albinos mit braunen Lapins. Die Nachkommen (zweite Generation) hatten alle einen grauen Pelz, wie wilde Kaninchen. Untereinander gepaart, gaben diese Bastarde 56,25% graue, 18,75% schwarze und 25% weiße Jungen (dritte Generation). Die weitere Züchtung der Nachkommen ergab, daß der schwarze Pelz der i 18,75%, den weder die Angora-Albinos noch die S Lapins der ersten Generation besessen hatten,! durch die ersteren in die Familie hinein-; gebracht wurde. I R. Rappaport machte mich in diesem Zu- | sammenhange auf das Verhalten der Maultiere | aufmerksam; auch diese zeigen keinen mittleren | Charakter. Der Maulesel, der Bastard von Pferdehengst und Eselstute, hat die unansehn- I liehe Gestalt, die geringe Größe und das längere; Ohr der Mutter, und vom Pferde nur den dünneren und längeren Kopf, die vollen Schenkel, den seiner ganzen Länge nach behaarten Schwanz : und die wiehernde Stimme. Das Maultier, der

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.