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Der jüdische Wille · 1937-06-01 · Heft 3-4 (Juni 1937) · page 39

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Journal
Der jüdische Wille
Volume
5 (1937)
Issue
Heft 3-4 (Juni 1937)
Date
1937-06-01
Page
– (sequence 39)
Language
German
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Angleichung und Weltbildung: ein Chaos, ein formloses Nichts, ein Gewühl von Interessen und Neigungen, eine unverbundene und darum mit nichts wahrhaft verbundene Welt. Nicht einmal, was man ihr als das Kriterium zugesteht: der Religion, ist diese Welt noch wahrhaft verbunden. Sie kann es nicht sein, weil ihr der zeugende Raum: -die Gemeinschaft, zerbrochen ist. . , . , , Es geht um weit mehr als nur den Willen, Geborstenes zu fügen und .gesprengte Form um ihrer selbst willen zu erhalten. Mag brechen, was in sich nicht mehr das Gesetz der Gestalt lebendig erhalten konnte.... Aber von der Welt ringsum und ihrem Irrkreis der Interessen den Blick zurück auf das Judentum richten, muß brennendes Heimweh auslösen nach der alten Idee, daß vor Jahrtausenden e i n Volk, eine Gemeinschaft mit der Verpflichtung vorbildhaften Seins und vorbildhaften Wandelns belastet und gesegnet wurde. Ewige Wahrheiten sind eine übermenschliche Bürde, und für Zeiten werfen Geschlechter, deren Schultern schwach geworden sind, sie wieder ab, um unter dem Lastlosen besser atmen zu können. Aber wo eine ganze Welt lastlos und unverpflichtend lebt, immer tiefer aufgerissen in Zwecke und Interessen, immer auswegloser dem Bösen verstrickt, das sie nicht will und doch tut, da gibt es kein Recht mehr, sich der Verpflichtung vorbildhafter Gemeinschaft zu entziehen. Nie bedurfte die Welt ihrer mehr als heute." Der Ausgangspunkt aller unserer Erkenntnisse ist hiernach ein irrationaler* Und wir können zu keinem rechten Verhältnis zu irgendwelchen Dingen auch des Diesseits gelangen, solange wir diesen Ausgangspunkt nicht klargestellt haben. Es gilt daher, die irrationalen Elemente, die in unserem ureigenen Wesen enthalten sind, aus ihren Verstecken aufzustöbern, sie von aller Unsauberkeit zu reinigen und in ihrer vollen Pracht wieder auferstehen zu lassen. Das ist keine Vernebelung, kann vielmehr nur mit den Mitteln der schärfsten Logik geschehen. Wir bedürfen ihrer vor allem zur Erziehung unserer Kinder, die ohne ein irrationales Grundelement nicht leben können. Das ist also auch nichts, was dem kindlichen Gemüt fernliegt, sondern ist ganz im Gegenteil für das Kind das dringendste und einfachste Bedürfnis vor der Welt. Ordnen wir also diese Elemente und machen wir sie von allem Anfang an dem kindlichen Gemüte begreiflich!! — Dann wird die Essenz des jüdischen Geschichtsunterrichts ohne jeden Zwang, ohne jede Anstrengung metaphysisch sein. Und es werden Zusammenhänge metaphysischer Art für unser jüdisches Volk offenbar werden, von denen wir aufgeklärten Kinder des ersten Viertels Ides 20. Jahrhunderts uns noch nichts haben träumen lassen. Die Frage ist nur allzu berechtigt, die Bbr. Weiner aufwirft: „Wie wird unsere Antwort auf diese Dinge (nämlich die geistigen!) lauten, wenn einmal eine Million ins Judenland zurückgekehrt sein werden, und das in einer nicht allzufernen, berechenbaren und abschätzbaren Zukunft? —" Der Kampf um den jungen Juden Von Bbr. Kurt Mayer. Kritische Betrachtungen zu „Cherut", Sammelschrift des Habonim (Hechaluzv erlag). „Das weiß ich, erst wenn dem Chaluz seine Entscheidung aus der Urentscheidung Israels quillt als deren heutige Wirklichkeit, wird die IJro- 120

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