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Der jüdische Wille · 1936-10-01 · Heft 8-9 (Oktober 1936) · page 56

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Journal
Der jüdische Wille
Volume
4 (1936)
Issue
Heft 8-9 (Oktober 1936)
Date
1936-10-01
Page
– (sequence 56)
Language
German
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perlichen Erschöpfung den Menschen zu raten und zu helfen versucht. Unerschüttert in seiner Treue zum jüdischen Glauben ist er in schweren Tagen bemüht, in vorbildlicher Strenge als Jude sein Leben zu führen, aber £uch die anderen, die bedrängt und mutlos sind, aufzurichten und zu ermuntern. Während wir uns in den historischen Übungen unseres Lehrers 3. Elbogen diese menschliche Gestalt •des Rambam aus den Quellen mühsam erarbeiten mußten, verschafft uns heute die Lektüre der übersichtlich geordneten und zu einem klaren Ausdruck gebrachten Selbstzeugnisse Maimünis nicht nur einen erhebenden Genuß, sondern auch eine Läuterung der Leidenschaften. Mögen wir der Überzeugung sein, daß in Männern wie Jeremia, Jehuda Halewi und Samuel David Luzzako, ihren Worten und Taten der religiöse und nationale Genius unseres Volkes seinen reinsten und stärksten Ausdruck gefunden hat, die persönlichen Bekenntnisse und Verteidigungen Rambams zwingen uns, auch ihm aufrichtige Achtung und Anerkennung als einer ausgesprochenen jüdischen Persönlichkeit entgegenzubringen, die es allerdings nicht verhindern konnte, daß sie teils verkannt, teils von Menschen und Bewegungen als Symbol und Kampfeslosung mißbraucht worden ist, die mit dem Kern und der Mitte' jüdischer Frömmigkeit und jüdischen Volkstums wenig oder keinen Zusammenhang mehr besaßen. Ludwig Pincoffs. Heft 6—7 . Diese Lesehefte helfen wirklich einem dringenden Bedürfnis ab, und jeder Lehrer wird dem Herausgeber, Bbr. Leschnitzer, dankbar sein. Heft 6, Berthold Auerbach, eine Auswahl aus seinen Schriften, herausgegeben und eingeleitet von E. G u t, gibt in allerknappster Form Auszüge aus Auerbachs Schriften, soweit jüdische Inhalte in Frage kommen, Besonderen Hinweis verdienen die Abschnitte über den „Sabbat im Elternhause" und „Freiwilliges Fasten". Sie führen den Leser in die vor 100 Jahren blühende jüdische Gemeinde Nordstetten im württembergischen Schwarzwalde, in der Auerbach seine le-tzte Ruhestätte gefunden hat, und die in diesem Jahre aufgelöst worden ist. Das Leseheft ist wohl für die Mittelstufe jüdischer Schulen bestimmt. Vielleicht erscheint auch ein Leseheft, .das Auszüge aus Auerbachs Spinozaroman enthält. Heft 7, unter dem Titel „P i c - "tu res of Jewish Life", bietet Auszüge aus Zangwills Roman „Childfen of the Gh3tto", mit vorzüglichen Anmerkungen h e; r ausgegeben von dem feinsinnigen englischen Prof. Dr. Aronstein. Als Einleitung bringt Aronstein zunächst einen in englischer Sprache verfaßten Abriß über Zangwills Leben und Schaffen, unter Hinweis auf seine Gründung der Jewish Territorial Organisation (Ito) und seine spätere endgültige Bekehrung zum Zionismus, den er von der Balfour-Deklaration bis zu seinem Tode (1. 8. 1926) wieder unterstützte. Zangwill, der „a Heine writing with the pen of a Dickens" genannt worden ist, hat den Engländern Gemüt und Seele des Ghettos erschlossen. Die von Aronstein gewählten Auszüge behandeln typische Szenen aus dem Londoner Ghettoleben. Als Anhang fügt der Herausgeber drei Gedichte von Salomon Ibn Gabirol in der englischen Übersetzung Zangwills hierzu. Vielleicht darf an dieser Stelle der Wunsch geäußert werden, Auszüge aus Disraelis Roman „Tancred" und George Eliots „Daniel Deronda" in Form von Leseheften herauszugeben. Paul Michäe Iis. 270

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