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Der jüdische Wille · 1936-07-01 · Heft 6-7 (Juli 1936) · page 26

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Journal
Der jüdische Wille
Volume
4 (1936)
Issue
Heft 6-7 (Juli 1936)
Date
1936-07-01
Page
– (sequence 26)
Language
German
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Kräfte, Menschen, Material, Arbeit, Gesundheit, Kapital ins Land bringen, um aus einer Wüste und Sumpfland fruchtbaren Boden zu machen. Nicht mit Lanze und Schwert sind wir ins Land gekommen, sondern mit schwer im Galuth erarbeitetem Geld, das nach 2000 jährigem Leid, Unterdrückung und Progromen erworben ist, haben sie den Boden erkauft, Strich um Strich. Mit ihrem Blute arbeiten sie, die Wüste zu erlösen. Sie haben die Bewohner nicht entwurzelt und sie nicht zu Knechten gemacht, sondern haben arme Dorfbewohner reich gemacht. Die arabischen Städte bekamen Gelder. Die Regierung — einzig dastehend unter den Weltstaaten — arbeitet mit großen Ueberschüssen. Sie haben den Fellachen neue Wege der Landwirtschaft gewiesen und bessere Lebensbedingungen für die Arbeiter geschaffen. Wo bleibt der Ruin der Araber in Palästina, wenn sie mehr anstatt weniger werden? Keine arabische Ab-, sondern Einwanderung. Und die eingewanderten Araber ziehen gerade in die Nähe jüdischen Jischuws, Tel-Avivs, Jerusalems und Haifas, während die davon entfernteren arabischen Siedlungen menschenärmer werden. Die vielen Begünstigungen, die die Regierung der arabischen Landwirtschaft angedeihen läßt, wären nicht, wenn jüdisches Kapital das Land nicht derart bereichert hätte. . Es handelt sich heute in Palästina nicht um die Lösung einer Prestigefrage, sondern um die Lösung der fast in der ganzen Welt bestehenden Judenfrage. Das jüdische Volk, das keinem Einwohner in E. J. schaden will, wird sich heute durch kein Hindernis mehr abhalten lassen, keine Kraft in der Welt wird es mehr zwingen, von seinem Ziele abzuweichen, seine alte Heimat wieder aufzurichten, seine in der Welt verfolgten und bedrängten Söhne wieder ansässig zu machen. Der Versuch der letzten 50 Jahre einerseits und das Unglück, das über die Juden neuerdings in Zentral- und Osteuropa hereingebrochen ist, andererseits haben den 17 Millionen Juden in der Welt bewiesen, daß der Aufbau Erez Israels die einzige wahre Lösung der Judenfrage ist. Dieser Aufbau kann keinesfalls auf dem Rücken eines arabischen Ruins stattfinden, sondern im Gegenteil durch Verbesserung der Lage, die selbstverständlich mit der Entwicklung des Landes kommt. In demselben Augenblick, wo die Araber die Notwendigkeit dieses unaufhaltsamen Prozesses einsehen werden, können sie großen Nutzen aus der jüdischen Einwanderung haben und nicht nur einen vorübergehenden, sondern einen bleibenden, durch gegenseitige wirtschaftliche Beziehungen, und das gilt nicht nur für die Araber in Palästina, sondern auch die Araber der angrenzenden Länder werden einen großen Nutzen davontragen. Bei gegenseitiger Hochachtung und bei gegenseitigem guten Willen läßt sich ein Weg zu ausgleichendem. Helfen finden, ein Weg, der ebenso den Juden das Recht auf Einwanderung nicht abschneidet wie auch den Arabern die Furcht nimmt, daß ihre Interessen und ihre Entwicklung irgendwie geschmälert werden, sondern im Gegenteil zu Nutz und Frommen für beide Teile gereichen seil, Interessant ist in diesem Zusammenhange die Zusammensetzung der nichtjüdischen Aerzte in Palästina. Es ist bekannt, daß die arabischen Aerzte sich 'des öfteren an die Regierung gewendet haben, keine neuen Aerzte mehr zuzulassen, — da ihr Lebensunterhalt bedroht sei. Es gibt z, Zt. A: ca. 40 christliche europäische Aerzte im Lande, die meistens Angestellte der Regierung oder in Missionsspitälern tätig sind und deren Zahl sich seit 1925 kaum verändert hat. Sie bleiben meist nicht ständig im Lande, sie kommen und gehen, aber die Zahl bleibt konstant. Unter den 40 sind 28 Engländer, 4 Franzosen, 2 Italiener, 5 Arischdeutsche, 1 Russe. 172

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