Der jüdische Wille
- Journal
- Der jüdische Wille
- Volume
- 5 (1937)
- Issue
- Heft 1-2 (Januar 1937)
- Date
- 1937-01-01
- Page
- – (sequence 27)
- Language
- German
- Belongs to
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Wiederherstellung Ruhe, Pflege, zusätzliche Ernährung, Kräftigungsmittel usw. benötigen. Wir denken hier in erster Linie an solche Menschen, die durch akute fieberhafte Erkrankungen, Operationen, Überanstrengung in der Arbeit geschwächt und auch nach Abklingen der eigentlichen Krankheit noch zur Schonung gezwungen sind. Wir hoffen, daß trotz der angespannten Finanzlage der jüdischen Institutionen Mittel für diesen überaus dringlichen Zweck zu beschaffen sein werden. Selbstverständlich muß sich jeder Chaluz vor der endgültigen Entscheidung über seine Alijahfähigkeit noch einmal einer eingehenden vertrauensärztlichen Untersuchung unterziehen. Leider ist das Ergebnis dieser Untersuchung nicht immer so günstig wie wir es wünschen. Ein gewisser Prozentsatz der Untersuchten — etwa 5 Prozent im Durchschnitt — muß von der Alijah ausgeschlossen werden. Wir stehen auf dem Standpunkt, daß wir mit der Bestätigung solcher gesundheitlich nicht einwandfreien Menschen weder ihnen selbst noch dem Lande, dem sie ihre Arbeitskraft widmen sollen, einen Dienst erweisen würden. Der Leiter des Gesundheitsdepartements der Jewish Agency in Palästina, Dr. Davidsohn, hat anläßlich einer Versammlung der Vertrauensärzte der Palästina-Ämter, die im April 1936 in Tel-Aviv stattfand, erschütternde Beispiele angeführt von Fällen, die man aus Rachmanuth, aber entgegen den bestehenden Alijahbestimmungen zur Einwanderung zugelassen hatte, und die dann sich selbst und dem Lande eine Last waren. So schwer es uns auch wird, eine Ablehnung auszusprechen, so ist es doch die Pflicht des Arztes, das Seine dazu beizutragen, daß der Aufbau Erez Israels nicht durch ungeeignete Elemente gehemmt wird. Bei der geringen Zahl der bewilligten Arbeiterzertifikate und der großen Zahl der Zertifikatbewerber muß unseres Erachtens die Beurteilung der Alijahfähigkeit nach strengsten Mäßstäben erfolgen gemäß dem Grundsatz: „Die Besten sind für Erez Israel gerade gut genug!" Sport der Nation Von Dr. Martha Wertheimer - Berlin. Wenn ein Volk in der tiefsten Erniedrigung und im Bewußtsein seiner eigenen Zerrissenheit, in der Zerstreuung unter den Völkern und im inneren Widerstreit seiner Menschen untereinander und mit sich selbst den Weg sucht, der es wieder zu Einheit und volklicher Kraft führt, geht es überall in der Geschichte der Völker den gleichen Weg. Die Männer, die dann an seine Spitze treten, um ihm das Ziel und den Weg dorthin zu weisen, beginnen fast nie mit der geistigen Erziehung, mit der reinen Predigt, mit dem „nichts als Theorie', sondern sie fassen die Menschen ihres Volkes von außen her an. Sie geben ihnen eine neue Arbeit, sie zwingen sie zum körperlichen Einsatz, bevor es Zeit für den geistigen wird. Man braucht sich, um Beispiele hierfür zu finden, nicht einmal an die immer wieder erwähnten der Deutschen Turnerschaft und der Sokols zu halten, aus denen zwar deutlich genug hervorgeht, wie die nationale Renaissance eines Volkes immer gut verankert ist in einer Bewegung für Leibesübungen und körperliche Ertüchtigung. Man könnte getrost im jüdischen Falle — und in diesen Blättern kann es sich nur um den jüdischen Fall handeln — darauf verweisen, daß schon die erste Volkwerdung Israels eine körperliche Auslese 27