Der jüdische Wille
- Journal
- Der jüdische Wille
- Volume
- 4 (1936)
- Issue
- Heft 8-9 (Oktober 1936)
- Date
- 1936-10-01
- Page
- – (sequence 32)
- Language
- German
- Belongs to
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im allgemeinen, so ist es auch in der Frage der jüdischen Schule im besonderen immer nur ein kleiner Kreis gewesen, der zielbewußt zionistische Gedankengänge in die Tat umgesetzt hat. So war vor 1933 der Kreis der Zionisten (einschließlich der K.J.Ver.) sehr gering, der seine Kinder überhaupt in eine jüdische Schule schickte; so ist heute der Kreis derjenigen, der die Kinder in „seine", die zionistische Schule, schickt, kleiner als man annehmen müßte. Die Verlockung des Abitur, die Hoffnung auf eine „allgemeine Bildung" im alten Sinn, sind auch heute oft noch stärker als zionistische Erkenntnisse. Die zionistischen Eltern, vor allem aber die K.J.Ver, müssen aufgerufen werden, hier ernsthafter und verantwortungsvoller zu handeln. Es muß eine Selbstverständlichkeit werden, daß die Kinder zionistischer Eltern in eine zionistische Schule gehen. Zehn Jahre mühevoller Arbeit haben die Theodor-Herzl-Schule zu ihrer heutigen Form geführt. In dieser Schule müssen Zionisten ihre eigene Sache gehen und daran mitarbeiten, dort eine der zionistischen Idee entsprechende Stätte jüdischer Erziehung und Bildung aufzubauen und auszugestalten. Theodor Herzl-Schule, Berlin-Charlottenburg, Kaiserdamm 78 (J 3, 2094) Leitung: Paula Fürst (Sprechstunde Mo—Frei* 12—1) 8 klassige Volksschule 2 Aufbauklassen Täglich eine Stunde Hebräisch Jüdische Geschichte, jüdische Gegenwartskunde, Palästinakunde Englischer Sprachunterricht Allgemeine Kulturkunde Gartenbau, Werkarbeit, Lehrküche Es besteht Aussicht, daß die Schule ab Ostern 3 gehobene Klassen mit dem Abschluß der mittleren Reife haben wird« Kantonalisierung Palästinas? Von Bbr. Meir Brandt - Daganjah, V o r b e m. d. R e d. : Die Auffassung, die in dem vorliegenden gewiß ernsten und durchdachten Artikel zum Ausdruck kommt, ist, wie mit aller Deutlichkeit ausgesprochen werden soll, eine auch im zionistischen Kreise isolierte. Wir haben sie trotzdem in unserer Zeitschrift, unserer Tradition gemäß, zu Worte kommen lassen, wollen aber betonen, daß bis nun kein zionistisch verantwortliches Gremium, keine Persönlichkeit der zionistischen Leitung und auch keine Gruppe unserer Bewegung die Auffassung, daß das Problem der jüdisch-arabischen Verständigung durch Kantonisierung Palästinas erreicht werden kann, teilt. Palästina ist ein kleines Land, und Kantonisierung heißt Verzicht auf einen erheblichen Teil des Territoriums, nämlich den arabischen Kanton. Es heißt darüber hinaus, wenn mit dem Kantonsystem anerkannt wird, daß der gegenwärtige Status der Bevölkerung und der Bevölkerungsmehrheit maßgebend sein soll, Verzicht auf jede Kolonisation in Transjordanien. Die Rechte, die uns Balfour- 246