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Der jüdische Wille · 1936-07-01 · Heft 6-7 (Juli 1936) · page 40

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Journal
Der jüdische Wille
Volume
4 (1936)
Issue
Heft 6-7 (Juli 1936)
Date
1936-07-01
Page
– (sequence 40)
Language
German
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wie sie eigentlich gewesen sind, sondern dessen Persönlichkeit als ein Spiegel von eigener Brechungskraft den wesentlichsten Faktor der Geschichtsdarstellung gibt". Das trifft auch auf ihn zu. Als Unterton des ganzen Buches ergibt sich eine heiße Liebe zum Judentum und zu seiner Zukunft, An mehr als einer Stelle tritt die Hoffnung hervor, daß diese Zukunft wohl doch im wesentlichen durch den Zionismus geschaffen werden wird. Aber dann mußte auch mit aller Entschiedenheit der Weg, den insbesondere die deutschen Juden zur Zeit der Emanzipation gegangen sind, als Irrweg bezeichnet werden. Der Standpunkt eines Hegel, daß alles, was geschieht, vernünftig ist, dürfte wohl heute als falsch aufgegeben sein. Der Geist der Emanzipation war ungeschichtlich. Die Juden haben nicht aus sich selbst heraus, ihrem Wesen entsprechend zur neuen Zeit Stellung genommen, sie haben sich von der neuen Zeit geradezu unterjochen lassen. Als Preis dieser Unterwerfung geben sie ihr Bestes, ihr Ich hin. Sie haben es nicht fertiggebracht, sich zu ihrem Volke, dem alten Messianismus dieses Volkes zu bekennen; sie glaubten, um das Linsengericht ihrer äußerlichen Gleichberechtigung alles, was in ihnen Kraft besaß und wirken konnte, aufgeben zu müssen, aus einer wahrhaft jüdischen Religion im Sinne einer Lebenshaltung und Lebensordnung eine verdünnte Konfession wesentlich im Sinne eines aufgeklärten Protestantismus machen zu müssen, Das mußte sich einmal rächen, Wiener hat dies trotz mancher Andeutungen nicht zugeben wollen. Es mag schwer sein, all das zu verbrennen, was man früher angebetet hat, aber um zu einer richtigen Würdigung dieser Epoche zu kommen, muß man auch diesen Schritt tun. Trotz alledem sei immer wieder betont, daß das Buch unter allen Umständen zum geistigen Besitz mindestens unserer führenden Persönlichkeiten gehören sollte, da nur die genaue Kenntnis der Vergangenheit uns die Waffen in die Hand geben kann, für die Zukunft zu wirken. Wir müssen wissen, welche Fehler gemacht worden sind und wie sie zu vermeiden sind. Dann dürfen wir auch hoffen, daß das jüdische Volk auf eigenem Grund und Boden aus sich heraus die Kraft finden wird, ein wirklich gereinigtes Judentum zu schaffen, weil eben dann das Volk im freien Wirken seine hervorragendste Eignung betätigen kann. Buchbesprechungen Die jüdische Geschichte Eine Selbstanzeige von Bbr. 'Emil Bernhard Cohn. Bbr. Emil Cohn, dem auch an dieser Stelle herzlich zu seinem 30jährigen Amtsjubiliäum gratuliert sei, stellt uns auf unsere Bitte freundlichst die folgende Selbstanzeige zur Verfügung. Sein Büchlein gibt tatsächlich dem Leser die Möglichkeit, in einer Lektüre von kaum 2 Stunden einen sehr lebendigen Qesamteindruck jüdischer Geschichte zu erwerben. Eine mustergültige Leistung konzentrierter Darstellungsgabe. D. R. Soeben erschien eine jüdische Geschichte von mir, und ich werde aufgefordert, sie hier vor den Bundesbrüdern selber anzuzeigen. Sie trägt den Untertitel „Ein Gang durch die Jahrtausende", ist 100 Seiten stark und kostet RM 1,25. Lauter Dinge, die buchhändlerisch willkommen sein mögen, den ernsteren Leser aber bedenklich stimmen könnten. Darum soll hier gesagt werden, warum ich diese Geschichte schrieb, und warum ich sie so und nicht anders für nötig hielt. Zunächst: Ich schrieb nahezu zwei Jahre an diesem Werkchen, und erst 186

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