Der jüdische Wille
- Journal
- Der jüdische Wille
- Volume
- 5 (1937)
- Issue
- Heft 3-4 (Juni 1937)
- Date
- 1937-06-01
- Page
- – (sequence 65)
- Language
- German
- Belongs to
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Welt auch neu zu orientieren. Feste Standpunkte für ein Leben im Heute zu gewinnen, scheiterte größtenteils an eben diesem Heute selber; aber das Gültige, Bleibende, das als Immer- Verpflichtendes dem einzelnen Bunde vorgeschwebt hat, ist aus diesem Zeitraum der Prüfung und Bewährung — zwar nicht immer' ohne Wandlung, aber doch — überall geläuterter und klarer für ein Leben im Morgen hervorgetreten. Das ging jedoch nicht ohne Zurückwendung zum Eigentlichen des Bundes. Da bündisch-sein, soldatisch-sein heißt: Hinwendung zur scharfen und kantigen Form. Der Lebenswille der einzelnen Bünde, sich in der Welt einen Platz zu sichern, führte deshalb in demselben Maße, wie sie' sich ihrer selbst bewußt wurden, zu einer harten und eifersüchtigen Abgrenzung gegenüber den anderen jüdischen Gruppen, zur bündischen Autarkie in der jüdischen Welt. Das ist bei allem Positiven eine tragische Erscheinung. Denn „die Idee, der der Reichsausschuß zu dienen hat, ist das tätige Bekenntnis zu der Gemeinschaft aller jungen jüdischen Menschen, die wichtiger ist, als alle Bundesprogramme und alle .Gruppenmeinungen". Aber die Wirklichkeit läßt nur der Hoffnung Raum, „daß die jüdische Jugendbewegung wieder zu sich zurückfindet, daß sie das parteiische Politisieren aufgibt, um zur echten politischen Kraft und Weisheit als einer zusammenführenden Geistesmacht zu kommen". Läßt man sich indes den Blick in die Zukunft von dieser Tatsache nicht verdunkeln, so sieht man doch innerhalb der einzelnen Bünde das Ringen um den jüdischen Standort als die zentrale, bewegende Kraft. Was immer an menschlichem, geistigem und körperlichem Einsatz vorhanden ist, soll dem jüdischen Leben, einem Leben im Jüdischen, zugute kommen. Das ist der bleibendste, stärkste Eindruck. Und so wird der Rechenschaftsbericht des Reichsausschusses zu einem Rechenschaftsbericht der jüdischen Jugendbewegung in Deutschland, ja mehr noch: zu einem Dokument ihres ungebrochenen Glaubens an den Primat des Jüdischen, in der Arbeit unserer Tage. Ernst Hamburger. Wir beklagen den Tod unserer Bundesbrüder Dr. Ernst Dessau Paul Löwe, Duisburg Dr. Kurt Zeckendorf, Hamburg Wir werden ihnen stets ein ehrendes Andenken bewähren. Das Präsidium des E. J.V. Personalia Wir gratulieren zur: Heirat von Bbr.: Dr. Heinrich Fink — Edith Bender Dr. Manfred Hoffner — Hilde Tichauer Kurt Kopilowitz — Lilian Lea Milwidsky Dr. Berthold Lindner — Tamar Weinreb Isaak Makowski — Jutta Lewin Heinrich Münz — Ruth Byk Dr. Max Rothschild — Anneliese Zernik Dr. Fritz Saalber* — Else Dahl Dr. Simon Nathan — Trude Schlesinger 146