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Der jüdische Wille · 1937-06-01 · Heft 3-4 (Juni 1937) · page 60

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Journal
Der jüdische Wille
Volume
5 (1937)
Issue
Heft 3-4 (Juni 1937)
Date
1937-06-01
Page
– (sequence 60)
Language
German
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des Zionismus unter besonderer Berücksichtigung des osteuropäischen, vor allem des russischen Zionismus, vereinigt. Als Material seien beispielsweise genannt: die „Welt", „Raßwjet", das vom Prager Studentenverein Bar Kochba 1913 herausgegebene Sammelbuch „Vom Judentum", die „Selbstemanzipation" (Wien, Motzkin), „Zion" (vor Herzl), von Bbr. Prof. Heinrich Loewe redigiert. Eine Edition der für das geschichtliche Verständnis notwendigen Dokumente des osteuropäischen Zionismus würde gleichzeitig die Zusammenhänge zeigen, die, wenn auch nicht unmittelbar, so doch unleugbar zwischen der Haskalah und der Entwicklung der modernen Palästinaidee im osteuropäischen Judentum bestanden haben. Eine Sammlung dieses Inhalts würde fernerhin für den Historiker des Zionismus ein Anreiz sein, weitere Archivarbeit zu leisten. Wir erinnern hier nur an die bisher nicht verwerteten Protokolle des „russischjüdischen Vereins" in Berlin, der ähnlich wie der Prager Kreis und schon lange vor diesem, vor mehr als vierzig Jahren, die zu dieser Zeit aktivsten Zionisten — damals noch Studenten — zu seinen Mitgliedern zählte, und dessen Hauptfigur Leo Motzkin war. (Siehe hierzu die historische Skizze von Prof. Heinrich Loewe: in „Jüdische Rundschau" (1933), 92: Motzkins Berliner Zeit. — Ein Kapitel jüdischer Geschichte vor Herzl). Für die geistigen Kräfte der auch für unsere Tage vorbildlichen Auseinandersetzungen jener Zeit mögen Worte wie diese zeugen: „Für diese Generation ist das Judentum nichts Gewesenes und Abgeschlossenes und nichts in starre Formen Gebanntes; sondern das lebendige Volkstum in seiner ganzen Weite und Tiefe, in seiner Vielfältigkeit, in allen seinen Formen und Kundgebungen." (Programm der von Buber, Feiwel und Weizmann 1903 geplanten, von Buber 1916 erstmals herausgegebenen Zeitschrift „Der Jude".) Emanuel Weiner. Kurt Stiüsdiweig: Die Juden Osteuropas in den Minderfieitenverträgen 207 Seiten. Verlag Joseph Jastrow. Berlin 1936. Das Minderheitenrecht gehört zu den beliebten Schlagworten, von denen viele gern sprechen, wenige eine Ahnung haben und worunter sich je- ©" der womöglich etwas anderes denkt. Besonders wenn es sich darum handelt, den Begriff auf die eigene Lage anzuwenden, tritt die allgemeine Unklarheit deutlichem Erscheinung. Man hätte erwarten sollen, daß der Zionismus in der Erfassung der Idee des Minderheitenrechts, die ja nur eine letzte Folgerung aus der Erkenntnis vom Wesen der jüdischen Gemeinischaft als Volk darstellt, die Führung übernehmen würde. Tatsächlich blieb es Angelegenheit eines relativ nicht großen Kreises der Bewegung unter Führung von Leo Motzkin, der die Entstehung und Entwicklung des «modernen Minderheitenrechts entscheidend beeinflußt hat. Interessant erscheint die Reminiszenz, daß bei Schaffung der Weimarer Verfassung im Jahre 1919 die ZVfD. bemüht war, in dem Artikel 113 die Rechte nicht der fremdsprachlichen Volksteile, wie vorgesehen war, sondern der nationalen Minderheiten gewährleistet zu erhalten. Damals war Hantke Vorsitzender der ZVfD. Seine Bemühungen scheiterten namentlich an dem Widerstande des Reichsinnenministers, des kaum noch dem Judentum angehörenden Assimilanten Preuß. Trotz der Fülle des Minderheitenschrifttums fehlte es bisher an einem Buche, das den Juden in Deutschland in die Lage versetzt, zu dem Problem Stellung zu nehmen. Hierzu ist nun das Buch Stills c h w e i g s vorzüglich geeignet. Es 141

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