Der jüdische Wille
- Journal
- Der jüdische Wille
- Volume
- 4 (1936)
- Issue
- Heft 8-9 (Oktober 1936)
- Date
- 1936-10-01
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Ueber den Tod unseres lieben Bundesbruders Strauss schreibt uns Bbr, Kurt Burg-Kfar Saba: Bbr. Strauss hatte einen Tag in einem weit draußen im arabischen Gebiet liegenden Pardess gearbeitet, dem Jehoschuah Chankin gehörenden „Meschek Haozar". Er hatte sich zu der Arbeit in Vertretung eines dort beschäftigt gewesenen festen Arbeiters gemeldet, um sich einen Makom kawuah zu erarbeiten. Am Freitag, dem 21. 8., gegen 3 Uhr verließ das Lastauto des Gutes mit 9 jüdischen Arbeitern und dem Leiter der Wirtschaft, Meir Beikind, dem Neffen Chankins, am Steuer, den Pardess, um die dienstfreien Poalim zum Schabath nach Kfar Saba zu bringen. Ungefähr 300 m von dem Tor entfernt wurden sie, noch auf dem Sandweg, der zur Chaussee führt, von zwei Seiten aus arabischen Pardessim beschossen. Vor dem Auto befanden sich an der Stelle der Tat Steinhindernisse. Beikind fiel durch Herzschuß, bevor er selbst nur einen Schuß erwidern konnte. Von den 3 zu Hilfe eilenden Gaffirim wurde einer, ein freiwilliger, Student, sofort durch Kopfschuß tödlich verwundet. Strauß, der offenbar versucht hatte, vom Auto herunterzuspringen, erhielt einen schweren Bauchschuß und blieb mit offenen Bauchdecken unter dem Wagen liegen. Ein 17 jähriges Mädchen erhielt einen Steckschuß in den Oberschenkel, der im Becken stecken blieb, zwei andere Arbeiter, darunter ein anderer Jude aus Deutschland, Frühling, erhielten Beinschüsse. Zufällig war in Kfar Saba das Begleitauto des Autozuges von Haifa stehen geblieben und fuhr sofort mit der Militärmannschaft hin, befreite die Ueberfallenen durch M.G.-Feuer und brachte sie hierher. Die Verwundeten wurden in meine Wohnung gebracht und erhielten die erste Hilfe, unter Unterstützung der anderen Aerzte am Ort. Strauss war bei Bewußtsein und sprach mit mir. Schnellstens nach Tel-Aviv transportiert, wurden die zwei Schwerverwundeten noch am selben Nachmittag von Markus in der Hadassah operiert. Strauss lebte noch 36 Stunden. Er wurde zusammen mit dem jungen Mädchen am Sonntag nachmittags nach Kfar Saba überführt und hier beigesetzt. Die Beerdigung der beiden anderen Opfer fand nicht hier statt. Hier am Ort war eine Gedenkfeier vor dem Hause der Arbeiterbank. Ich sprach im Namen der H. O. G. und unseres Präsidiums einige Worte. Mit allen Ehren, die wir unseren toten Chawerim geben können, wurden die beiden Toten beigesetzt. Unsere bisherige Methode der Palästinakundc scheint etwas überaltert z.u sein. Sie stammt aus einer Zeit, in der die zionistische Erziehung Menschen zu bilden hatte, die späterhin die zionistische Arbeit der Golah tun sollten und das Geschehen in Erez Jisrael eigentlich nur als ein Nebenprodukt der zionistischen Bewegung der Welt betrachteten. Heute ist das sehr anders geworden. Wir erziehen Menschen, die mehr oder weniger bald nahezu sämtljich nach Palästina gehen und doj"t Bürger des jüdischen Jischuw und einer Von Bbr. Walter Gross. I. 218