Der jüdische Wille
- Journal
- Der jüdische Wille
- Volume
- 4 (1936)
- Issue
- Heft 6-7 (Juli 1936)
- Date
- 1936-07-01
- Page
- – (sequence 25)
- Language
- German
- Belongs to
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Anzahl von Juden und Arabern im Lande notwendig sein werden. Diese Art wäre die idealste Lösung, bleibt uns aber bei — hoffentlich — anhaltender Alijah für die nächsten 10—15 Jahre versagt, bei stockender Alijah noch viel länger. Um die Alijah zu rechtfertigen, um zunächst einmal für unsere eigenen Brüder zu sorgen, dürfen wir heute keinen Araber beschäftigen, und das ist in seinen Augen mit Recht ein Gegenstand des Neides und gibt ihm verständlichen Anlaß zu Mißtrauen, daß man ihn verdrängen, verjagen, vernichten will. Wie ihm die Judennot beibringen, von der er nichts weiß. " Er sieht und kennt nur die „ungläubigen" Juden, die sich hier breit machen und ihn vermöge ihrer Fähigkeiten oft in den Schatten stellen. Dazu wäre es nötig, Klubs in den Städten, in denen die' Intelligenz konzentriert ist, zu gründen. Es müßten anziehende Klubräume sein, in denen sowohl hebräische wie auch arabische Sprachkurse stattfinden, in denen Juden und Araber über aktuelle Fragen, Kulturdinge etc. Vorträge halten, und Diskussionen führen könnten, Gespräche über Politik des In- und Auslandes, über Möglichkeiten der Wirtschaftsverkettung, der journalistischen Zusammenarbeit, die nicht zu unterschätzen ist, Araber müßten in einer ständigen Rubrik der jüdischen, Juden in einer ebensolchen der arabischen Zeitungen schreiben können. Weiter könnten diese Klubs ausgebaut werden, ähnlich wie die YMCA-Institutionen, mit Sportplätzen und Sportbetrieb. Auf diese Art hätte man die Möglichkeit zur Aufklärung über die wahren Absichten jüdischer Arbeit im Lande, würde sie nicht nur nicht zu Feinden, sondern zu wahren Mithelfern gewinnen können. Man würde ihnen die Unrichtigkeit der Aussagen ihrer Führer mit Tatsachen widerlegen können, und auch umgekehrt würden wir auf unsere Fehler, die wir zweifellos begehen, aufmerksam gemacht werden. Man würde sie fragen können: Hat der oberste arabische Rat das Recht, zu verbreiten, daß die Juden die Araber vertreiben wollen, um auf den ,,Ruinen" des arabischen Volkes das jüdische Nationalheim aufzubauen? Dabei sollte ihm die Antwort, die der Waad L e u m i in den letzten Tagen veröffentlicht hat, gegeben werden, daß es den Juden niemals eingefallen ist, derartiges nur zu denken, geschweige denn auszuführen. Im Gegenteil, ihre Absicht ist, die Aufnahmefähigkeit des Landes zu vergrößern (Austrocknung von Sümpfen), Schaffung hygienisch einwandfreier Lebensbedingungen, Umwandlung von Wüsten in bewohnbare Gegenden, Aufforstung und alles, was allen Einwohnern des Landes von Nutzen ist. Die Geschichte von E. J. beweist, daß es im Altertum Millionen Menschen beherbergt hat. Durch die Vertilgungskriege der Römer, später die arabischen Kriege und Kreuzzüge ist das Land verarmt, entvölkert worden und sein Reichtum versiegt, so daß es fast einer Wüste glich. (Die Türken haben nichts zur Verbesserung des Landes zu tun vermocht.) Wo bleibt die Furcht der Araber, aus E. J. vertrieben zu werden, wenn E. J. zu Anfang dieses Jahrhunderts insgesamt 300 000 Einwohner hatte (vorwiegend Araber). Jetzt (1936) sind mehr als 750 000 Araber dort. Das liegt nicht nur an der natürlichen Vermehrung, sondern ist eine Folge der Schaffung günstiger wirtschaftlicher Bedingungen, die die Araber aus den Nachbarländern anziehen, um an der „Prosperity" teilzuhaben. Wieviele Araber sind aus dem Lande verjagt worden? — Man wirft uns vor, daß wir das Land ausplündern. Die ganze zivilisierte Welt wird zugeben, daß das Gegenteil richtig ist, daß die Juden das beste ihrer 171