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Der jüdische Wille · 1936-10-01 · Heft 8-9 (Oktober 1936) · page 15

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Journal
Der jüdische Wille
Volume
4 (1936)
Issue
Heft 8-9 (Oktober 1936)
Date
1936-10-01
Page
– (sequence 15)
Language
German
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ist als ein Versuch, jeden Zertifikatsbewerber dazu zu zwingen, oben benanntes Buch (gemeint ist mein Lehrbuch) kaufen zu müssen, da er, wie ihm bekannt wird, nach diesem Buch geprüft wird". — Dazu stelle ich fest: im Minimal-Programm und dem-dazugehörigen Rundschreiben des Palästinaamtes ist mein Lehrbuch mit keiner Silbe erwähnt. Im Gegenteil enthält, auf meinen ausdrücklichen Wunsch, dieses Minimal-Programm den Passus; „Die Kommission hat zunächst kein bestimmtes Lehrbuch gewählt, nach dem der Lehrer zu unterrichten hätte. Es steht dem Lehrer völlig frei, sich sämtlicher auf dem Büchermarkt vorhandener Lehrbücher zu bediene n". Ferner: nirgendwo ist ein Hinweis oder irgendeine Veranlassung dafür, Zertifikatsbewerber nach meinem Lehrbuche zu prüfen, — was ja im übrigen aus der Praxis des Palästinaamtes nachweisbar ist. Ich selbst prüfe nur einen ganz geringen Bruchteil der Prüflinge (etwa 150 Zertifikatsanwärter während der letzten zwei Jahre), ausschließlich Schüler anderer Lehrer, die ja durchaus nicht immer nach meinem Buche unterrichten. Eine Beeinflussung dahingehend, das Lehrbuch anzuschaffen, aus Angst, durchzufallen, wie Herr Goldmann gern glauben machen möchte, kann schon daher nicht gut möglich sein, Ich würde wünschen, daß Herr Goldmann soviel Objektivität walten ließe, wie es bei mir der Fall ist. 2, Herr Goldmann behauptet, er habe gegen mich lediglich in dem als intern zu betrachtenden Organ des KJV geschrieben. Tatsächlich hat Herr Goldmann Anklagebriefe an meine vorgesetzten Instanzen (Jüdische Rundschau und ZVfD) gerichtet, mit dem Ziel, meine ihm unerwünschte Tätigkeit zu beseitigen. — 3, Die Andeutungen des Herrn G. über jenen „Hebraisten", der in der Prüfungskommission der ZO gewählt worden sein soll, den aber „der offizielle Brief bis heute nicht erreicht" habe, und die Frage: „Wer verhindert eigentlich den Abgang derartiger offizieller Briefe und zu welchem Zweck?" sollen mich wohl „mitten ins Herz" treffen. Die Pfeile gehen ganz daneben: Die Kommission, die das Minimal-Programm zu prüfen und zu genehmigen hatte, wurde von einer Lehrerkonferenz (bestehend aus der Lehrerschaft der BZV und des Hechaluz) nominiert. Auch hatte sich die Kommission weder für noch gegen mein Lehrbuch zu entscheiden, sondern lediglich über die Zweckmäßigkeit des Minimal-Programms zu beraten. Sie wurde daher auch nicht nach Gegnern oder Freunden meines Lehrbuches ausgewählt. Von welchem „Hebraisten" Herr Goldmann spricht, ist mir unerfindlich. — Jedenfalls habe ich keinen Einfluß auf den Abgang oder Nichtabgang der Post des Palästinaamtes. 4, Die Inserate der Jüdischen Rundschau werden nicht von mir verfaßt, scheinen jedoch wohl nicht nur mir weit entfernt davon, das zu sein, was man gemeinhin unter „amerikanischen Reklamemethoden" zu verstehen pflegt. Uebrigens hat Herr G. sich durchaus nicht gescheut, einen Satz aus den „amerikanischen Reklamemethoden" der Jüdischen Rundschau, mein Lehrbuch angehend, wörtlich zu übernehmen und für sein Lehrbuch in der gleichen Jüdischen Rundschau zu verwenden. (Daß die Jüdische Rundschau dieses Inserat dennoch brachte, dürfte kein besonderes Symptom für die „amerikanische" Geschäftstüchtigkeit des Verlages sein.) Die Behauptung des Herrn G., die „ahnungslosen Neuzionisten" wählten mein Lehrbuch nur dank der Reklame, kann nur dem Laien etwas weismachen wollen. Herr Goldmann weiß nur zu gut, daß nicht der ahnungslose Schüler das Buch bestimmt, sondern der Lehrer bezw. Kurs-Leiter, der doch wohl in der Lage sein sollte, frei zu entscheiden, ob ein Buch sich eignet oder nicht. 229

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