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Der jüdische Wille · 1936-10-01 · Heft 8-9 (Oktober 1936) · page 14

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Journal
Der jüdische Wille
Volume
4 (1936)
Issue
Heft 8-9 (Oktober 1936)
Date
1936-10-01
Page
– (sequence 14)
Language
German
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die deutsche Bedeutung nicht nur in der späteren Erklärung, sondern durchweg auch in der Ueberschriftspalte gebracht würde. —• —■ Diese Buchbesprechung lag bereit, als zu unserem Leidwesen im Märzheft des J. W. jene hebräischen Melodien angestimmt wurden, die bis jetzt nicht verstummen wollen. Sie soll nun nicht länger zurückgehalten werden, zumal sie sich organisch durchaus in das weiter zu Sagende eingliedern läßt. IL Erinnerung an eine Anekdote. „Sie sind der dämlichste Ignorant, der mir je über den Weg gelaufen ist, Ihre Unkenntnis wird nur noch durch Ihre Gemeinheit übertroffen. Ich möchte Ihnen gern einen Fußtritt geben, wenn ich nicht fürchten würde, mir die Stiefel zu beschmutzen. Statt hier Blödsinn zu schwatzen, täten Sie besser, nach Hause zu gehen und sich das Gesicht zu waschen. Uebrigens war ja schon Ihr Vater ein stadtbekannter Strolch. Ich werde Sie ausrotten, ich werde Sie zu Lande und zu Wasser dem Erdboden gleich machen..... (Höflich das Barett lüftend —:) Ich weiß nicht, ob ich deutlich zum Ausdruck gebracht habe, daß ich in der heute zur Erörterung stehenden Sache die Meinung meines verehrten Herrn Kollegen nicht ganz zu teilen vermag." :— An diese französische Anekdote vom Plaidoyer des Advokaten fühlt man sich einigermaßen erinnert, wenn man den Gang der Diskussion über das Hebräisch-Lehren in unserem J. W. betrachtet und dazu die freundlichen Kommentare hört, die ihn beiderseits mündlich begleiten. Es gibt ja nun viele, die sagen: „wo Kampf ist, ist Leben", und sie versichern uns schriftlich, telefonisch und mündlich, diese Diskussion sei das prächtigste, was der J. W. je zustande gebracht habe. Wie war es eigentlich? — Bbr, Moses Goldmann ist nicht nur ein hervorragender Kenner des Hebräischen, Arabischen, Aethiopischen und vieler anderer Sprachen. Er ist auch ein gerader, aufrechter, allen Intrigen abholder Mann, der seine Meinung sehr offen sagt, schreibt und mit seinem Namen deckt. Es ist ihm dabei imponierend gleichgültig, ob seine Aeußerungen ihm selbst nützen oder schaden oder was für Motive ihnen unterschoben werden können. So wäre im gegenwärtigen Streite ja nichts einfacher für ihn gewesen, als sich selbst völlig herauszuhalten und sein Material in Form eines von dritter Seite geschriebenen und gedeckten Artikels zu lancieren. Er hat diesen Weg verschmäht, unbekümmert darum, ob ihm nun, wie mit mathematischer Sicherheit vorauszusehen war, Menschen, die ihn nicht genau kennen, unterstellen, er sei nicht an der Sache selbst interessiert, sondern „lediglich aus Konkurrenzgründen wegen seines Lehrbuches verärgert". Das spricht menschlich sehr für ihn, und das müssen vorbehaltlos gerade diejenigen anerkennen, die der Meinung sind, daß man ihm mit der Aufnahme der beiden Artikel keinen Dienst erwiesen hat. (Es wäre freilich unehrlich, an dieser Stelle zu verschweigen, daß zu seinen Artikeln aus Deutschland wie aus Palästina ebenso viele Stimmen des Lobes wie des Tadels laut geworden sind.) III. Noch eine Entgegnung. Auch wenn man einmal unterstellen will, Goldmann treffe mit sämtlichen Einzelbehauptungen den Nagel auf den Kopf, so schlägt er doch leider dabei so zu, daß die Wand in Stücke geht. Aber bevor wir fortfahren, lassen wir hierzu aus Gründen selbstverständlicher Loyalität zunächst noch Herrn Dr. Saul Kaleko das Wort. Er schreibt uns unter anderem: 1. „Völlig unzutreffend ist Dr. Goldmanns Behauptung, daß das von mir für das Palästinaamt bearbeitete Minimal-Programm „nichts anderes 228

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