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Der jüdische Wille · 1937-01-01 · Heft 1-2 (Januar 1937) · page 69

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Journal
Der jüdische Wille
Volume
5 (1937)
Issue
Heft 1-2 (Januar 1937)
Date
1937-01-01
Page
– (sequence 69)
Language
German
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Kurt Stein beantragt, in den Waad des Snif Tel-Aviv folgende Bundesbrüder zu wählen: Reinhold Cohn (Vorsitzender), Laß, Louis Levy, Margulies, Rosenblum, Sandler. — Der Antrag wird angenommen. Nachdem Heinrich Levinsohn darum gebeten hatte, daß diejenigen Bundesbrüder, die in privaten Kreisen heftige Kritik an der Arbeit des KJV. üben, sich melden sollen, ergreift Isserlin das Wort. In längeren Ausführungen befaßt er sich mit der Arbeit des KJV, in den letzten drei Jahren. Als einer von denen, die jetzt ein Jahr hier sind, glaubt er das Recht und auch die Möglichkeit zu haben, an den Vorgängen im Kartell Kritik zu üben, auch an denen, die sich vor seiner Alijah abgespielt haben. Er sieht einen grundlegenden Fehler im Verhalten des KJV. hier im Lande, aus dem alles weitere resultiert. In Deutschland hatte das KJV, zwei große Aufgaben, die Erziehungsaufgabe und die Aufgabe, die Kampftruppe des Zionismus in der ablehnenden jüdischen Umwelt zu sein. Diese beiden Aufgaben wurden leider abgeändert hierher übertragen. Die Kampffront wandte sich nach innen; man glaubte, eine innerzionistische Kampftruppe bilden zu müssen, und das führte dann zum Austritt von etwa 100, z. T. sehr wertvollen Bundesbrüdern. Dieses Verhalten habe das damals noch in Deutschland befindliche Kartell nicht verstanden, und der damalige Kartelltag der KJVer in Deutschland habe unter dem Präsiden Salli Hirsch eindeutig das Verhalten des Landesverbandes Erez-Israel in dieser Frage mißbilligt. Das Zweite; Nachdem es keine Jugend mehr zu erziehen gab, glaube man, daß man die Erziehungsaufgabe an Männern von 40 und 50 Jahren fortsetzen könne. Das aber sei nicht möglich. Und das „Zwangsjackensystem", das man jetzt durch Statuierung von Beschlüssen der verschiedensten Art anwenden wolle, sei unerträglich. Mit starken Worten wandte sich Isserlin in dieser Beziehung auch gegen den Beschluß des letzten Kartelltages, der eine schematische Hebraisierung aller Kundgebungen des Kartells vorschreibt. Eine Beeinflussung von älteren Menschen sei nur auf moralischem Wege, durch Belehrung und Beispiel, möglich. So sei die Arbeit des Chug Ivri, der durch seine guten hebräischen Vorträge und Diskussionen die Bundesbrüder zu seiner eigenen hebräischen Arbeit heranziehe oder durch sein gutes Beispiel den anderen ein Vorbild gebe, sehr zu begrüßen und den Leitern dieses Kreises sehr zu danken. Was aber sei es für eine Farce, die Mitteilungsblätter des KJV, ausschließlich in Hebräisch erscheinen zu lassen! Diese seien dazu da, den Bundesbrüdern etwas mitzuteilen und nicht hebräischen Sprachunterricht zu erteilen. Tatsache aber sei es, daß die Bundesbrüder diese Mitteilungen nicht lesen. Dadurch sei aber der Zweck der Mitteilungen nicht erreicht. Man habe in einem Aktivkreis der Älteren eine Probe angestellt, und diese habe ergeben, daß von 18 Bundesbrüdern nur 2 das Heft gelesen hatten. Das Hauptaktivum des KJV. hier in Erez Israel sei, daß es da sei, daß ein Kreis von gleichgesinnten durch die gleiche zionistische Schulung gegangenen und gefühlsmäßig stark miteinander verbundenen Menschen vorhanden sei. Ein solcher Kreis werde auch hier seine Aufgabe finden, aber man solle nichts forcieren, wir seien noch auf der Suche, und man solle das Kartell „sich erst etwas setzen lassen". Für die Weitere Arbeit schlägt Isserlin außer der Intensivierung und Erweiterung des Chug Ivri vor, die Bundesbrüder über die aktuellen Ereignisse durch die Einrichtung eines ständigen, mindestens einmal im Monat stattfindenden Informationsabend auf dem Laufenden zu halten. Außerdem sei die Bildung von kleinen Kreisen erwünscht, wie sie z. T. schon bestehen. Engel stellt den Antrag, Aktivverbindungen zu schaffen, deren Aufgabe es sei, den uns fehlenden Nachwuchs heranzubilden. Wir sollten uns an die 69

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