Der jüdische Wille
- Journal
- Der jüdische Wille
- Volume
- 4 (1936)
- Issue
- Heft 6-7 (Juli 1936)
- Date
- 1936-07-01
- Page
- – (sequence 24)
- Language
- German
- Belongs to
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opfern. Ich bin heute davon überzeugt, daß es nur einen kleinen Bruchteil von Bundesbrüdern gibt, die dafür sorgen, daß ihre Frauen bei der Tenuwah kaufen; und bei den andern deutschen Einwanderern steht es bestimmt nicht besser. Warum schreibe ich das? Weil ich weiß, daß es sich meist nicht um bösen Willen handelt; denn in vielen Fällen hat die Unterredung den gewünschten Zweck gehabt. Aber tatsächlich kann der Städter aus Deutschland, der in die Stadt nach Palästina kommt, nicht bald den Zusammenhang mit den täglichen Aufbaufragen des jüdischen Landwirts haben; und dieser hat zu selten Gelegenheit, sich mit den Leuten in der Stadt auseinanderzusetzen- Es ist aber vielleicht heute besonders leicht einzusehen, daß unsere Sicherheit vom Aufbau unserer Wirtschaft abhängt, und daß es nicht genügt, für jüdische Arbeit im Prinzip zu sein, sondern daß man für sie Opfer zu bringen hat. Beitrag zur Araberfrage Von Bbr. Süssmann Mu n t n e r , Jerusalem. Infolge der letzten Unruhen in E. J. ist die Araberfrage wieder brennend geworden. Und wenn es auch, trotz des manchmal trostlosen Zustandes — besonders in den abseits gelegenen Kolonien —, den Anschein hat, daß die Juden „Nutznießer" des arabischen Streiks in materieller und moralischer Hinsicht sein werden, so ist damit die Frage noch lange nicht richtig erfaßt, geschweige denn gelöst. England hat langsam, jetzt aber sicher gezeigt, daß es sich von einigen Aufwühlern in seine Politik nicht hineinreden läßt. Die Arbeit im Lande geht auch ohne die Araber weiter. Die Regierungsarbeiter haben nicht gestreikt, — die andern verdienen nichts und müssen zusehen, wie Juden an ihrer Stelle beschäftigt werden. Wenn Jaffa nicht Hafenarbeit leisten will, übernimmt sie Tel-Aviv, jüdische Hafenarbeiter in Haifa, ebenso bei „Shemen" wurden an Stelle der streikenden Araber eingestellt. In Jerusalem hat der jüdische Vizebürgermeister an Stelle des erkrankten arabischen Bürgermeisters zeitweise die laufenden Geschäfte übernommen. Das Vertrauen der Regierung zu den Juden ist enorm gestiegen. — Die Araber streiken weiter. Die Führer können es aushalten, — die arbeitende Bevölkerung, die keine Zuschüsse mehr bekommt, kann es nicht, Es wird vollkommene Einstellung der Alijah, Verbot von Landverkauf an Juden gefordert. Später würden neue Forderungen kommen. Darauf kann und darf die Mandatarmacht nicht eingehen. Die arabische Bevölkerung wünscht schon lange den Abbruch des Streiks, die Führer und Redakteure wollen es nicht wahr haben. Sie behaupten, daß die Engländer durch die eingewanderten Juden die Araber vertreiben wollen. * An dieser Stelle muß wohl nicht erst betont werden, daß uns derartige Tendenzen fernliegen. Daß wir aber daran interessiert sind, die Weltjudenfrage zum großen Teil durch E. J. zu lösen, steht ebenso fest. Wie aber ist das den Arabern klar zu machen? Die idealste Lösung wäre eine gegenseitige Handelsgemeinschaft und Arbeitsgemeinschaft der Art, daß Araber bei Juden und Juden bei Arabern tätig sind. Das kann und darf aber solange nicht sein, solange noch neue Alijoth zur Befestigung des Nationalheims durch eine zumindest gleich große 170