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Der jüdische Wille · 1937-06-01 · Heft 3-4 (Juni 1937) · page 13

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Journal
Der jüdische Wille
Volume
5 (1937)
Issue
Heft 3-4 (Juni 1937)
Date
1937-06-01
Page
– (sequence 13)
Language
German
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gültigen Frieden bietet, aber den Willen der zionistischen Bewegung erschüttert, sich für die unbedingte Fortsetzung unseres Aufbauwerkes einzusetzen, Ussischkin hat auf einer Journalisten-Zusammenkunft in Tel- Aviv am 4. 4. 1937 eine Warnung an jene Kreise ausgesprochen, die jetzt schon bereit sind, allen Vorschlägen zuzustimmen, wenn damit nur der Friede in diesem Augenblick erreicht wird. Sein Wort „Wehe dem Volke, das offen auf seine Ideale verzichtet zugunsten einer ruhigen Stunde", müßte man allen zionistischen Politikern vom Schlage Z i o n i ins Stammbuch schreiben. Vielleicht wird schon dem XX. Zionistenkongreß die Aufgabe zufallen, zu all diesen Problemen endgültig Stellung zu nehmen. Jetzt, wo nur Vermutungen vorhanden sind und Gerüchte Anlaß, zu Auseinandersetzungen geben, kann verantwortungsvollerweiser nichts getan werden, als die Grundhaltung der gesamten (zionistischen Bewegung zu den Problemen der zukünftigen Gestaltung Palästinas festzulegen. Die Frage der zionistischen Außenpolitik wird für die nächsten Wochen und Monate mit Recht die zionistischen Gemüter beherrschen. Es darf darüber aber nicht vergessen werden, daß dem XX. Zionistenkongreß auch die Aufgabe zufällt, Rechenschaft über die verflossenen zwei Jahre zu geben. Es wird zu prüfen sein, ob die Erwartungen, mit denen man in die neue Arbeitsperiode eingetreten ist, erfüllt worden sind. Das äußere Bild wirkt überzeugend. Die Einnahmen der nationalen Fonds sind gestiegen. Die zionistische Executive hat in den gefahrvollen Zeiten der Unruhen mit außergewöhnlichem Geschick die zionistischen Interessen vertreten. Der Hafen von Tel-Aviv und die Eroberung des Gebietes von Beth Schean sind Symbole, für den Fortschritt der zionistischen Kolonisation. Chaim Weizmann hat vor der Kgl. Kommission mit großer Würde und Entschiedenheit die Sache des Zionismus vertreten und damit sich wiederum als der wahre Führer des jüdischen Volkes erwiesen. Der innere Zustand der Zionistischen Organisation hat sich dagegen fast überhaupt nicht gegenüber dem Stand des Jahres 1935 geändert. Eine wirklich lebensvolle zionistische Organisation besteht hur in wenigen Ländern. Das Organisations-Departement der zionistischen Organisation, das aus offensichtlich falsch verstandenen nationalen Erwägungen nach Jerusalem verlegt worden ist und sich damit jeder Möglichkeit der Einwirkung auf die Arbeit in der Golah entäußert hat, hat auch nicht den leisesten Versuch gemacht, die izerrüttete zionistische Organisation in den Ländern der jüdischen Massensiedlungen des Ostens wieder aufzubauen. Das dürfte kein Zufall sein, denn die zionistische Exekutive ist zwar eine Koalitions-Exekutive, aber mit dem absoluten Übergewicht einer Gruppe, die sich um den führenden Kreis der allgemeinen jüdischen Gewerkschaft konzentriert. Ihr Interesse an einer lebendigen zionistischen Organisation ist vielleicht deshalb relativ gering, weil sie ihre eigene Organisation zu betreuen hat und weil sich bei klaren organisatiorischen Verhältnissen herausstellen würde, daß ihr zahlenmäßiges Übergewicht, das sie noch in Wahlkämpfen nach dem Schekelprinzip erringen kann, nicht vorhanden ist. Bei einer auf Mitgliedschaft aufgebauten zionistischen Organisation wird sich herausstellen, daß die großen Massen des jüdischen Volkes im Osten andere Wege zu gehen beabichtigen, als der führende Kreis der Histadruth Haklaiith (Allgemeine jüdische Arbeiter- Gewerkschaft). Das Problem der Regelung der Arbeitsbeziehungen in Palästina ist keinen Schritt vorwärtsgekommen. Es wird auch nicht geregelt, solange die allgemeine jüdische Arbeiter-Organisation mit allen ihr zur Verfügung siebenden Mitteln das Monopol auf Arbeit für ihre Mitglieder durch- 94

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