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Der jüdische Wille · 1937-01-01 · Heft 1-2 (Januar 1937) · page 24

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Journal
Der jüdische Wille
Volume
5 (1937)
Issue
Heft 1-2 (Januar 1937)
Date
1937-01-01
Page
– (sequence 24)
Language
German
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Uber die ärztliche Arbeit im Palästina* Amt Berlin Von Bbr. Semi Spiro, Der gesetzestreue Jude dankt in seinem täglichen Morgengebete dem Schöpfer für die Erhaltung seiner Gesundheit und bittet ihn, allen kranken Angehörigen seines Volkes Hilfe und Heilung zu bringen. — Die Einsicht von der Wichtigkeit eines gesunden Körpers und einer gesunden Seele für die Erhaltung der Art war bei dem jüdischen Volke schon in frühester Zeit zu finden und das „Mens sana in corpore sano" war — wenn auch weniger schlagwortartig — dem Juden von altersher Richtlinie für die Gestaltung seines Lebens und für die Erfüllung einer bewundernswerten Hygiene des Körpers und der 53 31-2. Es liegt etwas Großartiges in dem Segensspruch: „Baruch atah adonaj, ascher kid'schanu b'mizwotaw w'ziwano al n'tilath jadajim." Gesegnet seiest du, Gott, der.....uns das Gebot des Händewaschens gegeben hat/' Leider ist im Laufe der Jahrtausende durch die Zerstreuung Israels unter die Völker der Erde, durch die kleinen Nöte des Alltags und durch die großen Nöte des jüdischen Schicksals für sehr viele Juden der Urquell, aus dem unsere Väter ihre Kraft schöpften, verschüttet worden, und gar in den Zeiten der Assimilation wurden die uns durch die Bibel überkommenen Bestimmungen über die Reinhaltung des Körpers, über das sexual-hygienische Verhalten von Mann und Frau in der Ehe, über die Speisegesetze usf. mit einem mitleidigen Lächeln abgetan, sofern man überhaupt noch wußte, welch einen kostbaren Schatz in den Vorschriften über die Gesunderhaltung von Körper und Seele die heiligen Bücher bargen. Aber auch in manchen orthodoxen Kreisen sind viele der Gebote, die ursprünglich dazu bestimmt waren, die Menschen in der Bewahrung und Förderung ihrer Gesundheit zu unterstützen, mehr zum Symbol geworden. Gewiß, der Segensspruch über das Waschen der Hände wird auch heute noch vor jeder Mahlzeit gesprochen, aber das Gebot selbst wird vielfach in einer Weise ausgeführt, die man kaum noch als „Waschen", höchstens als „benetzen" bezeichnen kann. Und so ist es auch mit vielen anderen Geboten aus dem Gebiet der Körperhygiene. Allerdings werden bei den wahrhaft Frommen noch heute die sexual-hygienischen Vorschriften, die das Zusammenleben von Mann und Frau in der Ehe regeln, peinlich genau beachtet. Diese Vorschriften zeugen nicht nur für die innere und äußere Sauberkeit der Gesetzesschöpfer, sondern auch für den tiefen Respekt, den man der jüdischen Frau entgegengebracht hat. Viele der Gebote über die Hygiene des Einzelnen wie der Gesamtheit waren bedingt durch die besonderen klimatischen Verhältnisse des Orients und die damit verbundenen Gefahren für die Gesundheit der Menschen, und es ist ja bekannt, daß auch in anderen orientalischen Religionen die Gesetze über die Reinigung und Reinhaltung des Körpers einen breiten Raum einnehmen. In diesem Zusammenhang sei erwähnt, daß bei den in größter wirtschaftlicher Not lebenden jemenitischen Juden allgemein eine Sauberkeit des Körpers und der Wohnungen herrscht, die man, ohne zu übertreiben, mustergültig nennen kann. Die aus Westeuropa nach Palästina zugewanderten Juden sind zwar an einen hohen Grad von Körperkultur gewöhnt, aber sie werden in Palästina, dessen Klima so viele Gefahren für die Einwanderer mit sich bringt, und wo die übertragbaren Krankheiten eine wesentlich größere Rolle 24

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