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Der jüdische Wille · 1937-06-01 · Heft 3-4 (Juni 1937) · page 43

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Journal
Der jüdische Wille
Volume
5 (1937)
Issue
Heft 3-4 (Juni 1937)
Date
1937-06-01
Page
– (sequence 43)
Language
German
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Menschen und verleiht seiner Weltschau die eigentliche Realität, eben das Wissen um das Göttliche DU. Über das Wesen des großen Kibbuz, der Form der Gern eins chafts- Siedlung im Kibbuz Hameuchad, wird hier in der Gälut viel gestritten. Zu dem nachstehenden Absatz aus den „Reschimot" glaube ich erklären zu können, daß eine derartige Behandlung gesellschaftlicher und pädagogischer Fragen für das restlose psychologische Ignorantentum oder aber für die durchgeführte Kasernierung des geistigen Lebens, die nach einer großen Anzahl von Berichten im Kibbuz Hameuchad herrschen sollen, Bände spricht. Die Fragen des kulturellen Lebens im Kibbuz Meuchad sind schon Gegenstand (zahlreicher Broschüren gewesen, in denen oft genug eine gewisse geistige Öde im Kibbuz zugegeben wurde. Hier, bei J,; S. wird es ganz klar, das der einzelne Chawer in den Augen der Tarbuthleitungen nur Verwaltungsgegenstand ist, daß an Stelle persönlichen Konnexes zum Zwecke menschlicher Einflußnahme die geistige Massenabfütterung tritt. Wichtig ist nur die Beteiligung des einzelnen Chawers an der .Assefah Klalith'. Die Massenaustritte, die gerade dieser Kibbuz immer wieder erlebt, verwundern also gar nicht. Wie unglücklich sich der Einzelne fühlen muß, der Objekt dieser pädagogischen Experimente ist, kann jeder in den Gedichten Rachels lesen. Ihr Leid ist das allgemeine Leid des Einsamen im großen Kibbuz, dem ein Heringsleben nie Befriedigung bieten kann. Wen wundert da noch die Passivität der Ghawerim? ,,Im Mittelpunkt des Interesses und der Besprechungen standen dieses Jahr — im Gesamtkibbuz in umfassender Form, in den Siedlungseinheiten weitgehend bestimmt und durchsetzt von lokalen Fragen — die Fragen der Organisation. Hier muß man — wenn man so den Begriff „Organisatorische Fragen" von der Bewegung in Chuz-Laarez her gewöhnt ist, entscheidend umlernen. Wenn auch heute die Verachtung, die Unterschätzung der organisatorischen Fragen, die einmal bei uns gang und gäbe war, verschwunden ist, so stellen doch diese Fragen in der Bewegung irgendwie etwas außerhalb der eigentlichen Erziehungsarbeit liegendes, ein besonderes „Organisationsressort", etwa die Schaffung der Vorbedingungen für die eigentliche Erziehungsarbeit, dar. Hier aber wird unter dieser G^samtüberschrift „Organisatorische Fragen" gerade alles zusammengefaßt, was wir als gesellschaftliche, als erzieherische Problematik zu bezeichnen gewöhnt sind. Und das nicht nur, um der Aussprache über diese zentralen Fragenkomplexe, die sich leicht und gern ins Unendliche und Unfruchtbare verliert, einen festen Rahmen zu geben, sondern wirklich aus der zunächst befremdlichen und ungewohnten Erkenntnis, daß alle diese Fragen tatsächlich sehr weitgehend organisatorischen Charakter tragen, d." h. wenn auch nicht vollständig, so doch zu großen Teilen durch organisatorische Maßnahmen gelöst oder ihrer Lösung entgegengeführt werden können. Um das voll und ganz zu verstehen, muß man eben im Kibbuz leben. Ich spüre, während ich dies schreibe, daß irgendwie in dieser Darstellung der Dinge nach Chuz-Laarez ein Ton mitschwingt, der nicht hineingehört, ein Ton der Bewertung des Organisatorischen eben gegenüber dem Gesellschaftlich-Erzieherischen. . . . Und gerade das ist es eben, was als Gegenüberstellung hier verschwindet. Die „Organisatorischen Fragen" in unseren Besprechungen sind eben die gesellschaftlichen, die erzieherischen Fragen. Das ist eben die Verquickung der Dinge in den gesellschaftlichen Verhältnissen des großen Kibbuz. Im Mittelpunkt dieser Auseinandersetzungen und Besprechungen stehen eigentlich die zwei Hauptfragen des gesellschaftlichen Lebens im Kibbuz: das Schicksal 4er Assefah Klalith, der Ssichath Hakibbuz — und die Aktivierung des Einzelnen. Und beide Fragen sind unlöslich miteinander verknüpft. Das Schicksal der Assefah macht allen (?) Ghawerim des Kibbuz Sorge: Es ist allgemeine 124

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