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Der jüdische Wille · 1937-06-01 · Heft 3-4 (Juni 1937) · page 62

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Journal
Der jüdische Wille
Volume
5 (1937)
Issue
Heft 3-4 (Juni 1937)
Date
1937-06-01
Page
– (sequence 62)
Language
German
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Die jüdiscfie Arbeiterbewegung in Palästina Von Walter Preuß, 1936. Fiba-Vertag, 1937, Es gibt keine Kolonisation alter und reichhaltigen Material letzter Prägung, in der der schöpferische Anteil der werktätigen Bevölkerung in so hervorragendem Maße am Aufbau eines Landes beteiligt war, wie wir es in Palästina sehen. Die Geschichte des Aufbaus ist somit in Vielem schlechthin die Geschichte dieses Bevölkerungselements in Palästina. Aber sie ist es nicht in allen Punkten, wenn es auch zugegebenermaßen stärksten Anteil am Aufbau des Landes hat. Preuß' Darstellung der Arbeiterbewegung ist klar und umfassend. Er gibt erst einen historischen Abriß der Entwicklung aus ihren ersten Anfängen bis zu ihrer heute etwa 90 000 Mitglieder umfassenden Organisation. Im zweiten Teil seiner Darstellung beschäftigt sich Preuß mit "den wirtschaftlichen Institutionen der Arbeiterschaft. Sehr interessant die aus der Not der landwirtschaftlichen Arbeiter z. iB. entstandene Selbsthilfe durch Gründung des Maschbir, die verschiedenartigen Versuche des Siedlungswerkes, die heute als Grundtypen bestehenden Formen mit ihren auch ideologisch verschieden gefärbten Gruppen, durch die sie repräsentiert werden. Der Kampf um die jüdische Arbeit, — Schaffung der Tnuvah und des Solei Boneh, der Gesellschaft Jachin, Gründung der Gesellschaft NIR, Schaffung des Krankenkassenwesens — alles wird genau geschildert, durch Zahlenmaterial, das die fortschreitende Bedeutung aufzeigt, veranschaulicht und beweist den lebenskräftigen Willen der Träger dieser Arbeit, auch aus Eigenem durch stärkste persönliche Opfer wirklich pionierhaft den Aufbau mitzugestalten. Der Wert dieses Buches liegt unverkennbar in seinem und in der Gründlichkeit, mit der auch die sozialen und kulturellen Probleme sowie die zionistisch-politische Zielsetzung dargestellt werden. Was an der guten Arbeit zu beanstanden wäre, ilt nicht so sehr der nicht ausgesprochene Dank, den auch die Arbeiterschaft der Jewish Agency und der am Aufbau mitschaffenden jüdischen Welt schuldet —- denn sie hat genug Opfersinn bewiesen —, als vielmehr die mir nicht genügend gewürdigte Tätigkeit der zionistischen Organisation sowie ihrer Fonds, ohne die die nationale landwirtschaftliche Kolonisation ebensowenig zu denken ist, wie ohne die Pioniere, die bereit waren, unter schwersten Bedingungen ihr Leben einzusetzen. Das Wort „Takziw" läßt sich nicht nur grammatikalisch bestimmen, sondern ist auch nicht denkbar zum Beispiel ohne die Arbeit des Keren Hajessod, und wenn heute ein großer Teil der Kwuzoth in d§r Lage ist, die nationale Anleihe zurückzuzahlen eine >ewiß lobenswerte Tatsache —. Wem zahlen sie sie zurück? D-em Keren Hajessod! Der Wert der Arbeit von Preuß ist von mir eindeutig gewürdigt worden. Möglich, daß das Thema vielleicht eine etwas einseitige Darstellung verlangt. Der zionistischen Organisation als dem führenden kolonisatorischen Faktor im Lande eine lobende Erwähnung zuteil werden zu lassen, gehört eigentlich zu den Minimalvoraus^ Setzungen, die wir an einen KJV.er zu stellen hätten. Daß Preuß nach dieser Richtung hin nicht übertreibt, zeigt, daß Geschichte selten objektiv, sondern immer unter dem jeweiligen subjektiven Aspekt des Schreibers dargestellt zu werden pflegt. Georg Hirsch. Dr. med. Franz Goldmann und Dr. med. Georg Wblflf: Tod und Todesursache unter den Berliner Juden Mit einem Vorwort von Prof. Dr. E. Seligmann (Reichsvertretung der Juden in Deutschland. Zentralwohlfahrtsstelle.. 1937). Auf die verdienstvolle Anregung von Prof, Seligmann ist mit Unter- 143

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