Der jüdische Wille
- Journal
- Der jüdische Wille
- Volume
- 5 (1937)
- Issue
- Heft 3-4 (Juni 1937)
- Date
- 1937-06-01
- Page
- – (sequence 52)
- Language
- German
- Belongs to
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mäler der Makkabäerzeit freut man sich, den Innenraum des sog. Richtergrabes zu sehen, der im Gegensatz zur Grabfassade weniger bekannt sein dürfte. Unter den Münzen bietet das Stück mit dem Tempel des Jupiter Capitolinus in Jerusalem ein gutes Beispiel für den sog. syrischen Giebel, —. einen Frontgiebel, dessen horizontales Gebälk durch einen Mittelbogen unterbrochen ist. Kohl und Watzinger haben diese Giebelform in der synago,galen Baukunst Galiläas nachgewiesen. Reifenberg zeigt unter anderem ein Beispiel aus der Synagoge in Chorazin. Es ist das nebenbei kein Fenster, wie es der Verfasser bezeichnet, sondern die Nachbildung eines Toraschränkc'hens vom Fries der Synagoge in Chorazin, was wohl auch die Kalkstein* r-eliefs der Sammlung Dormition sind. Man hätte gern etwas Näheres über die Ausmaße der letzteren gewußt. Ein vollkommen ungeeignetes Beispiel für den syrischen Giebel ist der Doppelschrein aus der Sammlung Dormition. Was Reifenberg hier als syrischen Giebel bezeichnet, ist ein gewöhnlicher Dreieckgiebel, mit Rundbogennische im Giebelfeld. Das horizontale Gebälk erscheint nirgends unterbrochen. Es zeigt sich eben, daß es in Palästina außer dem überhöhten syrischen Giebel auch Mischformen gegeben hat, die sich besonders in Schein architekturen von kleineren Dimensionen ausgebildet haben mochten. Der Verfasser beschäftigt sich etwas eingehender mit dem Problem der Orientierung der Synagogen, das, von Kohl und Watzinger angeschnitten, durch die Untersuchungen der jüdischen Archäologen hauptsächlich von Sukenik seiner Lösung ein gutes Stück näher gebracht worden ist. Wir erfahren, daß die in einer Synagoge im südjudäischen Eschtemoa vom Verfasser und von L. A. Mayer aufgefundene Nische für den Toraschrein nach Norden, d. h. zum Tempel in Jerusalem ausgerichtet war, dies also in Übereinstimmung mit den Synagogen im nördlichen Galiläa aus der byzantinischen Zeit, die mit ihrer Nischenfront auf das gleiche Blickziel, — hier nach Süden, — ausgerichtet waren. Wie sich diese Orientierung ausgebildet hat, ist vom Verfasser anschaulich geschildert. Man vermißt allerdings unter den Syynagogen der Antike, die in diesem Zusammenhang genannt werden, die Synagogenruine in Delos, deren Anlage kaum weniger interessant ist als die von Hamam-Lif. Auch hätte der dort aufgefundene Sitz des Archisynagogus verdient, erwähnt zu werden. Im Literaturnachweis beschränkt sich der Verfasser auf ganz wenige grundlegende Publikationen. Gewiß wird der Leser in diesen Werken die ihn interessierende Spezialliteratur finden können, jedoch wäre es nicht überflüssig gewesen, insbesondere in Fragen der Identifizierung der verschiedenen Kultgegenstände auf den Denkmälern, z. B. der Räucherschaufeln, Torarollen, Amphoren und dgl. die neueste, in Zeitschriften verstreute Literatur zu berücksichtigen. Ich nenne nur den wichtigen Aufsatz von M. Narkiss im Journal of the Palestin e Oriental Society, 1935, über die Räucherschaufel. Dem Problem der Orientierung der Synagogen gewinnt Helen Rosenau einige nicht uninteressante Gesichtspunkte ab in ihrem Aufsatz in der obengenannten Zeitschrift, Jahrg. 1936. Zur Deutung der zahlreichen Krüge auf den Goldgläsern, die gewöhnlich als Wein- und Ölbehälter aufgefaßt werden, möchte ich noch auf meinen Aufsatz „Die Messianische Hütte in der jüdischen Kunst" in der Monatsschrift f. d. Geschichte und Wissenschaft des Judentums, 1936, hinweisen. Die etwas einseitige, hauptsächlich mit Sukenik geführte Auseinandersetzung würde an Lebendigkeit und Interesse sicherlich gewinnen, wenn die vom Verfasser angeführten, gelegentlich abweichenden Ansichten näher begründet und wissenschaftlich belegt wären. Der außerhalb Palästinas lebende Leser, für den das Buch in erster Linie bestimmt ist, wäre für den Nach- 133