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Der jüdische Wille · 1937-01-01 · Heft 1-2 (Januar 1937) · page 7

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der jüdische Wille
Volume
5 (1937)
Issue
Heft 1-2 (Januar 1937)
Date
1937-01-01
Page
– (sequence 7)
Language
German
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irgendeiner Form immer noch Götzen an. Die Schöpfung könnte also ihres Sinnes verlustig gehen. Damit dies nicht geschieht, werden alle Völker wieder auferstehen, um den rechten Weg zu sehen und die Sünden zu vernichten. Aus der Mitte dieser Völker werden sich dann wieder Gerechte, Propheten und weise Männer erheben. Aber auch die Schlechten werden auferstehen und in Gegenwart aller Menschen ihre Strafe erhalten, um so die Gerechtigkeit Gottes auf Erden zu dokumentieren. Von diesem Moment an werden alle schlechten Eigenschaften aus der Welt verschwinden. Als Apotheose dieses ungeheuren Auferstehungsprozesses gilt die Schaffung einer sozialen Gerechtigkeit in der gesamten Menschheit, ohne Unterschied des Ranges und der Klasse. Das ist der Anfang des messianischen Zeitalters. Dieses Beispiel genügt, um seinen Standpunkt erfassen zu können, Es ist eine antirationalistische, dogmatische .Rechtgläubigkeit mit mystischer Färbung. Er glaubt an eine Thora, die — im buchstäblichen Sinne des Wortes — vom Himmel kommt. Aber er glaubt auch an die Wunder, die je geschehen sind. Deshalb seine scharfe Polemik gegen Gersonides und Maimonides, die in der Auffassung über Wunder, Vorsehung und Prophetie einen anderen Standpunkt einnahmen. Daher seine Gegnerschaft zu Crescas und Albo wegen der sogenannten dreizehn Grundsätze der jüdischen Tradition. Grundlegend und bestimmend für sein ganzes Denken ist seine Auffassung vom messianischen Zeitalter, und deshalb befassen sich auch seine bedeutendsten Werke fast ausschließlich mit dieser Frage. Von dieser Perspektive her ist er am besten zu erfassen. VI. Abrabanel gehört zu den unbekanntesten großen Juden unserer Geschichte. Es ist selten über ihn geschrieben, wenig über ihn gesagt worden. Dort, wo es geschah — z. B. in wenigen Sätzen bei Grätz — ist er mißverstanden und falsch gesehen worden. Unsere Zeit, die den Versuch macht, den Gesamtablauf der jüdischen Geschichte von einer nationalen Perspektive her neu zu beleuchten, muß dieses neue Licht auch auf das Profil dieses unbekannten Großen fallen lassen. In seiner Politik, in seiner Wissenschaft, in seinem Leben und in seiner Epoche spiegelt sich so manches symbolische, jüdische Geschichtsgesetz. Fünfhundert Jahre sind es her . . ., wenn ein Volk den Bogen seines Gedächtnisses so weit spannen kann, um einen Mann für die neue Generation wieder zu gewinnen und ihn ihrer Welt einzuverleiben, so steht es unter dem Zeichen der Ewigkeit . . . Isaak Abravanels Werk Eine Zusammenstellung von Rabbiner Dr. J. Freimann - Berlin. Don Isaak ben Jehudah Abravanel, geb. 1437 in Lissabon, gest. 1508 in Venedig. Über Abravanels Familie und Lebensgeschichte, Exegese und Religionsphilosophie berichten eingehend Kayserling, Geschichte der Juden in Portugal, S. 72 ff., Graetz und Dubnow, Jewish Encyklopädia, Ozar Yisrael, Jüdisches Lexikon und Encyclopädia Judaica s. v., insbesondere Jacob Guttmann, „die Religionsphilosophischen Lehren des Isaak Abravanel", Breslau 1916, und der Aufsatz im „Magazin für die Wissenschaft des Judentums" (herausgegeben von Berliner und Hoffmann), Jahrgang 1891 ff. Hier sollen lediglich Abravanels Werke alphabetisch verzeichnet werden. 7

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