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Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden · 1905-05-01 · Heft 5 (Mai 1905) · p. Seite 3

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Journal
Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
Volume
1 (1905)
Issue
Heft 5 (Mai 1905)
Article
Die transkaukasischen Juden
Date
1905-05-01
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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- 3 — Die Gesamtzahl von 34 343 Juden, wie sie unsere Tabellen für Transkaukasien angeben, ist nicht ganz vollständig. Es ist möglich, ja sicher, daß eine gewisse Anzahl außerdem im Daghestanschen und Transkatalgebiet vorkommt; wie groß sie sein mag, geht aus den vorhandenen Aufnahmen nicht hervor; da eine nationale Differenzierung der Bevölkerung dieser verhältnismäßig kleinen Gebiete Transkaukasiens von der Statistik augenscheinlich nicht durchgeführt wurde. Bemerkt sei, daß in jener Totalsumme der transkaukasischen Juden auch 36 Vertreter der Karaimensekte mitgerechnet sind; sie wurden alle im Schwarzmeer gebiet angetroffen. In anthropologischer Beziehung verkörpern die in Transkaukasien vorkommenden Juden bekanntlich in vielen Merkmalen einen besonderen Typus, der jenem ihrer abendländischen und zumal westeuropäischen Stammesgenossen nicht ohne weiteres vergleichbar erscheint. Sie Körperhöhe Kopfform © Antlitzform X © S o O H=ä Q ° o CO © 53 >> ja © es u Cd genbrei! lex © ST Mesoi iCliamSsichtsind mm cephal c c :« £5 -3 prosop © o Daghestanische Juden. . . . (Swiderski) Tiflissche Juden. . . . (Pantjuchow) Bergjuden . (v. Erckert) 1663 1632 14% 23% 63% 875 858 867 — 73% 27% 76* sind auch hier von relativ geringer Körpergröße — siehe Tabelle —, aber es überwiegen ganz außerordentlich die höheren und höchsten Grade der Brachycephalie bei gleichzeitiger Neigung zu niedriger, breiter Antlitzgestaltung. Es sollen übrigens, wie die Untersuchungen von Chantre, v. Erckert und Pantjuchow nachweisen, recht merkliche regionäre Unterschiede und Abstufungen in der Ausprägung jener Besonderheiten vorhanden sein. Aus einer Uebersicht dieser Verhältnisse, die Eikind liefert1), geht!) Die Juden. Vergleichend - anthropologische Studien. Moskau 1903, 8. 29 ff. (russisch). hervor, daß die in Baku lebenden Juden am kleinsten von Wuchs sind mit durchschnittlich 1616—1621 mm; etwas größere Varietäten finden sich im Gouvernement Kutais (1630 mm), die relativ größten von allen mit 1640—1642 mm Höhe sind im Daghestanschen und Tiflisschen anzutreffen. Körperlich am besten entwickelt erscheinen, soweit es sich um den Brustumfang als Ausdruck dafür handelt, die kleingewachsenen Bakujuden, am schlechtesten die Kutaisschen und Bergjuden. Auch in der Kopfform bestehen gewisse örtliche Unterschiede, wie unsere obige Tabelle andeutet; überall aber gehören die Dolicho- und Subdolichocephalen zu den Ausnahmen. Das Studium der Pigmentierungsverhältnisse ergibt für die Augenfarben, nach den Ermittelungen von J. Pantjuchow (s. Uebersicht) ein territorial fast gleichmäßiges Ueberwiegen der dunklen Nuancen bei nahezu vollständigem Mangel von Blau und nur sporadischem Auftreten der sonstigen helleren Abtönungen. Augenfarbe im Gouvernement grau blau Mittelfarben und grün braun Tillis........ Kutais....... Daghestan .... 8,7 % 7,3 % 1,7 % 12.5% 4,3 % 2,5 % 8,7% 93% 15,0° „ 73,3 % 82,9 % 83,3% 85.0 0 , 7,8% 1,5 % 7,4% 83,3% So ist es auch mit der Verteilung der Haarpigmentierungen in dieser Bevölkerung. Bei 251 transkaukasischen Juden, die von Pantjuchow untersucht wurden, fanden sich nicht weniger als 241 (= 96%) ausgesprochen dunkelhaarige Individuen; von den übrigen 10 war die eine Hälfte blond, die andere rothaarig. Im ganzen handelt es sich demnach um einen exquisit brachycephalen und fast rein brünetten Menschenschlag von geringer Körpergröße und breiter, aber nicht rein chamäcephaler Antlitzbildung. Will man nun die transkaukasischen Juden nicht direkt mit dem Schema des sog. Homo brachycephalus oder dem des europäischen Homo alpinus in Zusammenhang bringen, dann fragt es sich, wo sollen wir sie nach ihrem körperlichen Gebahren hinstellen?

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