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Der jüdische Wille · 1936-07-01 · Heft 6-7 (Juli 1936) · page 22

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Journal
Der jüdische Wille
Volume
4 (1936)
Issue
Heft 6-7 (Juli 1936)
Date
1936-07-01
Page
– (sequence 22)
Language
German
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einzuführen. Da der Aufsatz hebräisch geschrieben ist, kann es leicht gelingen, sein Bekanntwerden in Deutschland zu unterdrücken. Die Wahrheit kann jedoch nicht aus der Welt geschafft werden. Wenn die Z. 0. sich durch die Feder des Bbr. Locker damit brüstet, daß sie dieses „hervorragende" Buch in 15 000 Exemplaren abgesetzt hat; so gibt sie selbst zu, daß sie mindestens 15 000 fache Schuld auf sich geladen hat, indem sie 15 000 Juden daran gehindert hat, gutes Hebräisch — mit größerem oder kleinerem Erfolg — zu lernen, und daß damit eine vielleicht nicht wieder gutzumachende Sünde wider die hebräische Sprache begangen wurde, Um an den Schlußsatz des Lockerschen Aufsatzes anzuknüpfen: Mir gefällt der gegenwärtige Zustand ganz und gar nicht. Wie es aber mit dem „Kommen und Mithelfen, daß es besser wird" aussieht, zu dem Bbr. L. aufruft, mag hier ein Kuriosum erzählt werden, das ich durch Zeugen belegen kann. Ein Hebraist, von dem anzunehmen war, daß er ein Gegner des Kaleko'schen Lehrbuchs und des darauf basierenden Minimal-Programms sei, wurde vor mindestens \XA Jahren in das Gremium der Prüfungskommission der Z. O. gewählt. Er hat es aber nur von Leuten erfahren, die an den betreffenden Sitzungen teilgenommen hatten. Der offizielle Brief hat ihn noch nicht erreicht. Wer verhindert eigentlich den Abgang derartiger offizieller Briefe und zu welchem Zweck? Man kann von keiner Organisation, auch nicht von der Z. O., in der doch schließlich auch nur Menschen sitzen, verlangen, daß sie unfehlbar sei. Fehler werden überall begangen. Um sie zu bekennen, dazu muß man Mut besitzen. Einen Fehler zu begehen und ihn zu verbessern suchen, zeugt von Klugheit und von Weitsicht. Verteidigung eines Fehlers ist unklug; wird gar noch an ihm festgehalten, so wächst er sich mit der Zeit zu einem schweren Mißstand aus. Zur Frage der jüdischen Arbeit in Palästina Von Bbr. Walter Deutschmann, Pardess-Chanah. Nachstehenden Artikel von Bbr. Walter Deutschmann veröffentlichen wir gern, obgleich er natürlich für die außerhalb Palästinas lebenden Bundesbrüder zwar starkes Interesse, aber nur mittelbaren praktischen Wert haben kann. Wir wissen aber, daß viele Bundesbrüder in Palästina, wie auch Bbr. Deutschmann in seinem Begleitbrief mit Recht hervorhebt, wichtige Informationen noch immer aus den in deutscher Sprache geschriebenen Zeitungen beziehen müssen. Die Redaktion. Es soll hier nicht über die sehr wichtige Frage gesprochen werden, ob man das Prinzip der jüdischen Arbeit bejaht oder verneint, nicht über die Kontroverse zwischen Smilanski und der Histadruth. Das Problem bleibt bestehen, obwohl die gegenwärtige Situation auch in den Moschawoth fast zur hundertprozentigen jüdischen Arbeit geführt hat. Aber wir wissen, daß diese Augenblickssituation nicht maßgebend ist und daß die Schwierigkeiten bestehen bleiben. Davon freilich, daß das Land ohne jüdische Arbeit nicht aufgebaut werden kann, sind alle überzeugt. Diejenigen, die aus politischen Erkenntnissen einen Anteil arabischer Arbeit fordern, sind gering; im wesentlichen sind für diejenigen Ikarim, die Araber beschäftigen, finanzielle Gesichtspunkte maßgebend; auch die Anhänger der jüdischen Arbeit können nicht verkennen, daß die Bedenken gegen die jüdischen Arbeiter nicht unbegründet sind: die Arbeitsleistung ist trotz des höheren Lohns, den der Arbeitgeber zu tragen hat, im Durchschnitt nicht vollwertig; die Jahre der Prosperity führten zur Landflucht, zum Mangel an jüdischen Arbeitern und zur Ausnutzung seiner monopolisierten Stellung; die Arbeitsleistung ließ nach 16S

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