Der jüdische Wille
- Journal
- Der jüdische Wille
- Volume
- 5 (1937)
- Issue
- Heft 3-4 (Juni 1937)
- Date
- 1937-06-01
- Page
- – (sequence 64)
- Language
- German
- Belongs to
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In erschreckender Weise dagegen räumten die Erkrankungen der Kreislaufopgane unter den Juden auf. An Arteriosclerose und Krankheiten der Kranzarterien starben unter den Juden (besonders männlichen Geschlechts) fast doppelt soviel wie unter der Gesamtbevölkerung. Die Autoren führen diese Erscheinung auf die überwiegend geistigen Berufe der Juden zurück und zitieren für ihre Auffassung auch M. J. Gutmann, der mehrere Schriften über Krankheiten der Juden veröffentlicht hat. „Gutmamn", sagen sie, „hat durchaus recht mit seinem Hinweis, daß die Juden ein überaus großes Kontingent zur Arterienverkalkung stellen. Und auch seine Erklärung trifft wohl das Richtige, daß diese Abnutzungskrankheit nicht allein durch körperliche Anstrengungen hervorgerufen wird, sondern ganz besonders eine Reaktion auf die feinen Schwankungen des Seelenlebens darstellt, die der Jude in gesteigertem Maße mitmacht, von den groben Erschütterungen, wie sie das aufregende und gehetzte Berufsleben mit sich bringt, ganz abgesehen." Ich darf an dieser Stelle darauf hinweisen, daß ich selbst schon vor Jahrzehnten in einem Aufsatz über Go~ bineaus Rassenphilosophie diese Art Krankheiten der Juden aIs„Gewefbekrankheiten" charakterisiert habe. Wie weit der starke Tabakmißbrauch unter den Juden an den Erkrankungen der Gefäße mit verantwortlich ist, wäre eine dankbare Aufgabe für eine Sonderstatistik. Zahlen sind rücksichtslos und offenbaren nackte Tatsachen, niemandem zuliebe und niemandem zuleide. Was sie uns über^das Sterben der Berliner Juden erzählen; ist trostlos, zumal da wir sie ohne weiteres auf die Judenheit nicht nur Deutschlands, sondern des ganzen Westens übertragen dürfen: Überalterung und allmähliches Aussterben. Tröstend dagegen ist die aus der Statistik zu ziehende Erkenntnis, daß es sich bei den Krankheiten der Juden um Folgen des Milieus, des Berufs, der Lebensweise u. ä. handelt, nicht um .Entartungserscheinungen der Rasse. Die Arbeit von Goldmann und Wolff hat ihre Bedeutung nicht so sehr in ihrer absoluten Leistung, obwohl auch diese nicht hoch genug geschätzt werden kann, als besonders darin, daß sie zeigt, wie eine künftige jüdische Statistik aufzubauen ist. Insbesondere müßte, wie auch Seligmann im Vorwort hervorhebt, „in Palästina, wo Juden aus allen Ländern, aus den verschiedensten Zivilisations- und Berufsschichten, mit den verschiedensten Lebensgewohnheiten sich zusammenfinden", das Material gesammelt und gesichtet werden. Aus dem Ergebnis der palästinensischen Statistik ließen sich unter Umständen Schlüsse auf die Lebenskraft der jüdischen Rasse ziehen. M a x J u n g mann.. Gemeinschaftsarbeit der jücfiscfien Jugend Aus der Arbeit des Reichsausschuss.es der Jüdischen Jugendverbände. Verlag Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland. Berlin-Charlottenburg, Kantstr. 158. Berlin 1937. In dieser Schrift veröffentlicht der Reichsausschuß der jüdischen Jugendverbände seinen Arbeitsbericht für die Jahre 1933—1936. Es ist ihm zu danken, daß er den Überblick über sein Aufgabengebiet und die geleistete Arbeit sowohl nach Anlage wie nach Aufmachung auf eine Verbreitung in weitesten Kreisen abgestellt hat. Denn was in den einleitenden Aufsätzen der im Reichsausschuß arbeitenden Jugendführer oder in den Selhstdarstellungen der jüdischen Bünde gesagt wird, geht mehr die Öffentlichkeit an als den Kreis der hündischen Jugend. Sie nämlich hat — anders als der ihr noch fernstehende, ihr an Zahl weit überlegene Teil der unorganisierten jüdischen Jugend —- mit Entschlossenheit in den vergangenen drei Jahren unter größten Schwierigkeiten nach Wegen gesucht, sich in der neuen 145