Der jüdische Wille
- Journal
- Der jüdische Wille
- Volume
- 4 (1936)
- Issue
- Heft 8-9 (Oktober 1936)
- Date
- 1936-10-01
- Page
- – (sequence 59)
- Language
- German
- Belongs to
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Mitteilungen des KJV. Erez Israel, „ledioth Ha-KJV". Nunmehr hat der Landesverband Erez Israel seine Zeitschrift — unter welchem Namen wird sie künftig herauskommen? — erscheinen lassen. Zur Freude vieler und zum Leide mancher Bundesbrüder, vielleicht aber auch umgekehrt, erscheint sie ausschließlich in hebräischer Sprache. Man mag zu dieser Tatsache stehen, wie man will, und mag auch glauben, daß ein großer Teil der in Palästina lebenden Bundesbrüder im Augenblick noch das Erscheinen einer zweisprachigen Zeitschrift als geeigneter empfunden hätte. Wenn man jedoch den Inhalt des Heftes durchsieht, so kann man sich dem Eindruck nicht verschließen, daß es sich bei allen Gründen des Für und Wider hier um ein sehr ernsthaftes Bemühen des Präsidiums handelt, die Hebraisierung im Kartell durchzusetzen, was auch den Inhalt des Heftes resp. den Verlauf der Weida, die im wesentlichen in der ersten Nummer der Jedioth zum Abdruck kommt, ausmacht. Wir wollen deshalb dem Landesverband Erez Israel dafür dankbar sein, daß er unbeschadet beachtlicher Gegenargumente, mit diesem ersten Heft der Durchführung der Hebraisierung des Kartells sichtbaren Ausdruck zu verleihen sucht. Es soll nicht meine Aufgabe sein, eine vollinhaltliche Wiedergabe des Heftes für die noch nicht hebräisch sprechenden Bundesbrüder (s. Rundschau als Haarezersatz) zu geben. Richtig erschiene mir jedoch, wenn jeweils die wichtigsten Artikel auch im JW abgedruckt würden. Auf diese Weise wird auch unsere Zeitschrift belebt, wir verstärken den Kontakt, den wir so notwendig gebrauchen, und die palästinensischen Bundesbrüder, die noch nicht hebräisch können „müssen", kommen, wenn auch verspätet, zu dem Genuß der wichtigsten Artikel. Es kann sich auch nicht darum handeln, diese erste Ausgabe in sprachlicher Hinsicht einer fachmännischen Kritik zu unterziehen, wenigstens für mich nicht. Sollte meine Skepsis, daß die Erlernung jeder Fremdspräche erwachsenen Leuten letzten Endes nicht mehr restlos gelingt, auch nicht Von allen geteilt werden, so ist es doch von der hebräischen Sprache genügend bekannt, daß sie sich selbst noch im Aufbau resp. in einer laufenden Weiterentwicklung befindet. Die täglichen Diskussionen in den hebräischen Zeitungen, z. B. ob es „namel" oder „namal" heißen muß, beweisen, daß selbst Hebraisten in Palästina und in der Golah Mühe haben, mit den richtigen Wortschöpfungen des Waad Halaschon oder mit den falschen Wortbildungen des „Volkes", die sich dafür umso schneller einbürgern, Schritt zu halten. So darf ich höchstens nur mit aller gebotenen Zurückhaltung sagen, daß einzelne Veröffentlichungen auf mich den Eindruck machen, als wären sie entweder aus dem Deutschen übersetzt oder zumindest noch zu sehr in deutschen Begriffen gedacht. Wenn ich von dem im Tenachstil geschriebenen Nekrolog für Sokolow absehe, so scheint mir der Artikel von Arnsdorf in einem besonders guten Hebräisch geschrieben zu sein. Die „Jedioth" enthalten außer einem Aufruf des Präsidiums, der zu den Unruhen Stellung nimmt und der schon vorher erwähnten Gedenkschrift für Sokolow einen grundsätzlichen Artikel von Paul Hirsch „Das KJV nach der Tagung". Dieser Artikel ist übrigens bereits von uns in der Mai/Juni-Ausgabe gebracht worden. Ferner seien die auf der Weida gehaltenen Referate von Jacobsohn „Das KJV als Kulturfaktor in Erez Israel" und von Arnsdorf „Die Beherrschung des Hebräischen im KJV" erwähnt und hier kurz wiedergegeben. Arnsdorf führt aus, daß die Weida, auf der vornehmlich hebräisch 273