Der jüdische Wille
- Journal
- Der jüdische Wille
- Volume
- 5 (1937)
- Issue
- Heft 3-4 (Juni 1937)
- Date
- 1937-06-01
- Page
- – (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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ihre Tätigkeit bietet, dann ist damit ein verheißungsvoller Anfang für einen Aufbau einer eigenen Organisation in der Golah und in Palästina gemacht, ein Anfang, der vielleicht auch imstande ist, die unheilvolle Zerklüftung innerhalb des allgemein-zionistischen Lagers zu überwinden. Divide et impera? Von Bbr, Hubert Pollack Die Königliche Kommission hat Palästina verlassen und bereitet in London ihren Bericht an die Regierung vor. Über den mutmaßlichen Inhalt dieses Berichts sind verschiedene Nachrichten in der englischen Presse erschienen, die in der jüdischen und arabischen öffentlichen Meinung lebhaftes Echo gefunden haben. Was die Kommission wirklich berichten und was sie vorschlagen wird, weiß niemand mit Bestimmtheit zu sagen. Aber die Pressenachrichten, welche von einem Vorschlag der Teilung oder der Kantonalisierung sprechen, sind zu eindeutig formuliert, als daß sie so ganz abwegig s.ein könnten. Auch läßt die personelle Zusammensetzung der Kommission, deren Mitglieder durchweg erfahrene und bewährte britische Kölonialpolitiker sind, es als durchaus wahrscheinlich erscheinen, daß eine Lösung des Palästinaproblems nach dem Grundsatz „Divide et impera" angestrebt wird. Wir dürfen bei der Stellungnahme zu dem Kommissionsbericht niemals vergessen, daß es sich für die Königliche Kommission nicht darum handelt, ihren Beitrag zur Lösung der Judenfrage zu liefern, sondern daß ihre Aufgabe — richtig, nämlich britisch verstanden — darin besteht, Vorschläge zu machen, wie man ein lästiges Problem der britischen Orientpolitik, das Palästina-Problem, auf die für das Empire günstigste Art löst. Und es ist ganz klar, daß das Empire eine Lösung wünschen muß, durch welche die fortgesetzten Störungen der öffentlichen Sicherheit und Ordnung mit einem möglichst geringen Aufwand an menschlichen und. materiellen Kräften so beseitigt werden, daß die britische Herrschaft in Palästina und die Kontrolle des Weges nach Indien zu Lande, zu Wasser und in der Luft dabei weitestgehend gesichert sind. Vorschläge zur Lösung dieses- Problems zu machen: das und nichts anderes ist die Aufgabe der Kommission. Jahrhunderte alte Kolonialpraxis lehrt die Briten, daß man das oben umschriebene Ziel am zuverlässigsten erreicht, indem man die beiden streitenden Völker voneinander isoliert und jedem von ihnen so viel politische Selbständigkeit gibt, daß zwar seine primitivsten nationalen Geltungstriebe befriedigt werden, daß es aber des britischen Vormunds und Schiedsrichters iiicht entraten kann. Haargenau diese Lösung würde die Kommission vorschlagen, wenn sie anregen sollte, Palästina in drei Teile zu zerlegen, deren einer das jüdische Dominion, deren zweiter die britische Hoheitszone und deren dritter ein Stück des Königreiches Transjordanien ist. Nicht ganz so zweckmäßig vom Standpunkt des Empires, aber mit geltendem Völkerrecht — dem Palästina-Mandat — leichter vereinbar wäre der Vorschlag, das Mandatsgebiet in zwei Kantone, einen jüdischen und einen arabischen, aufzuteilen. In der jüdischen wie in der arabischen Presse haben beide Vorschläge radikale Ablehnung erJahren. Dabei sind aber erfreulicherweise verantwortliche 'zionistische Politiker zum ersten Male seit Erteilung des Mandats ein- $8