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Der jüdische Wille · 1936-10-01 · Heft 8-9 (Oktober 1936) · page 18

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Journal
Der jüdische Wille
Volume
4 (1936)
Issue
Heft 8-9 (Oktober 1936)
Date
1936-10-01
Page
– (sequence 18)
Language
German
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auch solche Bücher, neben einem streng wissenschaftlich angelegten, durchaus ihre Verdienste haben. Und ein gleiches gilt von der Unterrichtsmethode, die, Grammatikalisches zurückstellend, das Hauptgewicht auf baldiges — wenn auch zunächst mit Mängeln behaftetes — Sprechen legt. Und es scheint nicht angängig, nun einfach alles Kauderwelsch, das in Palästina gelegentlich auftauchen mag, gerade diesen erwähnten Lehrern, Büchern und Methoden zur Last zu legen. Vielmehr gebietet die Gerechtigkeit, hier Tachlit zu reden: eine große Anzahl Schüler, darunter auch solche Bundesbrüder und Freunde, deren Urteil Goldmann nicht anzweifeln würde, haben nach diesen Methoden bei Lehrern der BZV, darunter auch bei Dr. Kaleko, der sich ja nicht nur organisatorisch betätigt, sondern auch selbst unterrichtet und dessen pädagogisches Geschick von seinen Schülern dankbar anerkannt wird, praktisch hebräisch sprechen gelernt. Und man soll sich doch nicht immer gerade an die halten, die es im Einzelfalle nicht geschafft haben. Es ist doch eine von niemand geleugnete Binsenwahrheit, daß nicht jeder Lehrer und nicht jede Methode zu jeder Zeit für jeden Schüler /geeignet ist. Ich suche damit nicht einen äußerlichen Abschluß für unsere Debatte, sondern meine es bitterernst, wenn ich sage: die Parole darf nicht mehr lauten „Goldmann oder Kaleko", sondern System Goldmann und System Kaleko. Wir bestreiten damit keineswegs, daß mancherlei Fehler und Versäumnisse bei den im ganzen doch sehr verdienstvollen Bemühungen der ZVfD um das Hebräische unterlaufen sein mögen. Einer der erheblichsten Fehler scheint uns, daß man nicht verstanden hat, eine Sprach- und Lehrautorität solchen Ranges wie Bbr. Moses Goldmann zur Mitarbeit heranzuziehen. Wir können uns wahrhaftig derartige Unterlassungen nicht leisten, auch wenn gewisse personelle oder organisatorische Schwierigkeiten in Kauf genommen werden müssten. Und nichts ginge weniger an, als wenn man jetzt, sich hinter erlittene Kränkungen verschanzend, sagen sollte: Nun erst recht nicht, nun gerade nicht, nun schon garnicht! — Und ein zweiter Wunsch: wir halten den Vorwurf, daß die Jüdische Rundschau für ein in ihrem Verlage erschienenes Lehrbuch unzulässige Reklame treibe, nach reiflicher Prüfung für unberechtigt. Immerhin würden mancherlei Mißstimmungen ausgeräumt, vor allem aber der hebräischen Sache gut gedient werden, wenn alle in Frage kommenden Institutionen, Rundschau, Palästinaamt, BZV-Gruppen, Hechaluz, Jugendbünde usw. bei passender Gelegenheit immer wieder die Interessenten auf sämtliche für geeignet befundene Lehrbücher hinwiesen, bezw. sie in zweckmäßiger Form zur Auslage bringen wollten. (An dieser Stelle muß noch, nachdem die Debatte nun einmal diesen Gang genommen hat, ein weiteres offenes Wort gestattet sein: gewiß, die Jüdische Rundschau hat der ersten und zweiten Auflage des Goldmannschen Lehrbuches je eine kurze Kritik gewidmet, darüber hinaus der ersten Auflage noch eine ausführlichere, von Bbr. Prof. Heinrich Loewe verfaßte anerkennende Besprechung. Genügt das? Robert Weltsch hat mit Recht darauf hingewiesen, daß Adolf Böhm in seinem Buche „Die zionistische Bewegung" persönlich ein Werk geschaffen hat, dessen Schaffung eigentlich der zionistischen Weltorganisation obgelegen hätte. Liegt bei Goldmanns Lehrbuch nicht ein ähnlicher Fall vor? Ist es nicht ein Werk, dessen Einführung und Betreuung eigentlich Sache der ZVfD gewesen wäre, —- jedenfalls ein großes Geschenk eines Einzelnen an die Zionisten in Deutschland, auf das immer wieder hinzuweisen, im redaktionellen Teil der Jüdischen Rundschau wie in sonstiger Form, für die es ja soviele Möglichkeiten gibt, ein Gebot des nationalen Interesses, nicht nur der Dankbarkeit wäre? Wenn das nicht in ausreichendem Maße geschehen ist, so wird das allgemeine Empfinden die Verantwortung * hierfür aber weder der Redaktion noch dem Verlage der Jüdischen Rundschau aufbürden. Solches 232

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