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Der jüdische Wille · 1937-06-01 · Heft 3-4 (Juni 1937) · page 16

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Journal
Der jüdische Wille
Volume
5 (1937)
Issue
Heft 3-4 (Juni 1937)
Date
1937-06-01
Page
– (sequence 16)
Language
German
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m einen Z i o n i s t e n in der Golah sind die Träger der allgemeinen zionistischen Arbeit, durch die es ihnen praktisch unmöglich gemacht wird, eine allgemein-zionistische Organisation zu schaffen, die schon von der Golaih als Kraft nach Erez Israel wirkt und ihre Menschen in ihren Vorstellungen erzieht. Die englischsprechenden Gruppen der allgemeinen Zionisten sind in erster Linie parlamentarisch orientiert. Sie lehnen es ab, als eine ideologische Gruppe angesprochen zu werden, die auf Grund ihres Programme« erzieherisch auf ihre Menschen einwirkt. Sie wollen in erster Linie einer bestimmten Richtung der zionistischen Außenpolitik Unterstützung verleihen und im übrigem durch Arbeit für die nationalen Fonds die Kolonisationstätigkeit in Palästina vorwärts treiben. Jahrelang haben insbesondere die Menschen, die heute in der Gruppe A der allgemeinen Zionisten vereinigt sind, es als ihre Aufgabe beträchtet, Stütze und Hilfe für ihre Koalitionspartner zu sein. In Wirklichkeit sind sie dadurch in Abhängigkeit von diesen Partnern geraten und hatten nicht die Möglichkeit, sich sowohl in der zionistischen Exekutive als auch in der Wirklichkeit Palästinas durchzusetzen. Bbr. Hans Kaufmann hat im „Jüdischen Willen", (Heft 8/9, IV Jahrgang) die Problematik des allgemeinen Zionismus erschöpfend dargestellt. Wenn wir heute zum Kongreß gehen, so haben wir immer noch nicht den Eindruck, als ob der allgemeine Zionismus erfaßt hätte, worum es geht. Der allgemeine Zionismus wird seine Vorstellung von dem Vorrang der nationalen Interessen gegenüber dem Einzelinteresse, von der nationalen Einheit und der Lösung aller Arbeitskonflikte durch nationale Schiedsgerichtsbarkeit nur erreichen, wenn er über seine parlamentarischen Funktionen hinaus mitten in die jüdische und zionistische Wirklichkeit eingreift, eine Chaluz- und Jugend-Organisation schafft und auch in Palästina daran geht, ein eigenes Werk systematisch aufzubauen. Ob es mit der jetzigen Führerschaft des allgemeinen Zionismus gleich welcher Richtung möglich ist, ist zweifelhaft. Der Begriff und das Wort „Allgemeiner Zionismus" ist durch die jahrelange Untätigkeit ihrer Repräsentanten diskreditiert worden. Die Idee dieses Zionismus aber, die das 'ganze-Volk erneuern u nd d u r c h Vereinigung aller seiner Kräfte den jüdischen Staat bauen w i 11, 1 e b t. Überall in der zionistischen Welt gibt es vereinzelte Gruppen zionistischer Jugend, wie Makkabi Hazair, Akiba, Noar Zioni. Auch in Palästina sind die Gruppen bereits seit langem vertreten. Ihre Existenz ist aber wirkungslos, weil sie es bisher noch nicht verstanden haben, die Linie des gemeinsamen Interesses zu finden, die trotz weitgehendster Unterschiede eine gemeinsame Arbeit möglich macht. Hier liegt aber; die große Chance. Schon auf diesem Kongreß müssen sich alle diese. Gruppen zusammenfinden, um gemeinsam zu überlegen, ob die Möglichkeit für eine gemeinsame Arbeit vorbanden ist. Programme gibt es. Wichtig wird nur sein, ob gerade diese Kräfte der jüngeren Generation bereit sind, sich aus ihren bisherigen Zusammenhängen zu lösen, und gewillt sind, einen neuen gemeinsamen Weg zu gehen. Wir erwarten von diesem Kongreß eine wirkungsvollere Vertretung der allgemein-zionistischen Interessen. Aber wir sind uns auch gleichzeitig darüber klar, daß das Maß an Einfluß, das dem allgemeinen Zionismus in einer großen zionistischen Koalition gewährt wird, nicht dafür ausschlaggebend ist, ob es den Kräften, die unter dem nicht immer zutreffenden Namen des Allgemeinen Zionismus zusammengefaßt werden, gelingt, in Erez Jisrael ein eigenes Werk zu schaffen und jüdisches Leben nach eigenen Vorstellungen zu gestalten. Das hängt von den Menschen ab, die Erez Jisrael aufbauen, in erster Linie von der chaluzischen Jugend aller dieser Gruppierungen. Wenn sie von diesem Kongreß mit einem gemeinsamen Aktionsprogramm weggehen werden, das die Grundlage für 97

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