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Der jüdische Wille · 1936-07-01 · Heft 6-7 (Juli 1936) · page 53

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Journal
Der jüdische Wille
Volume
4 (1936)
Issue
Heft 6-7 (Juli 1936)
Date
1936-07-01
Page
– (sequence 53)
Language
German
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Hörer Agnonscher Geschichten eine Saite vorhanden sein, die zum Erklingen gebracht werden kann. Seine Sprache ist in jedem Ausdruck, in jedem Wort, traditionell gebunden. Es ist immer ein Bezug zu einem biblischen Ausdruck, einem talmudischen Gleichnis, einer talmudischen Redewendung vorhanden. Deshalb ist letzter und tiefster Genuß dieser Geschichten nur dem möglich, der diese Welt von Bibel und Talmud kennt oder irgendwo nachempfinden kann. Ja, sie sind beinahe auch dem verschlossen, der nicht ein Wissen um das Leben der Judengasse des Ostens hat. Alle Erzählungen Agnons, auch die hier übersetzten, spielen in diesem Milieu. Diese starke, restlose Verknüpfung der Sprache, der Ausdrucksform der Erzählungen mit der Sprache von Biblischem und Talmudischem, Zählet die Tage Ueber Omerzeit, Lag B'Omer und Schwuoth. Jugendbücherei des Keren Kajemeth Lejisrael, Heft 2/3. Hechaluz-Verlag, Berlin 1936. Dieses für eine jüdische Jugendbücherei bestimmte Büchlein gehört heute, wo jüdische Erwachsenenbildung gefördert wird, auch in die Hände Aelterer. In 'dieser vorzüglich ausgewählten Sammlung ist alles enthalten, was der gebildete Jude über dieses Thema wissen sollte. Nach einer Erklärung der Omerzeit steht die Persönlichkeit von Rabbi Akiba im Mittelpunkt. Der Leser erlebt sodann Lag B'Omer in Meron (mit Bar- Jochaj-Liedern), in Jerusalem und in der Golah mit. — Der zweite Teil der Sammlung schildert Schwuoth in seiner Bedeutung als Erntefest (Chag mit der Gedankenwelt eines traditionsgebundenen Judentums Osteuropas, hebt fast die Erzählungen Agnons aus der Unmittelbarkeit des Alltags heraus. Er wird dadurch gewollt oder ungewollt zum Romantiker im neuzeitlichen jüdischen Schrifttum. Was wir bei Agnon vermissen, ist die Schilderung der Wirklichkeit Erez Israels. Selbst dort, wo er über oder von Erez Israel schreibt, ist es dieselbe Weise chassidischer Juden in ihrer Beziehung zum heiligen Land, und nicht der Rhythmus des jungen, arbeitenden Juden. Wir würden uns gerade bei der sprachlichen Eigenart Agnons, die uns sehr wirkungsvoll erscheint, sehr freuen, einmal in dieser Formung lebendige, heutige, jüdische Gemeinschaft beschrieben zu erhalten. Alfred Philipp. habikkurim). Das Fest im Alten Israel wird dargestellt. Aus einem besonders heute sehr lehrreichen Aufsatz des verewigten Chajim Arlosoroff vom Jahre 1919 erfahren wir Wichtiges über Juden und Landwirtschaft in der Golah. Den Hauptteil nimmt natürlich die Darstellung des Erntefestes im neuen Erez Israel ein. Wir sind Teilnehmer des Festes der Erstlinge in Haifa und Tel-Aviv, lernen hebräische Lieder und Gedichte zu Ehren des Festes kennen und hören zum Schluß viel Wissenswertes über die jüdische Landwirtschaft und die jüdischen Siedlungen (mit Bildstatistik). Das Büchlein gehört in die Bibliothek einer jeden jüdischen Schule, wo es nicht nur registriert, sondern eifrig gelesen werden soll. Paul Michaelis. Hermann von Freeden: „Tatu kolonisiert in Südamerika" Verlag Wilhelm Möller GmbH., Berlinassimilatorischer Seite heute bereits Oranienburg 1936, 240 S. wieder eine „Ideologie" propagiert An anderer Stelle der vorliegenden wird, die die Kolonisation in anderen Nummer wird mit Recht hervorge- Ländern als Palästina in einen geihoben, daß von bestimmter jüdischstigen Gegensatz zur Arbeit in 199

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