Der jüdische Wille
- Journal
- Der jüdische Wille
- Volume
- 4 (1936)
- Issue
- Heft 6-7 (Juli 1936)
- Date
- 1936-07-01
- Page
- – (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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die Majorität im Lande darstellen, eine politisch-parlamentarische Majorisie^ rung des einen Bevölkerungsteils durch den anderen ausgeschlossen ist. Dazwischen steht eine Auffassung, die man als die offizielle bezeichnen kann und die mit dem Optimismus, von dem die eingangs meiner Ausführungen zitierten Worte des verstorbenen Präsidenten Nahum Sokolow, Zeugnis ablegen, der Meinung ist, — oder de facto zumindest so gehandelt hat, als ob sie der Meinung wäre, — daß eine akute Behandlung des Problems der arabisch-jüdischen Beziehungen vorläufig zwecklos ist, und daß man die Zeit für uns arbeiten lassen müsse. Auch ohne Kolonisationsregime, meint sie, würde unsere Position im Lande allmählich stark und unangreifbar werden, und bis dahin sei es aussichtslos, aktive Schritte zu tun, vor allem aber zwecklos, die Frage der politischen Zukunftsgestaltung Palästinas zur Diskussion zu stellen. Es ist schwer zu sagen, was die Zukunft bringen wird und wie in Zukunft unsere arabische Politik gestaltet werden kann, nachdem die Entwicklung ihre letzte Wendung genommen hat. Es mag sein, daß man jetzt vor einer eisernen Wand steht und es nur noch die Möglichkeit gibt, den Weg der offiziellen Politik fortzusetzen. Vielleicht aber ergibt sich auch aus der Auflockerung die Möglichkeit zu einer neuen Aussprache und fruchtbareren Lösung. In einem sind wir alle einig: In der festen Ueberzeugung nämlich, daß wir in Palästina von Rechts wegen sind, daß wir hier unser Recht verteidigen und wenn nötig, bis zum letzten verteidigen werden. Es gibt für unser Volk keinen anderen Weg, als den der Erhaltung und Bewahrung und Neuentfaltung seines Volkstums durch Konzentration in Palästina. Von diesem Wege werden wir nicht weichen. Und Aufbau bedeutet, das müssen sowohl Engländer wie Araber begreifen, nicht nur Schutz der errichteten Positionen, sondern ihre ständige Vermehrung und Entfaltung. Hebräisch?......Hebräisdi! <SAlußwort> Von Bbr. Moses Gold mann, Berlin. Mit nachstehendem Schlußwort von Bbr. Moses Qoldmann schließen wir die durch die beiden letzten Nummern sich ziehende Diskussion über dje hebräische Arbeit zunächst ab, mit dem Wunsch, daß die in dieser Diskussion von allen Beteiligten vorgebrachten Argumente zu einer Klärung des Problems und gleichzeitig auch zu einer Bereinigung der Atmosphäre, deren es nach unserer Empfindung dringend bedarf, führen möchte. Die Ausführungen von Bbr. Qoldmann hinsichtlich der Lehrbuchfrage, die in vorliegendem Aufsatz besonders ausführlich gehalten sind, mag ein Kreis von fachmännisch geschulten Hebraisten prüfen und auswerten. Die Redaktion. In seiner Erwiderung auf meinen Aufsatz unter obigem Titel schreibt Bbr, Locker in einem Artikel, der seiner Tendenz nach wohl als offizielle Antwort der Z. 0. anzusehen ist, daß ich über alles, was mit der Z. O. zusammenhängt, über Lehre, Hebräisch, etc. „schimpfe". — Nichts lag mir ferner als zu „schimpfen". Es ist meiner Meinung nach das gute Recht eines jeden Bundesbruders, Zustände im zionistischen Leben, die ihm als unhaltbar erscheinen, so darzustellen, wie sie es verdienen. In meinem Aufsatz gab ich mir Mühe, Zustände, die mir als Hebraisten an der hebräischen Arbeit der Z. 0. als unhaltbar erscheinen, zu beleuchten. 165