Der jüdische Wille
- Journal
- Der jüdische Wille
- Volume
- 5 (1937)
- Issue
- Heft 3-4 (Juni 1937)
- Date
- 1937-06-01
- Page
- – (sequence 47)
- Language
- German
- Belongs to
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zudringen. Es erscheint klar, daß dieses Problem einer emsthaften Auseinandersetzung bedarf, da eine Lösung in keiner Beziehung einfach erscheint. Inzwischen aber muß gefordert werden, daß jeder K.J.V.er ernsthaft, an der Vervollkommnung seiner hebräischen Kenntnisse arbeitet. Diese Forderung zu erfüllen, ist Vorbedingung für die Zugehörigkeit zu unserem Bunde. In Haifa hat man, ohne große Veranstaltungen, zunächst in kleinerer Gruppenarbeit die Bundesbrüder zu regelmäßiger Arbeit zusammengefaßt. Vielleicht hat dort dadurch der Gesamtzusammenhang gelitten. Man versuchte auf der anderen Seite auch eine gewisse Außenarbeit zu machen, indem man Kontakt mit englischen Kreisen suchte, um sie mit unseren Gedankengängen und mit dem Aufbauwerk vertraut zu machen. Der anfangs viel versprechende Versuch scheiterte dann an persönlichen Ungeschicklichkeiten, sollte aber wiederholt werden, da hier ein Gebiet zu bearbeiten ist, das von politischer Bedeutung werden kann. Auf einem Gebiet muß die Leitung leider ein völliges Fiasko konstatieren, das ist der Zusammenhang mit den auf dem Lande verstreut wohnenden Bundesbrüdern. Dies ist teils ein organisatorisches, teils aber auch ein inneres Problem des Kartells. Für die organisatorisch« Bearbeitung hatte das Präsidium auch schon die ersten Schritte unternommen, als der Ausbruch der Unruhen alles weitere unmöglich machte. Im kommenden Jahr wird es hoffentlich möglich sein, mehr zu erreichen. Wir dürfen aber nicht vor den inneren Schwierigkeiten die Augen verschließen. Es hat zweifellos eine immer stärkere Auseinanderentwicklung von Land und Stadt stattgefunden, ohne daß es möglich gewesen wäre, durch wenn auch vielleicht äußerliche Maßnahmen, dem etwas entgegenzuarbeiten. An sich ist dieser Vorgang nicht verwunderlich. Trotzdem sollte man von beiden Seiten dem mit-aller Macht entgegen arbeiten. Denn es wirkt sich zum Schaden beider Teile und besonders auch des Kartells als Gesamtheit aus. Dieses kann und wird nicht auf den von ihm stets als wesentlich empfundenen Teil seiner Bundesbrüder verzichten, auch wenn die Interessensphären keine größeren Berührungen zur Zeit haben. Der Begriff unseres nationalen Aufbaues zwingt hier zu einer gedanklichen Solidarität, die stärker sein muß, als mancher echt empfundene und mancher auch künstlich geschaffene oder gesteigerte Gegensatz. Diese Frage ist wichtig genug, um bald in einer besonderen Besprechung geklärt zu werden. Von größeren Tagungen mußte das Präsidium Abstand nehmen. Infolge der Ereignisse war es leider nicht möglich, den Plan durchzuführen, die wichtigsten Probleme des Aufbaues und des Zionismus in Sondertagungen in den verschiedenen Orten zu behandeln. Als einzige dieser Art konnte in Tel Aviv die Tagung, die sich mit der Frage der organisierten jüdischen Arbeit befaßte, stattfinden. Dann hat das Präsidium noch eine erweiterte Präsidiumssitzung einberufen, bei der Vertreter der verschiedenen Gruppen und auch aus den Tel Aviv benachbarten Moschawoth teilnahmen. Um einen besseren Kontakt zwischen Präsidium und dem Kartell herzustellen, schlägt das Präsidium im neuen Statut die Schaffung einer teils vom Kartelltag gewählten, teils von den Gruppen bestimmten Moazah vor, die mindestens einmal im Vierteljahr zusammentritt. Lediglich zu Beginn seiner Tätigkeit konnte das Präsidium direkt mit den Gruppen in Fühlung kommen, dadurch daß. Präsidialmitglieder an Veranstaltungen der Gruppen teilnahmen. Auch in der letzten Zeit war dies wieder der Fall, Bei beruflichen Reisen einzelner Präsidialmitglieder war es aber fast regelmäßig möglich, mit den leitenden Bundesbrüdern sich über die Arbeit auszusprechen. Größere Reisen verbot auch die finanzielle Lage des Präsidiums. Es ist leider zu betonen, daß die Beitragszahlung unserer Bundesbrüder eine sehr schlechte und un- 128