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Der jüdische Wille · 1937-01-01 · Heft 1-2 (Januar 1937) · page 23

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Journal
Der jüdische Wille
Volume
5 (1937)
Issue
Heft 1-2 (Januar 1937)
Date
1937-01-01
Page
– (sequence 23)
Language
German
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wortungsgefühl, Wissenfreude und mit Ehrfurcht vor wirklicher Leistung heranzuziehen, und zwar, wie ich betonen will, Söhne und Töchter des Landes, auf welchem Platze sie auch immer stehen mögen, der wird mit tiefer Besorgnis auf die im Lande so stark vernachlässigte und zuweilen zu Unrecht gehemmte Bildungsarbeit am Laien blicken. Die Arbeit, an deren Notwendigkeit wir hier erinnern, hat sich oft von Gedanken leiten lassen, die jeder von uns ablehnen wird. Volksbildung hat weder einem sozialen Sonderzweck noch flachem Fortschrittsglauben zu dienen. Der Zusammenhang der Probleme erhellt, wenn wir beispielsweise an die bedeutende Funktion einer solchen Volksschule in Erez Israel denken. Je besser unsere Volksschulen, besonders auf dem Land, sein werden, um so schneller werden gewisse pathologische Erscheinungen verschwinden, um so fruchtbarer wird der Kreis der zu wissenschaftlicher Arbeit wirklich Berufenen und um so zweckvoller wird die Auslese der Menschen sein, auf deren Schultern später einmal die Aufgabe der politischen Führung einer Nation ruhen soll. Diese Worte wurden zur Begründung einer Buchanzeige vorausgeschickt. Buchkritik ist ein schwieriges und verantwortliches Geschäft, zumal in einer Zeit, deren Ehrfurcht vor der Leistung des Gedankens nicht in die Augen springt, in der aber auch unsere Menschen oft wirklich andere Sorgen haben als Bücher zu lesen. Dennoch wollen wir hier auf die in mehr als zwanzigjähriger Arbeit aufgebaute Buchreihe der „Home University Library of Modern Knowledge" aufmerksam machen, deren sorgfältige Themenwahl und klare und allgemeinverständliche Darstellungsweise des Interesses unserer Lesergemeinde besonders in Erez Israel sicher sein wird. Diese Bibliothek, die seit 1911 (im Verlag Butterworth) in London erscheint und sich von Jahr zu Jahr in bedächtigem Tempo erweitert, steht unter der Herausgeberschaft von drei sehr angesehenen Universitätsprofessoren (unter ihnen Prof. Gilbert Murray, Oxford) und umfaßt jetzt etwa einhundertachtzig Bände. Die behandelten Gebiete sind: Kunst, Wirtschaft, Geschichte, Geographie, Staat und Gesellschaft, Religion, Philosophie und exakte Wissenschaften. Vorbilder in deutscher Sprache, etwa Quelle und Meyers „Wissenschaft und Leben" mögen meinen Hinweis unterstützen. Eine genauere Begründung, warum die englische Reihe mir in wesentlichen Punkten besser erscheint, ist recht schwer zu geben. Ihr Wert liegt, so scheint mir, in einer gesunden Gedrängtheit, in dem Bestreben, weniger Stoff zu geben als die Urteilsfähigkeit zu bilden, und in der Tatsache, daß jeder Band nur aus ider Feder einer anerkannten Autorität stammt. Es sei erwähnt, daß drei bekannte jüdische Namen vertreten sind: Prof. Ginsberg (Soziologie), Prof. Laski (Politische Ideengeschichte) und Sir Herbert Samuel (Ethik). Wäre es nicht ein glückliches und für unsere Bildungsarbeit nahezu grundlegendes Beginnen, wenn wir mit planender Hand und historischem Sinn ein ähnliches Werk unternähmen, ein Werk, dessen Anordnung im Dienste kommender Generationen steht? Wäre es nicht eine besondere Aufgabe unserer Wissenschaftler und Praktiker in und außerhalb von Palästina, neben notwendiger Einzelforschung eine Gemeinschaftsarbeit zu leisten, deren Ertrag ihnen später von einer aufnahmefähigen und empfangsbereiten Gemeinschaft um ein Vielfaches mehr vergütet wird? — Und würde dieses Werk sich nicht aus Geist und Quelle ureigenster und bester jüdischer Überlieferung speisen, die lehrt, daß alle zu lernen haben? — Lassen wir das Reden über Kulturpolitik und tun wir bescheidene, sich nur allmählich zu einem Ganzen formende Einzelarbeit, aber ein weises Werk: nnn ntsn uya "iök 23

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