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Der jüdische Wille · 1937-06-01 · Heft 3-4 (Juni 1937) · page 41

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Journal
Der jüdische Wille
Volume
5 (1937)
Issue
Heft 3-4 (Juni 1937)
Date
1937-06-01
Page
– (sequence 41)
Language
German
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Auch für diese jüdische Jugend, die sich heute so energsich von dem „Lehrer, der zur Tat aufforderte und in Heppenheim blieb, die fremde Sprache bereichernd", mit Undank lossagt, führte der Weg zum Judentum über die Begegnung mit dem Gedankengut Martin Bubers. So vermochten sie aus dem festen Willen, das Galutschicksal nicht zu akzeptieren, „in einer Zeit, in der Menschen aus dem Lande zurückkehrten, zum Teil Chawerim unserer Bewegung, welche die Unmöglichkeit der Verwurzelung des deutschen Oleh im Lande erklärten und begründeten", „in einer Zeit, in der das offizielle zionistische Organ in Deutschland angesichts der Krise und Arbeitslosigkeit die Organisation der Auswanderung aus Erez Israel vorschlug", den Weg ins Land und zur jüdischen Arbeit zu gehen. Für den Weg dieser Gruppe in Erez Israel war dann später Mosche Bejlinsson, dem ein warmherziger Nachruf gewidmet ist, von großer Bedeutung. „Es ist gewiß kein Zweifel, wenn Cherut im Lande mit diesem Manne mehr zusammentraf, als mit anderen führenden Chawerim der Histadrut." „Es gab einen Zeitabschnitt, in dem die Chawerim des Kibbuz Cherut im Zimmer von Mosche Bejlinsson in Tel-Awiw zusammenkamen, wenn sie die Stadt aufsuchten." Dann war da Seew Orbach, jener allzufrüh verschiedene Jungführer, dessen reine Gewissenhaftigkeit und Lauterkeit des Gedankens wir heute in allen Lagern missen. „Bei all seiner Beziehung zu der deutschen Literatur und bei all seinem Verständnis für die verwickelten Wege des deutschen Spät-Humanismus ging Seew mit gesundem Sinn aus dem Irrgarten hervor. Nicht gering sind die Gefahren, die im Banne dieses Humanismus einem jungen Menschen drohen. Die ganze Tradition der europäischen Kultur mit ihrer Erfahrung, ihren Widersprüchen und ihren Enttäuschungen blickt daraus hervor: Das Wissen um die Liebe, die auf der Spitze des Berges umkehrt, nachläßt und zum Beginn des Todes wird, die Betrachtungen über die Verfolgungen der Gerechtigkeit, die Prüfung der wissenschaftlichen Definitionen, die aus lauter Genauigkeit den Zweifel an der Bedeutung von Genauigkeit und Definition erwecken, die Treue zur Wahrheit, die ihre Grenzen kennt, — nein — die Grenze zwischen sich und der Lüge." Eines verstand er immer in seinen Kämpfen zu bewahren: das richtige Maß, das Gefühl für Mäßigung, der Wille, jeden Menschen als Menschen zu ehren> das Bestreben, das Menschliche, das Positive auch in seinem Gegner zu finden, verließ ihn niemals. Weil er die bauende Kraft einer gegenseitigen Hochachtung und Wertschätzung spürte, weil er mit wahrhaftem Hinhorchen seinem Diskussionsgegner zuhörte, war um ihn eine für seine jungen Jahre ungewöhnliche Atmosphäre der Achtung und Beachtung." Es sind nicht viele dieser Gruppe, die außer Orbach den Weg zu jener lebendigen Tradition gingen, die sich uns in unserem jüdischen Schrifttum kündet. Es ist das Erlebnis eines Einzelnen, Späteren, das Jaakow Simon in seinen „Reschimot" beschreibt: „Immer tiefer dringt man mit der Zeit in die Sprache ein. Es ist ein herrliches Gefühl; es gibt keinen Abschluß, es gibt kein endgültiges .Können'." „Man beginnt einen Blick zu werfen, in das Weltbild der Sprache, in ihre Verbundenheit mit diesem Land, mit dem Leben eines Bauern- und Hirtenvolkes.....Man beginnt neue Zusammenhänge zu sehen, logische, sprachliche, kulturelle. ... Man beginnt den ungeheuren Reichtum dieser Sprache — weit über die tägliche Umgangssprache hinaus — zu trinken, den Reichtum an Formen und an Ausdrucksmöglichkeiten, an Bildern und an Vergleichen. Und man trinkt ihre Schönheit in sich. ..." So kommt er zum T'nach. „Und man liest alles, was man schon kennt, mit neuen Augen und mit frischem Empfinden. Da ist der T'nach. Nicht 122

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