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Der jüdische Wille · 1936-05-01 · Heft 4-5 (Mai 1936) · page 51

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Journal
Der jüdische Wille
Volume
4 (1936)
Issue
Heft 4-5 (Mai 1936)
Date
1936-05-01
Page
– (sequence 51)
Language
German
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Zug jüdischer Jugend ins Land der Väter und zu neuer schöpferischer Arbeit keine geeignetere Parallele findet, als, zu den Eltern gewandt, ihr Opfer, das sie mit der Hingabe ihrer Kinder bringen, mit der Opferung Isaaks zu vergleichen. Nur weil es Rabbiner sind, die das gesprochen haben, schweigt des Kritikers Höflichkeit. Zwei der Predigten verdienen hervorgehoben zu werden, die eine des Rabbiners Carlebach - Altona, in der der tiefe Eindruck, den der Besuch Erez-Israels auf ihn, der für die Stimmungen und Probleme dieses Landes ein offenes Auge mitgebracht hat, seinen Niederschlag findet, und die von Dr. Lemle -Frankfurt a. M« der die schwierige und nur ganz selten mit Geschick gelöste Frage einer Predigt an die Jugend in einer, wie uns scheint, vollkommenen Weise löst« Nicht unerwähnt sei zum Schluß die feinsinnige und im Hinblick auf die allgemeine Gültigkeit ihrer Fragestellung mit Recht hier aufgenommene Gedächtnisrede Dr. Warschauers für den großen Maler Max Liebermann. S. E- Chaim Arlosoroff, „Leben und Werk' <He<naluz-VerIag, Berlin 1936) Ebensowenig wie sich über die im Jahre nach Arlosoroffs Tod erschienene sechsbändige hebräische Ausgabe seiner Schriften inhaltlich eine einheitliche Ueberschrift setzen läßt, ist es möglich, diesem vorliegenden Auswahlband aus jener größeren hebräischen Sammlung von Aufsätzen, Reden und Briefen einen kennzeichnenden Titel zu verleihen. Gleichviel, welchen Wert man diesem Band beimißt, kann man nicht den Herausgebern darin beipflichten, wenn sie im Vorwort meinen, daß das vorliegende Buch ein Lehrbuch des Zionismus sein solle. Das kann es nicht sein* weil es einen zu fragmentarischen Eindruck hinterläßt. In knapp 300 Seiten tritt der Leser einen „zionistischen" Streifzug durch die Welt des Nachkriegs-Jahrzehnts an. Nicht nur daß diese Welt mit zionistischen Augen gesehen und dargestellt wird, sondern man betrachtet sie gewissermaßen durch ein Medium, das Arlosoroff heißt. Dies macht das Buch andererseits um so viel interessanter. Deshalb ist es kein Zufall, wenn die Abschnitte in dem Buche, in denen die Persönlichkeit und der Mensch zum Ausdruck kommt, am besten gefallen. Wenn man beispielsweise das „Genfer Tagebuch" (1926) oder die „Briefe" (1915—1931) gelesen hat, so bedauert man nur, daß Tagebuchblätter und Briefe nur so wenig Raum in diesem Auswahlband einnehmen. Man weiß von Arlosoroff, daß er ein großer Freund der angelsächsischen Länder gewesen ist. Dieser Gegenstand wird wiederholt in seinen Schriften und Briefen behandelt, wenn er etwa seiner Frau schreibt (7. Nov. 1923): „Jedesmal, wenn ich England sehe, packt mich der Neid. Mag sein, daß ich es gerade so liebe, weil wir grundverschieden von ihnen sind, leichtsinnig in der Politik, bar jeder Widerstandskraft und unbesonnene Hitzköpfe." Und in einem scheinbaren Widerspruche hierzu fährt er fort: „In der Tat scheint mir das A. C. bewiesen zu haben, daß wir ebenfalls solche Eigenschaften wie die Engländer besitzen." Als Beispiel für diese zweite Hoffnung darf Weizmann als jüdischer Politiker gelten. Sein immer wachsames Interesse für die angelsächsischen Länder führte ihn 1929 in die Vereinigten Staaten. Dieser Reise entsprang eine in der deutschen Ausgabe leider nur teilweise aufgenommene Arbeit „N e w York und Jerute/a 1 em". Diese 1«

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