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Der jüdische Wille · 1936-07-01 · Heft 6-7 (Juli 1936) · page 14

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Journal
Der jüdische Wille
Volume
4 (1936)
Issue
Heft 6-7 (Juli 1936)
Date
1936-07-01
Page
– (sequence 14)
Language
German
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ihr Zeugnis nicht verlassen, Die Wahrheit kann allein von unparteiischen Kommissionen ermittelt werden, und so studierte die Gründe für die Ursachen der Unruhen im Jahre 1920 eine militärische Untersuchungskommission, die der Unruhen im Jahre 1921 die Haycraft Kommission, während die Shaw Kommission dem Parlament ihren großen Bericht über die Unruhen vom Jahre 1929 vorlegte. Man weiß nicht, was die Kommission vom Jahre 1920 berichtet hatte, aber man hat Grund, anzunehmen, daß ihr Bericht, ebenso wie die Berichte der späteren Kommissionen und dann der Spezialbericht von Hope Simpson, im wesentlichen auf einen Ton gestimmt waren: In Palästina würde Ruhe herrschen, wenn ©s in Palästina keine Juden gäbe. Dem Bericht der Haycraft Kommission und den Unruhen vom Jahre 1921 folgte das Churchillsche Weißbuch vom Jahre 1922. Auf den Bericht der Shaw Kommission folgte das Passfieldsche Weißbuch. Im Churchillschen Weißbuch vom Jahre 1922 wurde die englische Palästina-Politik restriktiv interpretiert: „Unautorisierte Erklärungen wurden abgegeben in dem Sinne, daß das beabsichtigte Ziel die Schaffung eines vollkommen jüdischen Palästina sei. Wendungen wurden gebraucht wie die, daß Palästina „so jüdisch werden soll, wie England englisch ist. Seiner Majestät Regierung erklärt jedoch solche Erwartungen für undurchführbar und hat kein solches Ziel im Auge." Die Bai* four-Dekleration, heißt es in dem Weißbuche, besagt nicht, „das Palästina als Ganzes in eine jüdisch-nationaTe Heimstätte verwandelt werden soll, sondern daß eine solche Heimstätte in Palästina begründet werden soll". Das Weißbuch schuf dann, wie bekannt, die Formel von der wirtschaftlichen Kapazität des Landes, die den Maßstab für die Einwanderung bilden sollte. Man weiß, daß das Churchillsche Weißbuch vom Jahre 1922 von der zionistischen Bewegung im allgemeinen als eine Abkehr von dem ursprünglichen Ziel der englischen Palästina-Politik aufgefaßt und als eine schwere politische Niederlage empfunden wurde. Der Bericht der Shaw Kommission vom Jahre 1929 kommt in der Immigrationsfrage zu negativen Ergebnissen. „Es steht zweifellos fest, daß in der Immigrationsfrage die jüdischen Behörden in schwerwiegender Weise von. dem von der zionistischen Organisation im Jahre 1922 acceptierten Prinzip abgewichen sind, wonach die Immigration durch die ökonomische Aufnahmefähigkeit Palästinas für neue Immigration reguliert werden soll." Der Bericht stellt mit offensichtlicher Mißbilligung fest, daß Palästina in den Jahren 1920 bis 1930 pro 1000 der Bevölkerung mehr Immigranten aufgenommen hatte, als irgendein anderes Land der Welt. Der Bericht erklärt kurz und bündig, daß Palästina nicht in der Lage ist, eine größere landwirtschaftliche Bevölkerung aufzunehmen als es zurzeit (im Jahre 1930) beherbergt, solange nicht die landwirtschaftlichen Siedlungsmethoden radikal geändert werden. Im allgemeinen war der Bericht der Shaw Kommission, wie auch der Bericht der Haycraft Kommission ein arabischer politischer Erfolg, und dieser Erfolg wurde nach dem Bericht der Shaw Kommission noch durch das Passfieldsche Weißbuch accentuiert. UiiS was haben die Araber dann erlebt? Sie haben erlebt, daß Dr. Weizmann Recht hatte, wenn er auf Kongressen wiederholt der Ansicht Ausdruck gab, daß wir mit allen politischen Gegebenheiten und Bedingungen fertig werden, solange uns die Möglichkeit nicht genommen ist, einzuwandern und uns wirtschaftlich zu erhalten. Sie haben erlebt, daß es den politischen Aktionen der zionistischen Leitung gelang, dem Berichte der Shaw Kommission und des Passfieldschen Weißbuches die Spitze abzubrechen, und daß wesentliche Schlußfolgerungen dieser Dokumente in dem bekannten Briefe des damaligen Premier-Ministers Macdonald an Dr. Weizmann annulliert wurden. Sie haben erlebt — und das 160 i

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