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Der jüdische Wille · 1936-10-01 · Heft 8-9 (Oktober 1936) · page 60

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Journal
Der jüdische Wille
Volume
4 (1936)
Issue
Heft 8-9 (Oktober 1936)
Date
1936-10-01
Page
– (sequence 60)
Language
German
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gesprochen wurde, noch keineswegs den Eindruck der tatsächlichen Ver'* wurzelung des Hebräischen bei den Bundesbrüdern wiedergebe. Er spricht von den ersten tastenden Versuchen, von den Gruppen, die gegründet wurden und die das Hebräischsprechen im Kartell durchzuführen suchen. Er betont die Notwendigkeit, daß das Kartell, das aus gemeinsamer Erziehung heraus und seiner einheitlichen Geisteshaltung einen bestimmten Typ von Menschen hervorgebracht habe und jetzt bald 1000 Bundesbrüder in Palästina umfasse, die Pflicht habe, in dieser Frage an vorderster Front zu stehen. Jacobsohn, der unter anderem auf die Schwierigkeit der Kindererziehung und auf das nicht allenthalben geeignete Lehrermaterial eingeht, fordert vom palästinensischen Kartell intensivstes Arbeiten an sich selbst und stärkste Konzentrierung auf die kulturellen Fragen. Sein Referat mündet in eine Anzahl von Anträgen, die der Weida zur Annahme vorgelegt wurden und die am deutlichsten die von ihm gewünschte Tendenz zum Ausdruck bringt3 „Das KJV betrachtet als eine seiner vornehmsten Aufgaben die aktive traditionsgewordene und stetige Beteiligung aller seiner Bundesbrüder an jedweder hebräischer Kulturarbeit: 1) Durch Erziehung der Einwanderer aus Deutschland uns mitzuerziehen und dadurch bei ihnen und bei uns den Geist der Renaissance zu erwecken. 2) Den Boden für eine geistige Verschmelzung des palästinensischen Jischuws in seiner Gesamtheit geeignet zu machen. 3) Die kulturellen spezifischen Kräfte der deutschen Alijah zum Besten der allgemeinen geistigen Entwicklung Palästinas zu aktivieren. 4) Die organisierten Kräfte des Kartells und damit auch das bundesbrüderliche Verhältnis zu stärken und wieder zu beleben. Bekanntmachungen des Präsidiums, Berichte über Tagungen in Jerusalem, Haifa, Tel-Aviv, ein Artikel von Erich Cohn über Moses Calvary — auch von uns gebracht — sowie die Beschlußfassungen der Tagungen vervollständigen dieses erste Heft. Ich bin überzeugt, daß das Palästina-Präsidium die Frage, ob seine Zeitschrift nur hebräisch oder zweisprachig erscheinen solle, reiflich erwogen hat. Sicher ist, daß im Augenblick noch viele fehlen werden, die etwas zu sagen hätten, und daß der „palästinensische Wille" heute nur die Tribüne für einige wenige sein kann. Aber ebenso sicher ist, daß ein Kartell drüben nur seine Existenzberechtigung hat, wenn es Forderungen an seine Mitglieder stellt. Und in einer Forderung sind sich die Hauptsprecher dieses ersten Heftes bei aller sonstigen Nüancierung einig: „in der Hebraisierung des Kartells". Und zu dieser großen Aufgabe, deren Durchführung zusammen mit seinen anderen Plänen dem Präsidium in der heutigen Zeit besonders schwer fallen muß, begleiten es unsere herzlichsten Wünsche. Georg Hirsch. Mitteilungen des Präsidiums Die Lehranstalt für die Wissenschaft des Judentums Berlin hat im laufen den Wintersemester mit einer Reihe von allgemeinen wissenschaftlichen Vorträgen und Uebungen, insbesondere über Philosophie, Psychologie und Geschichte begonnen. Diese Vorlesungen werden sicherlich für einen großen 274

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