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Der jüdische Wille · 1936-07-01 · Heft 6-7 (Juli 1936) · page 21

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Journal
Der jüdische Wille
Volume
4 (1936)
Issue
Heft 6-7 (Juli 1936)
Date
1936-07-01
Page
– (sequence 21)
Language
German
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Miß?] 2khen, — manche andere Namen sind mir bekannt als Philosophen, National-Oekonomen, etc., also alles in allem eine glänzende Bestätigung -dessen, was ich auch in meinem Aufsätze bekämpfe. Ferner behauptet Bbr, Locker, daß meine Meinung, ich sei Fachmann auf diesem Gebiet«, nicht maßgebend sei, da man „sich daran gewöhnt hat, daß ein hebräischer Lehrer den anderen als Nichtkönner bezeichnet", Ganz so dürfte die Sache wohl nicht zutreffen. So in „Bausch und Bogen" verurteile ich alle anderen Hebraisten nun wirklich nicht. Nur behaupte ich, — und dabei bleib 2 ich — daß die Z. O. sich leider gerade die Nichtkönner ausgesucht hat, um sie an die Spitze der hebräischen Arbeit zu setzen. Aber eigenartig muten die Ausführungen des Bbr. Locker doch an: jemanden zu disqualifizieren, weil er „professional" ist, stellt in der hebräischen Arbeit doch ein Novum dar. Nach Bbr. Locker müßte ich also gerade, weil ich Hebraist bin, mich jeder Meinung enthalten und das Feld kampflos den Spitzenlehrern der Z. 0. überlassen. Diesen Gefallen will ich ihm nicht tun, ja, ich will sogar — horribile dictu — obwohl ich „Verfasser eines anderen Lehrbuches bin" (wieder eine Disqualifikation) mich des Näheren über das von der Z. 0. empfohlene Lehrbuch äußern, auf das allein sich sämtliche Ausführungen meines früheren Aufsatzes hinsichtlich der Lehrbücher beziehen. — Die Auffassung des Bbr. Locker, daß doch etwas daran sein müßte, wenn ein Buch in so kurzer Zeit Karriere gemacht hat, und daß am allerwenigsten die Schüler (man bedenke: welch maßgebliche Autoritäten!) die Meinung der gegen dieses Buch eingestellten Hebraisten teilen, ist entweder ganz ehrlich naiv oder nur humoristisch zu verstehen. Ein bißchen demagogisch (man verzeihe mir das harte Wort) ist die Behauptung, „die Reklame mache es nicht allein usw....." Ich dagegen wage zu behaupten, daß nur die Reklame es gemacht hat. — Wozu soll der ahnungslose Zionist, oder gar der noch ahnungslosere Neu-Zionist sich Mühe geben, Bücher zu suchen, wenn ihm tagtäglich von den Blättern der „Jüdischen Rundschau" ein bestimmtes Buch als das „Lern- und Lehrbuch" mit amerikanischen Reklame-Methoden empfohlen wird, wenn bei jeder zionistischen Veranstaltung die „Jüdische Rundschau" aus Geschäftsgründen dieses Buch auslegt, wenn der Auswandernde, der in das Palästina-Amt um Rat fragen kommt, nur dieses Buch ausliegen sieht, usw. usw. Hier trifft unsere verantwortlichen Instanzen der größte Vorwurf, den man ihnen machen kann. Sie haben das Hebräische um ein Linsengericht des Geschäfts unter Ausnutzung der Konjunktur preisgegeben. Bbr. Locker verteidigt weiter das Minimal-Programm der Z. O., welches nichts anderes ist, als ein Versuch, jeden Zertifikatsbewerber dazu zu zwingen, oben benanntes Buch kaufen zu müssen, da er, wie ihm bekannt wird, nach diesem Buch geprüft wird. Des weiteren versucht Bbr. Locker, dem Leser mitzuteilen, daß von allen maßgebenden Instanzen in Erez Israel das auf diesem Buch aufgebaute Minimal-Programm begrüßt wurde. Das trifft nicht zu. Wahr ist, daß das Zentralorgan der Zionistischen Organisation, Haolam (welches vielleicht deshalb, weil es hebräisch erscheint nach Bbr. Locker nicht maßgebend sein kann) über dieses Buch eine Kritik veröffentlicht hat, in der nachgewiesen wird, daß es mit Hebräisch am allerwenigsten zu tun hat, da es im Aufbau, in der Syntax, in der Wortwahl usw. vollständig von der jiddischen Sprache durchdrungen ist* Dieser Aufsatz gipfelt in der Frage, wieso die Jüdische Rundschau, die doch seinerzeit ein hervorragendes Lehrbuch von Bornstein herausgegeben hat, sich veranlaßt sieht, ein derartiges Buch 167

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