Der jüdische Wille
- Journal
- Der jüdische Wille
- Volume
- 4 (1936)
- Issue
- Heft 6-7 (Juli 1936)
- Date
- 1936-07-01
- Page
- – (sequence 51)
- Language
- German
- Belongs to
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dankengut des jüdischen Hauses zu machen. So gliedert es sich zwanglos nach dem Zyklus der wöchentlichen Thoravorlesungen und verflicht mit der Deutung des Schriftwortes die schönsten Hagadoth. Im Anhang sind dem Buch noch die Sprüche der Väter in der Uebersetzung von Dr. Michael Sachs beigegeben. Trotz der oftmals etwas antiquierten Sprache ist das Buch für jeden, der unmittelbar nach <ler Quelle altjüdischen Schrifttums greift, eine ausgezeichnete und populäre Hilfe. Alfred J o s p e, Hans Bach: „Jüdische Memoiren aus drei Jahrhunderten" Büdierei des Sdiocken-Verlages Nr. 52/33 Es handelt sich um Auszüge aus Denkschriften von Juden des deutschen Sprachgebiets. Mit Recht bemerkt der Verfasser in seiner Einleitung, daß Memoiren und Briefe „in der jüdischen Geschichte erst den Blick in eine Innenwelt eröffnen, von der die Dokumente des äußeren Geschehens kaum etwas ahnen lassen". In diesen Worten steckt gleichsam ein Programm, und man durfte erwarten, daß die Sammlung eine Art jahrhundertelanges kulturhistorisches Band darstellen sollte. Wenn das die Absicht des Autors war, so ist sie nicht vollkommen geglückt. Es gibt innerhalb des Zeitraums von 300 Jahren genug charakteristisches Material, das unverwendet geblieben ist, während mir beispielsweise die veröffentlichten Aufzeichnungen von Therese Devrient und Julius Rodenberg für die erstrebte Wirkung belanglos erscheinen. (Bemerkung der Red.: Wir vermögen dieser Einwendung des hochgeschätzten Kritikers nicht ganz zuzustimmen* Wenn man für ein bestimmtes Zeitalter ein Bild jüdischer Geisteshaltung geben will, dann dürfen und müssen auch solche Lebensäußerungen gebracht werden, deren Träger wenig oder gar keine jüdischen Interessen hatten.) Diese Einschränkung ändert jedoch nichts an der Tatsache, daß die Memoiren auch in der hier getroffenen Auswahl sehr interessant, zuweilen auch amüsant, sicher aber durchaus lesenswert sind. Sie führen von Ascher Lewi aus .Reichshofen (1598—1635) und der Glückel von Hameln über Salomon Maimon bis zu Steinthal und Lazarus am Ausgang des 19. Jahrhunderts. Max Jungmann. Martin Buber: „Die Stunde un Reden und Aufsätze 1933—1935. Schocken-Verlag, Berlin 1936. Wir alle erinnern uns noch mit tiefer Befriedigung der Aufsätze, die Martin Buber in den April- und Maitagen des Jahres 1933 in der „Jüdischen Rundschau" veröffentlichte. Hier wurden die Ereignisse des Tages in den Gesamtzusammenhang des Geschehens gestellt, wurde versucht, sie in einen höheren Sinn einzuordnen und von der ewigen Situation des Judentums zu deuten. Vielen Juden hat diese Ewigkeitsschau der Ereignisse die Erkenntnis" der Stunde und des Tages Kraft und Rückhalt gegeben in der Zerschlagenheit ihrer Seele. Mancher von uns hat schon damals bedauert, daß diese gehaltvollen Aufsätze in Zeitungen erschienen, die für den Tag bestimmt sind und mit dem Tag vergehen. Es ist deshalb außerordentlich zu begrüßen, daß der Schocken-Verlag es unternommen hat, diese Aufsätze gesammelt herauszugeben. Diese Aufsätze sind vermehrt worden um eine Reihe von Reden, die Buber in den letzten Jahren gehalten hat. Hinzugefügt sind Niederschriften eines Ge- 197