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Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden · 1905-10-01 · Heft 10 (Oktober 1905) · p. Seite 12

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Journal
Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
Volume
1 (1905)
Issue
Heft 10 (Oktober 1905)
Article
Über die Entmischung der Rassen
Date
1905-10-01
Page
Seite 12 (sequence 4)
Language
German
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Bastard von Eselhengst und Pferdestute, hat fast die Größe und die Gestalt des Pferdes, unterscheidet sich von diesem besonders durch die Form des Kopfes, die längeren Ohren, den an der Wurzel kurz behaarten Schwanz, die schmächtigen Schenkel, welche an den Esel erinnern; in der Färbung ähnelt er der Mutter, hat aber die Stimme des Vaters. Esel und Pferd kreuzen sich niemals freiwillig, sondern es bedarf dazu besonderer Kunstgriffe. Maultier und Maulesel pflanzen sich in der Regel nicht fort. L. Wolfcmann sagt in seiner „Politischen Anthropologie" 1903: „Es steht aber fest, daß in den gemischten Rassen immer wieder „Entmischungen" stattfinden, daß die Typen bis zu einem gewissen Grade der organischen Verschmelzung widerstehen, und daß fremdrassige Elemente, wenn sie nicht allzu zahlreich sind, nach mehreren Generationen wieder vollständig aus dem plasmatischen Keimprozeß der Rasse ausgeschaltet werden können. Ein klassisches Beispiel dafür sind die Egypter, welche, wie Pruner-Bey gezeigt hat. trotz der vorübergehenden Mischung mit Negern. Semiten, Griechen und Türken ihren alten Rassetypus unvermindert bewahrt haben." Luschan wäre nicht abgeneigt, Mischrassen anzunehmen, aber seine eigenen Beobachtungen, die er objektiv wiedergibt, sprechen dagegen. Nichts liegt nun nach meiner Ansicht näher, als anzunehmen, daß diese Entmischung der Rasse sich nach dem Blendeischen Gesetz vollzieht. Wohl kann man die Ergebnisse von Tierversuchen und gewiß auch nicht die der Pflanzenversuche ohne weiteres auf den Menschen übertragen. Wenn aber das Gesetz, das wir bei Tier und Pflanze bestätigt fanden, auch beim Menschen durch die Geschichte und durch einzelne Beobachtungen seine Bestätigung findet, so sind wir sicher berechtigt; auch ohne züchterische Experimente bei Menschen die Geltung dieses G-esetzes auch in der Rassentheorie anzunehmen. Man wende nicht dagegen ein, daß in der Rassengeschichte es sich nicht um eine einmalige Vermischung fremder Rassen und ihre Folgenzustände handle, sondern um oftmalige Vermischungen derselben Bestandteile. Denn die Geschichte lehrt uns, daß wirklich berücksichtigungswerte Vermischungen im größeren Maßstabe, — und nur um diese handelt es sich — nur selten und in großen Zwischenräumen auftreten. Entweder bei der Besiegung eines Volkes, oder bei einer gewaltsamen Bekehrung tritt eine solche Vermischung ein; sie kann auch freiwillig eintreten, wie nach der Emanzipation der Juden in den westlichen Ländern sich die Mischheiraten häuften. Immer kommt dann aber eine Reaktion, die der weiteren Vermischung entgegensteht, und die Entmischung hat dann Zeit, sich zu vollziehen. Um diesen Prozeß der Entmischung zu begreifen, bedarf es keiner „Rassenmystik", die man heute den Rassentheoretikern gerne an den Kopf wirft. Es genügt die Heranziehung des biogenetischen Grundsatzes, der besagt, daß jedes Lebewesen in seiner individuellen Entwicklung durch die Zustände seiner Ahnen hindurchgehen muß. Bei diesem Prozesse machen sich eben, von Generation zu Generation steigend, difrerente Rassentendenzen, wenn sie vorhanden sind, geltend und führen die Entmischung der Keime herbei. Das ist die entwicklungsgeschichtliche Basis der Entmischung der Rassen. Austritte aus dem Judentum und Uebertritte zum Judentum Im Jahre 1903 in Deutschland. Der Fragebogen, den das Bureau für Sta- \ Auf Grund dieser Antworten sind wir in der tistik der Juden an die Vorstände der jüdischen j Lage, nachfolgende LTebersicht über die in den Gemeinden in Deutschland gelegentlich der Bej einzelnen deutschen Staaten und preußischen arbeitung des Statistischen Jahrbuchs deutscher j Provinzen erfolgten Aus-und Uebertritte zu geben. Juden im November 1904 versandte, enthielt unter Die von uns gebrachten Zahlen sind insofern als anderen auch die Frage, ob und wieviel Austritte genau und verläßlich zu betrachten, als diese aus dem Judentum im Jahre 190S in der Ge- Frage zu den bestbeantworteten des Fragebogens meinde stattgefunden haben.! gehört. Nur ganz selten ist die Frage unbeant-

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