Der jüdische Wille
- Journal
- Der jüdische Wille
- Volume
- 4 (1936)
- Issue
- Heft 6-7 (Juli 1936)
- Date
- 1936-07-01
- Page
- – (sequence 50)
- Language
- German
- Belongs to
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fangen. Es kann hier nicht gelten, zu den Büchern der Uebersetzung als solchen Stellung zu nehmen, vergleichsweise andere Uebersetzungen und ihre Tendenzen vom Targum bis zu Luther, dessen U e b e r setzung die Bibel ersetzte, und Mendelsohn heranzuziehen, sondern hier galt es die Absichten dieser Uebersetzer zusammenzufassen und jedem die Lektüre dieses Buches, neben das man sich den T'nach legt, und so an sich zu bauen beginnt, zu empfehlen, Der Wert dieses 350 Seiten starken Buches liegt nicht zuletzt daran, daß Buber und Rosenzweig zu Wort kamen und uns ihre Tendenz zeigten, die wir bejahen und die uns gerade, weil die Zeit der hebräischen Renaissance angebrochen zu sein scheint, eine Brücke baut. An der Sprache der Galuth, deren Sprachgeschichte sich in den manchmal gewollt erscheinenden Uebersetzungs versuchen (jedes dieser Worte ist errungen!) spiegelt — und das kann so sein: die Bibel ist das Buch der Völker — lernt der wieder hörend gemachte, aufgeschlossene Jude die Urstimme, die ihm den Stolz verheißt, Mannn des Volkes zu sein, in dessen Sprache die Bibel wurde. Fritz Günter Nathan. Moritz Zobel: „Das Jahr des Juden in Brauch und Lithurgie" Bücherei des Schocken-Verlages, Band 55/56. Die Leistungen. dieses Verlages in dieser Zeit, inmitten einer immer kleiner werdenden, aber immer stärker jüdisch interessierten Menschengruppe, wachsen sich wirklich immer mehr zu einer kulturellen Großtat auf innerjüdischem Gebiete aus, Ihre Bedeutung für die seelische Wiederbelebung und geistige Sammlung des Judentums voll zu würdigen, mag einer späteren Generation vorbehalten bleiben. Jedenfalls kann schon jetzt nicht mehr bestritten werden, daß sich hier eine unserer Gemeinschaft doch im wesentlichen von außen auferlegte Beschränkung nach innen segensreich auswirkt. — Auch der neue Doppelband verdient volles Lob: Moritz Zobel, seit Jahrzehnten bestens bekannt als einstiger Redakteur der „Welt" und des „Haolam", Schriftsteller und Uebersetzer (schon dler Jüdische Almanach 1902 brachte von ihm gute Uebersetzungen Bialikscher und Perezscher Gedichte), gibt hier eine Fortsetzung und Ergänzung zu seinem allseitig anerkannten Sabbath-Buch. Nach einer Einführung, die mit den Grundlagen jüdischer Zeiteinteilung und jüdischen Brauchtums bekannt macht, werden zunächst Gebräuche und Gebete des Alltags, dann — nicht mit Nissan und Pessach, sondern mit Tischri (und Bußzeit) beginnend — diejenigen aller Feste und Fasttage im Jahresablauf geschildert. Die Darstellung beschränkt sich bewußt in der Hauptsache auf aschkenasischen Brauch deutschen Sprachgebietes, gibt aber daneben interessante Hinweise auf abweichende, auch orientalischjüdische Riten und Sitten Ein gediegenes Einführurigs- und Gebrauchsbuch für Festtag und Alltag des Juden. — Der dauerhafte grauschwarz-melierte Leineneinband verhindert auch bei häufiger Benutzung die häßlichen Grifflecke und erhöht so die praktische Verwendbarkeit. Conrad Kaiser. „Bibel und Talmudsdhatz, ein Buch für die jüdische Familie", von L H. Kofm 15. Auflage, neu bearbeitet von Rabb. Dr. S. Bamberger. I. Kaufmann-Verlag. 1936. Ein bewährtes Familienbuch liegt in der 15. Auflage vor. Es ist aus dem Bemühen entstanden, den Wochenabschnitt und dessen Niederschlag im Talmud und im Midrasch zum Ge- 196