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Der jüdische Wille · 1937-01-01 · Heft 1-2 (Januar 1937) · page 25

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Journal
Der jüdische Wille
Volume
5 (1937)
Issue
Heft 1-2 (Januar 1937)
Date
1937-01-01
Page
– (sequence 25)
Language
German
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spielen als in den Ländern ihrer Herkunft, ihrer Körperpflege noch größere Aufmerksamkeit widmen müssen als früher, und so werden sie auch das Gebot des Händewaschens vor jeder Mahlzeit in seiner ursprünglichen Bedeutung, wenn auch im allgemeinen ohne Segensspruch, wieder zu erfüllen lernen. Das Palästina-Amt hat schon vor Jahren unter meinen Vorgängern im Amte des Hauptvertrauensarztes, den Bundesbrüdern C z a p s k i und Neu* mann (jetzt in Jerusalem), kurzgefaßte Anweisungen, sogenannte Gesundheitsregeln, für das zur Vermeidung von Infektionen notwendige Verhalten in Palästina herausgegeben, die jedem Auswanderer unentgeltlich ausgehändigt werden, Im letzten Jahre ist im Verlage und auf Veranlassung des Palästina- Amtes Berlin eine Gesundheitsbroschüre ,,Briuth" erschienen, die in erschöpfender, für Ärzte und Laien gleich instruktiver Weise Auskunft gibt über die gesundheitlichen Gefahren, die dem Neueingewanderten in Palästina drohen, und über die Möglichkeiten ihrer Verhütung und Bekämpfung (Verfasser der Broschüre ist Dr. Noack, der ärztliche Referent des Waad Leumi in Jerusalem) — Es würde von großer Bedeutung für eine günstige Entwicklung der Gesundheitslage der jüdischen Bevölkerung in Palästina sein, wenn die Mahnungen, die in den Gesundheitsregeln und in der genannten Broschüre erteilt werden, mehr Beachtung fänden. Die alte Erfahrung, daß Gefahr abstumpft, gilt auch für Palästina. Die Sorglosigkeit, mit der man die Warnungen in den Wind schlägt, hat leider schon manches Opfer gefordert. Es ist die Pflicht der verantwortlichen ärztlichen Stellen in Palästina und in der Diaspora, immer wieder zu belehren, zu mahnen und zu warnen, um den Verlust an Menschenleben auf ein Minimum zu verringern. Die Tätigkeit der ärztlichen Abteilung des Palästina-Amtes Berlin, die von den Bundesbrüdern Czapski und Neumann auf- und ausgebaut wurde, erstreckt sich in erster Linie auf die Prüfung der Gesundheitsverhältnisse derjenigen jungen Leute, die zur Hachscharah bzw. Alijah vorgeschlagen werden. Zwischen den chalu2ischen Verbänden und der Exekutive der Jewish Agency ist ein Übereinkommen getroffen worden, wonach niemand zur Hach^ scharah zugelassen werden darf, der nicht durch einen Vertrauensarzt des Palästina-Amts untersucht und durch den Hauptvertrauensarzt des Palästina- Amts bestätigt ist. Leider ist in den ersten Jahren manches versäumt worden, es sind Menschen zur Hachscharah gegangen, die gesundheitlich ungeeignet waren, und die nach beendigter Hachscharah nicht zur Alijah bestätigt werden konnten. Bei allem Verständnis für die Tragik, die in einer solchen Ablehnung für die davon Betroffenen liegt, müssen wir doch dafür Sorge tragen, daß kranke Menschen von Erez Israel ferngehalten werden. Die Belastung der jüdisch-palästinensischen Institutionen durch Chaluzim, die dem schweren Lebenskampf in Palästina körperlich oder psychisch nicht gewachsen sind, ist schon so groß, daß sie das Maß ihrer Kräfte oft übersteigt. Die Auslese muß schon vor der Hachscharah einsetzen, und wir bemühen uns, zu erreichen, daß nur solche Menschen zur Hachscharah zugelassen werden, deren Gesundheitszustand und Körperkonstitution eine , erfolgreiche Durchführung der Hachscharah erwarten lassen. Wir müssen uns aber darüber klar sein, daß besonders die Beurteilung der Eignung der in der Pubertät befindlichen Jugendlichen (zwischen 14 und 17 Jahren) wegen der nicht vorhersehbaren, häufig vorkommenden Entwicklungsstörungen und Hemmungen mit außerordentlichen Schwierigkeiten verbunden ist. Das Prinzip der strengen Prüfung vor Beginn der Hachscharah ist schon während der Amtszeit des Bundesbruders Neumann, der mit Erfolg und Liebe seines Amtes gewaltet hat, aufgestellt worden, aber es dauert ja geraume Zeit, bis solche einschneidenden Bestimmungen restlos durchgeführt werden können. Hier und da 25

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