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Der jüdische Wille · 1936-10-01 · Heft 8-9 (Oktober 1936) · page 30

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Journal
Der jüdische Wille
Volume
4 (1936)
Issue
Heft 8-9 (Oktober 1936)
Date
1936-10-01
Page
– (sequence 30)
Language
German
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Leitung der Histadruth gewinnen. So sieht die palästinensische Wirklichkeit aus, und man muß sie zur Kenntnis nehmen und zulernen. Ohne eigne Siedlungs- und Wirtschaftswerke keine Jugend; keine Arbeiter und keine Massen; ohne Massen keine Massenpartei; und ohne Massenpartei keine Macht, die den Staatsgedanken und die Idee der Autonomie im Jischuw verwirklicht und praktisch durchsetzt. Die zionistische Bewegung ist die Bewegung der konstruktiven Revolution. Die Arbeit auf dem Lande ist für jedes normale Volk Tradition, für uns war sie eine Revolution unseres Lebens. Denn wir kannten sie nicht. Die Ordnung der gesellschaftlichen Verhältnisse durch selbstgegebene Gesetze und die Unterordnung unter diese Gesetze ist für jedes normale Volk etwas selbstverständliches. Für uns wird sie wiederum eine Revolution unseres Lebens bedeuten, denn für uns ist sie neu. In diesem Sinne und im zionistischen Sinne ist der Allgemeine Zionismus neuen Stils eine revolutonäre Bewegung, sehr kämpferisch, sehr „unbürgerlich" und so „utopisch" wie der Zionismus überhaupt. Das Ziel dieser Revolution ist die Errichtung des zionistischen Regimes über die Juden selbst, zuerst in Palästina, dann auch in der Galuth. Das zionistische Regime aber ist der nächste und der wichtigste Schritt auf dem Wege zum „Judenstaat". Zionistische Leitsätze zur Frage der jüdischen Schule Von Bbr. Hans Gärtner. In den vergangenen dreieinhalb Jahren ist über die Frage der jüdischen Schule viel gesprochen und geschrieben worden, so daß es für den Außenstehenden scheinen könnte, als ob die heute noch ungelösten Fragen im wesentlichen Fragen der speziellen, nur die Fachleute angehenden Diskussion sind. Jeder aber, der die wirklichen Verhältnisse näher kennt, weiß, daß diese Auffassung auf einem Irrtum beruht, und daß auch heute noch nicht nur der großen jüdischen Oeffentlichkeit sondern sogar dem engeren Kreise der Angehörigen zionistischer Organisationen die genügende Klarheit über grundlegende Fragen der jüdischen Schule fehlt. Es gibt nicht nur eine nicht unbedeutende Zahl jüdischer Kinder, die keine jüdische Schule besuchen, auch an Orten, wo solche bestehen, sondern vor allem ist der Charakter der bestehenden jüdischen Schulen noch keinswegs überall den jüdischen Forderungen unserer Zeit gerecht geworden. Es soll hier nicht auf die Frage des Inhalts der zu übermittelnden Schulbildung näher eingegangen werden. Auch in diesen Blättern ist wiederholt davon die Rede gewesen, daß die wesentliche Aufgabe der jüdischen Erziehung von heute darin besteht, einer Generation junger Menschen, deren Eltern zu einem erheblichen Teil durch die vergangenen Jahrzehnte jüdischer Entwicklung in Deutschland jüdischem Wissen und jüdischem Erleben entfremdet worden sind, eine neue Verwurzelung im jüdischen Kulturgut zu geben. Es ist immer wieder davon gesprochen worden, daß die hebräische Sprache, die jüdische Geschichte, das Wissen um die Werte der Vergangenheit, die Kenntnis Palästinas und seiner Probleme, die Beschäftigung mit dem Judentum der Gegenwart, den wesentlichen Inhalt der jüdischen Bildung darstellen. An dieser Stelle sollen hier 244

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