Der jüdische Wille
- Journal
- Der jüdische Wille
- Volume
- 5 (1937)
- Issue
- Heft 3-4 (Juni 1937)
- Date
- 1937-06-01
- Page
- – (sequence 54)
- Language
- German
- Belongs to
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Kahen", die aus der frühesten Zeit der lithurgischen Dichtungen stammt. Infolge der Verlegung des Instituts nach Jerusalem dauerte es drei Jahre, bis 1936 der zweite Band der rP"Qyn nwn ynh raon rmnT (Mitteilungen des Forschungsinstituts für Hebräische Dichtung), nun völlig in hebräischer Sprache, erscheinen konnte. Er ist David Jellin zum 70. Geburtstag gewidmet. Dieser Band enthält, um einiges aufzuzählen: Unveröffentlichte, historisch hochbedeutsame Gedichte und Briefe des Meir ha- Lewi Abu-l'Afija (H. B r o d y), die Makame „Disputationen vor dem König" von Jissachar Ssimcha (A. M. Habermann), den ersten Teil einer Abhandlung J. Schi r m anns über die hebräischen Dichter Spaniens zur Zeit Masche Ibn Esras und Jehuda ha-Lewis, und schließlich unter dem Titel „Jannaj-Studien" einen wissenschaftlichen Bericht über den sensationellen Fund der meisten verschollen geglaubten Dichtungen eines der ältesten hebräischen Dichter (M. Zulay). :: Im dritten Band endlich finden sich: Poesien des R. Ha ja Gaon und des Moscha ha-Kohen Ibn Gikatila (H. Brody), ein in Deutschland verfaßter „Sefer kerowa" und zwei „Streit"-Gedichte aus dem 15. Jahrhundert (A. M. Hab ermann), drei an historische Ereignisse anknüpfende Dichtungen des 11. Jahrhunderts (M. Zulay) und zwei Kapitel eines Makamenbuches des jemenitischen Dichters Sechanja Aldahri aus dem sechzehnten Jahrhundert (J. Schirmann). v So wird durch diese hochbedeutsamen „Mitteilungen" das Interesse für die poetische Kultur der mittelalterlichen Juden, die sich unter den verschiedenartigsten Verhältnissen durchsetzte, von neuem in einer Form wachgehalten, deren Aesthetik des Gegenstandes würdig ist. Mit einem Wort nur sei die große Ausgabe von Mosche Ibn Esra, Weltliche Gedichte ^PIH VTt£> erwähnt, die ebenfalls von Heinrich Brody besorgt wurde. Dadurch hat das bisher weniger bekannte weltliche Schaffen — wie alle hebräische Poesie des Mittelalters nicht auf den ersten Anhieb sprachlich restlos zu erfassen — eine sinngetreue Deutung erfahren. Mose ben Jakob Ibn Esra lebte um 1100, beherrschte in hervorragendem Maße die hebräische Sprache und Literatur, besaß eine umfassende arabische Bildung und kannte auch die lateinische Sprache. Wiewohl einige seiner nichtreligiösen Dichtungen bereits publiziert wurden, bedeutet die Ausgabe Schocken doch die erste vollständige Edition der weltlichen Gedichte, die sich im Versbau und im Stil streng an die Gesetze der arabischen Poesie halten; in dieser Beziehung hat Ibn Esra sämtliche anderen Vertreter der spanisch-jüdischen Dichterschule übertroffen. In diesem Zusammenhang sei auch auf die verdienstliche Ausgabe eines grundlegenden kabbalistischen Schriftwerks hingewiesen; die der verdienteste Kabbala-Forscher unserer Tage bearbeitet hat. „Das Buch Bahir", ein Schriftdenkmal aus der Frühzeit der Kabbala auf Grund der kritischen Neuausgabe übersetzt und erklärt von Gerhard Scholem (Schocken-Verlag, Berlin). Daß endlich eine korrekte Übersetzung des Bahir vorliegt, kann das Verständnis für die Frühzeit der Kabbala bedeutend fördern. Darin liegt das hauptsächlichste Verdienst dieser wissenschaftlichen Leistung. Ein Kapitel aus dem Hauptwerk der Kabbala, dem Sohar, hat Gerhard Scholem unter dem Titel „Die Geheimnisse der Schöpfung" als Band 40 der Bücherei des Schocken- Verlags bearbeitet. Zum erstenmal wird eine wirklich authentische, ungekürzte Übersetzung eines der wichtigsten Sohar-Abschnitte vorgelegt. Gerade aus der Schöpfungsgeschichte kann nuan das kabbalistische Denken und die Art der Exegese gut erkennen, zumal neben die Übersetzung eine ausführliche Darstellung von Gehalt und Wesen des Sohar tritt, wie auch eine Entstehungsgeschichte, deren Ergebnisse —- bekanntlich ist das 135