Der jüdische Wille
- Journal
- Der jüdische Wille
- Volume
- 5 (1937)
- Issue
- Heft 1-2 (Januar 1937)
- Date
- 1937-01-01
- Page
- – (sequence 56)
- Language
- German
- Belongs to
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die Nationalisierung des Bodens („der Boden Lehen Gottes an das Volk", „es können nur Ernten aber nicht der Boden selbst verkauft werden") verbannt, das Geld durch das Zinsverbot vom Fluch des Leihkapitals befreit, das Recht der Armen, der Witwen, Waisen und vor allem des Fremden mit eherner Wucht als völlig adaequat dem Recht des Besitzenden und Eingesessenen statuiert und überall Prinzipien aufgestellt, von denen auch die hochentwickelte Wirtschaft nur abzuleiten brauchte, um der sozialen Frage jede Schärfe zu nehmen. Denn die. Wirtschaftsordnung der Thora, die kein Tieferblickender mit der Bezeichnung „Utopie" wird abtun können, kennt keinen Klassenkampf, keine Ausbeuter und Ausgebeuteten, sondern nur Gerechtigkeit und weise Einordnung des Einzelnen in die Gesamtheit. Dr. Peters hat nicht nur fast alle wichtigen sozialen Prinzipien der Lehre in der übersichtlichsten Form zusammengestellt, sondern auch mit seltener Objektivität und Ehrfurcht vor den hier aufgezeigten Ewigkeitswerten gezeigt, daß sie aus der Geschichte der Menschheit nicht wegzudenken sind. Als Materialsammlung und als ein Werk, das uns — die wir allzu oft gewohnt waren, aus fremden Brunnen zu trinken und nach fremden Schätzen zu graben, — zeigt, was wir besitzen und was darauf wartet, durch uns nach Maßgabe unseres Könnens in die Wirklichkeit überführt zu werden, verdient die Schrift, der eine auch für den interessierten jüdischen Leser sehr wertvolle Zusammenstellung des Fundortes jeder einzelnen angezogenen sozial-rechtlichen, resp. sozial-ethischen Bestimmung des Schrifttums angegliedert ist und die für jeden erschwinglich ist, die weiteste Förderung auch in jüdischen Kreisen. Hans Goslar. Fritz Wittelshöfer, Ministerialrat i.R.: Sozial^ u. Wirtsdiaftsredit Ausgewählt und bearbeitet für die Bedürfnisse der Juden in Deutschland. Unter Mitwirkung von Kurt Friedländer, Dr. Georg Lubinski, Gerhard Wallbach, 1936. Herausgegeben von der Zentralwohlfahrtsstelle und der Abteilung Wirtschaftshilfe bei der Reichsvertretung der Juden in Deutschland, Berlin-Charlottenburg 2, Kantstr. 158. Preis: 3,80 RM. Der erste Teil bringt die Darstellung, der zweite die Gesetzestexte. Beide Teile sind in sieben Untergruppen gegliedert: Staatsangehörigkeitsrecht und Rassengesetzgebung, Wohlfahrts- und Jugendrecht, Sozialversicherungs-, Arbeits-, Wirtschafts-, Ausländer- und Auswanderungsrecht. Das Buch ist ein brauchbares Handwerkszeug für alle, die beruflich, ehrenamtlich oder auch in eigener Sache mit dem weiten Gebiete alltäglicher sozial- und wirtschaftsrechtlicher Fragen, soweit sie die Juden in Deutschland betreffen, befaßt sind. Bewußt ausgeschaltet sind das Recht besonderer Berufsgruppen (Anwälte, Ärzte, kulturschaffende Berufe, ehemalige Beamte) sowie Spezialbestimmungen, die nur für eine geringe Zahl von Juden (Warenhaus-, Einheitspreisgeschäfte usw.) von Bedeutung sind. Die Form der Blattsammlung gibt die Möglichkeit, das Werk durch Ergänzungsblätter (Preis pro Blatt etwa 7 Pf.) auf dem Laufenden zu halten. Conrad Kaiser. Jeruschalajim, den . . . Briefe junger Menschen schildern Erez-Israel. Gesammelt und herausgegeben von Rudolf Melitz, (Atid-Verlag, Berlin 1936). Briefe und Tagebuchaufzeichnungen, in der vergangenen und vorvergangenen Generation eine gebräuchliche literarische Ausdrucksform, sind in unserer 56