Der jüdische Wille
- Journal
- Der jüdische Wille
- Volume
- 5 (1937)
- Issue
- Heft 1-2 (Januar 1937)
- Date
- 1937-01-01
- Page
- – (sequence 74)
- Language
- German
- Belongs to
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entgegenstellen? England wird unsere Forderungen und die der Araber unter dem Gesichtspunkt seiner allgemeinen Politik im nahen Osten behandeln« Wir müssen deshalb das Interesse Englands durch wirtschaftliche Bindungen im Osten zu erwecken suchen. Lamentieren nützt uns nichts- Nur wenn für England ökonomische oder politische Vorteile herausspringen, werden wir Erfolg haben. Verträge können verschiedenartig ausgelegt werden. Nur die konkreten Tatsachen können England beeinflussen. Wir müssen uns darüber klar sein, daß der nationale Wille der Araber erwacht ist, und daß keine Gewalt gegen diesen Willen zur nationalen Freiheit ankämpfen kann. Dieser Tatsache müssen wir uns beugen, und unsere Politik muß sich hiermit abfinden. Müssen wir deshalb angesichts dieser Erkenntnis verzweifeln? Gibt es keine Verwirklichung unserer Pläne entsprechend den zu Anfang aufgestellten Thesen? Unsere wirtschaftliche und politische Stellung im Lande erlaubt uns zu antworten: der Jischuw wird keinen Zoll zurückweichen. In eiserner Disziplin hat er dies bewiesen. Und gegen diesen Willen wird keine andere Macht ankämpfen können. Die Frage muß also anders lauten: müssen wir immer mit der Waffe in der Hand mit den Arabern kämpfen? Soll es keinen Frieden mit ihnen geben? Wir sind kein militärischer Faktor, ganz abgesehen davon, daß wir Juden nicht auf den Trümmern der Araber unser nationales Heim bauen wollen. Deshalb volle Anerkenntnis der nationalen Bewegung, Unterstützung der englischen Regierung bei der Budgetierung von Schulen und Krankenhäusern von Arabern, systematische Annäherung an all die arabischen Kreise, die uns heute noch offen sind. Eine Beschwichtigung der Araber bezüglich ihrer Angst vor der Herrschaft der Juden über sie kann nur durch Aufnahme der Verhandlung mit den benachbarten Staaten bewirkt werden, die ihrerseits gegen die Schmälerung der Rechte der Araber, auch' wenn sie eine Minderheit sind, als Garanten fungieren sollen. Erziehung der jüdischen Jugend zum Verständnis des Nachbarn. Zusammenarbeit auf allen Gebieten der Wirtschaft usw. Alle Anstrengungen münden in das eine Ziel: Einwanderung! Gegen diesen Punkt wäre sogar die Einstellung des Kaufs von Böden für einige Zeit in Kauf zu nehmen, denn vorerst sichern uns die Böden, die in unserem Besitz sind, genügend Arbeit für das nächste Jahr, und es wäre sogar anzunehmen, daß mit einer Kaufsperre ein Fallen der Preise verbunden ist. (Und der jüdische Unverstand treibt indessen die Preise für die jüdischen Böden in die Höhe?) * Ich nehme an, daß man in den nächsten Jedioth bei aller Respektierung der nationalen arabischen Bewegung, sich mit dem Artikel von Bergmann und dem von ihm unter anderem dargestellten „Opfermut" der Araber und seinen Zielen auseinandersetzt. Es erscheint uns zeitlich überholt, eine ausführliche Darlegung des Rechenschaftsberichtes des vor Paul Hirsch amtierenden Präsiden zu geben. Der im letzten Heft erschienene Bericht behandelt den Sinn und Zweck des KJV in Palästina und die politische Linie, die der dortige Präside, nachdem er von der Mehrheit des Kartells gewählt worden war, einzuschlagen beabsichtige. Die Frage der Politisierung des Kartells in Palästina ist uns noch in Erinnerung. Die Schaffung eines einheitlichen Blockes scheiterte seiner Meinung nach an der Energielosigkeit und Inaktivität der einzelnen. Das KJV 74