Der jüdische Wille
- Journal
- Der jüdische Wille
- Volume
- 4 (1936)
- Issue
- Heft 8-9 (Oktober 1936)
- Date
- 1936-10-01
- Page
- – (sequence 38)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/2827066-3186705-3186710--1373-3187444- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
sehen Kantons die besten arabischen Kräfte zu positiver Aufbauarbeit heranziehen. Zum Schluß mag ein Ausblick auf den 19. und 20. Schritt erlaubt sein, — wir haben uns durch ihn nicht von der gespanntesten Aufmerksamkeit auf die nächsten abbringen lassen —: Der Aufbau des arabischen Kantons wird mit Hilfe jüdischer Kräfte geschehen, Dann erst wird sich die Entwicklung anbahnen, die uns allein die Möglichkeit der Ansiedlung und Ernährung einer größtmöglichen Zahl von Juden in und um Palästnia gibt. Wenn die Reibungsflächen, die aus dem Durcheinandergemischtsein und der gegenseitigen mißtrauischen Furcht entstehen, beseitigt sind, dann erst kann Frieden und Freundschaft zwischen den zwei Völkern entstehen, die heute so tief verfeindet sind und die doch das historische Schicksal zur Zusammenarbeit bestimmt hat und zwingen wird, Dann wird Palästnia ein starkes, sicheres Glied des British Empire sein, und in enger Zusammenarbeit mit den arabischen Ländern ringsum wird es deren Markt entwickeln, die Voraussetzungen für den Absatz seiner vervielfachten . Produktion schaffen. Wenn diese Zusammenarbeit, Friede und Vertrauen zwischen Juden und Arabern herrschen, wird in den weiten arabischen Ländern auch Platz sein für weitere jüdische Siedlungsgebiete, Kantone, für alle Juden der Golah ... Chinesische Juden Von Bbr. Richard Mayer, Nanning (Kwangsi), China. Dreimal verzeichnen die Annalen der chinesischen Geschichte die Existenz von chinesischen Juden: in der Zeit der Tangdynastie, während der Herrschaft der Mongolenkaiser und zuletzt zur Zeit der Mingdynastie. Die Zeit der Tangdynastie (6.-—7. Jahrhundert) bildet einen Höhepunkt in der Geschichte Chinas. Kunst und Literatur gelangten zu einer kaum wieder erreichten Blüte. Handel und Wandel gediehen. Dazu kamen glänzende politische und militärische Erfolge. Besonders bemerkenswert ist die religiöse Toleranz jener Zeit. Die offizielle Nationalreligion war zwar der Taoismus. Aber fremde Religionen wurden weitestgehend geduldet, ja sogar ermutigt und unterstützt. Der materielle Aufschwung zog Fremde in großer Zahl aus dem fernen Westen ins Land, die zumeist auf dem Landwege einwanderten. Die zeitgenössischen Berichte erwähnen neben den Juden noch Inder, Araber und Perser. Die Kunde von der Großzügigkeit und dem Entgegenkommen von Regierung und Volk im Verein mit der allgemeinen Prosperität ließ immer mehr Fremde nachkommen, die sich nicht nur als Händler und Kaufleute, sondern in allen möglichen Berufen niederließen. Besonders in Canton entstand eine riesige jüdische Gemeinde, deren Haupttempel sich noch bis in die neueste Zeit erhalten hatte. In der Stadt Sian (Provinz Shansi) gab es besondere Märkte, auf denen mit Rücksicht auf die Juden das Feilbieten von Schweinefleisch ausdrücklich verboten war. Viele Juden waren als Berater in Regierungsstellen tätig, um die Verwaltung nach dem Vorbilde ihrer Ursprungsländer zu reformieren. Manche kamen zu hohem Ansehen und trugen dadurch besonders zur Popularität der Juden bei. 252