Der jüdische Wille
- Journal
- Der jüdische Wille
- Volume
- 5 (1937)
- Issue
- Heft 1-2 (Januar 1937)
- Date
- 1937-01-01
- Page
- – (sequence 71)
- Language
- German
- Belongs to
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Foerder findet es nicht der heutigen politischen Lage entsprechend, daß wir immer wieder die Schwierigkeiten unserer eigenen Situation analysieren, er hält es für notwendig, daß in der heutigen Situation, in der in Palästina schwerwiegende politische Entschlüsse gefaßt werden, wir uns mit der Politik zu beschäftigen hätten. Man muß heute die Zeit und die Gelegenheit haben, sich eine zionistische politische Meinung zu bilden. Obwohl er weiß, daß es im Kartell nie eine leidenschaftliche Stellungnahme in politischen Fragen gab, fordert er heute von uns den Mut, uns mit diesen Fragen auseinander zu setzen. Nach seine Ansicht stand nämlich immer im Mittelpunkt des KJV, die jüdischpolitische Entscheidung. Paul Hirsch führt die politische Untätigkeit der aus Deutschland gekommenen Alijah darauf zurück, daß die materielle Existenz derselben und auch eines großen Teiles der KJV. längst nicht gesichert sei. Nicht die politische Anschauung sei entscheidend, sondern der Mensch bzw. die Menschen, die dahinter stünden. Diese Alijah sei kein Machtfaktor. Wir seien aber zum großen Teil selbst daran schuld, weil wir nicht in diejenigen Positionen gegangen seien, in denen sich bei uns der politische Kampf abspiele. Ferner bemängelt Paul Hirsch den fehlenden Kontakt mit den Bundesbrüdern auf dem Lande. Für ihn sei es viel wichtiger, daß der Geist gerade dieser Bundesbrüder auf uns einwirke, als der der Studenten in Beiruth. Zur Struktur der palästinensischen Jugend bemerkt er, daß diese im Grunde genommen nur den Sektor Palästina sehe und sehr wenig von zionistischer Erkenntnis besitze. Gerade die Rede von Professor Weizmann vor der Kgl. Kommission habe gezeigt, daß die Judenfrage hinter Palästina stehe. Von dieser Rede könne die palästinensische Jugend lernen. Er begrüßte die Einrichtung der Seminare und hofft, daß wir auf diesem Wege zu positiven Ergebnissen kommen. * Jedioth des KJV. Erez Israel (z. Heft) Diese Ausgabe hat folgenden Inhalt: 1. Den auch durch uns veröffentlichten Nachruf auf den in der Nähe von Kfar Saba am 21. 8. 1936 erschossenen Bbr. Reuben Strauß von Bbr. Kurt Burg, Kfar Saba. 2. Unsere Einstellung gegenüber der Royal Commission, von Felix Rosenblüth. 3. Politische Kräfte in Erez Israel, von Elieser Bergmann, Rechoboth. 4. Rechenschaftsbericht des Präsidiums zur letzten KJV-Tagung von Krojanker, Rosenblüths Artikel, der schon vor einigen Monaten geschrieben wurde, befaßt sich mit den verschiedenen im Jischuw und auch in unseren Reihen herrschenden Ansichten, welcher Art unser Verhalten der Commission gegenüber sein soll. Er macht darauf aufmerksam, daß sich Art, Umfang und Kompetenzen dieser Commission wesentlich von denen der Shaw-Kommission unterscheiden. Geht es doch um nichts mehr und nichts weniger als um die Auslegung des Mandats auf der ,.doppelten" Verpflichtung der Mandatsregierung. Es müßte uns heute leichter fallen alsi 1929, der Regierung den Beweis unserer Leistung im Lande und seiner Aufnahmefähigkeit zu erbringen. Dabei dürfe eine umfassende Darstellung des Zionismus, der Judennot, so wie es auch Weizmann in seiner wundervollen Aussage getan hat, nicht fehlen. Von besonderem Gewicht wird die Frage der Alijah und des Bodenverkaufs sein. 71