Der jüdische Wille
- Journal
- Der jüdische Wille
- Volume
- 5 (1937)
- Issue
- Heft 3-4 (Juni 1937)
- Date
- 1937-06-01
- Page
- – (sequence 53)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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weis -der ihm schwer zugänglichen hebräischen, in Palästina erscheinenden Zeitschriftenliteratur besonders dankbar gewesen, Es würde sich empfehlen, diesen Mangel in der zweiten Auflage des Buches, die wir ihm wünschen, zu beheben. Der Band ist mit feinsinnigen Worten von L. A. Mayer eingeleitet. Rahe! Wischnitzer-Bernstein. Beiträge zur jüdischen Wiss Im Nachstehenden soll auf einige Neuerscheinungen eingegangen werden, die wir zur Förderung der jüdischen Wissenschaft für besonders wesentlich erachten. Eingegangen ist vielleicht nicht der richtige Ausdruck, dean mehr als ein Hinweis kann es nicht sein. Gerade bei der Besprechung wissenschaftlicher Neuerscheinungen empfinden wir es oft schmerzlich, nur an der Oberfläche des „Anzeigens" bleiben zu müssen, denn die Mühe des Forschers verdient eine gründliche Prüfung der Arbeit. Diese können wir hier nicht vornehmen; Ziel einer Orientierung aber muß immer bleiben, einen mit der Wissenschaft als solcher so eng verbundenen Kreis wie das KJV. mit den Ergebnissen der jüdischen Forschung vertraut zu machen. Wir erinnern uns doch, welche Erwägungen Salman Schocken dazu bewogen, das „Forschungsinstitut für hebräische Dichtung" zu begründen, dessen Arbeitsgebiet aus Jahrtausenden bis in die Gegenwart führen soll und das der Gegenwart und der Zukunft der hebräischen Sprache dienen will. Am klarsten ist es, wenn wir den Leiter dieses Instituts, Dr. Heinrich B r o d y selbst über die Aufgaben dieser Forschungsstelle sprechen lassen: „Seit einer Reihe von Jahren macht sich in Forscherkreisen ebenso wie in Leserkreisen ein gesteigertes Interesse für die nachbiblische hebräische Dichtung bemerkbar. Man hat gelernt, den Gedichten unserer großen Meister Geschmack abzugewinnen, wenn sie auch in einer anderen Sprache sprechen, als die heute übliche, und andere Formen gebrauchen, als wir sie gewöhnt sind. Man hat aufgehört, sich über den Qalir-Stil und die in diesem Stile gehaltene Poesie mit einem überlegenen Lächeln hinwegzusetzen und ensdiaft angefangen, die alten Pajtanim aus ihrer Zeit zu verstehen und unter Berücksichtigung ihres Landes undihrer Lage zu beurteilen." Hier liegt die historische Blickrichtung des Unternehmens und gleichzeitig das Bestreben begründet, auch die moderne Ausdrucksform unserer Sprache (aber nicht „Neuhebräisch") in den Kreis des Interesses der Forscher sowohl als der Leser zu rücken, um dieser Forschungsarbeit eine doppelte Aktualität zu verschaffen, wiewohl eine na*- türlich genügt hätte, die wissenschaftliche, die immer gültige, weil von keinem Modeinteresse der Leser ab* hängig. Wie gesagt, den reichhaltigen Inhalt der Bände können wir nur andeutungsweise besprechen. Im ersteÄ Band, der 1933 erschien, behandelt Heinrich Brody die Gürtelgedichte des Todros Abu-rAfija, der in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts in Toledo lebte; er darf nicht mit dem bekannteren älteren Todros verwechselt werden. Anzuerkennen ist dabei das Bemühen des Herausgebers, einen möglichst fehlerfreien Text herzustellen. Jefim Schirmann — bekannt durch seine Anthologie hebräischer Dichtung in Italien — steuert „Zur Geschichte der hebräischen Poesie in Apulien und Sizilien" wertvolles Material bei. Süditalien darf, seitdem wir wissen, daß die apulischen Juden spätestens seit dem Anfang des 9. Jahrhunderts literarisch tätig gewesen sein müssen, als das erste jüdische Kulturzentrum, im Abendland gelten, da die ältesten erhaltenen Werke spanischer Juden nicht vor der Mitte des 10. Jahrhunderts angesetzt werden können. Mit viel philologischem und historischem Scharfsinn behandelt Menahem Z u 1 a y eine „Hanukka-Qeroba von Pinehas hak- 134